In fast allen Power Rankings vor dem Turnier wurden die Serben als klarer Favorit auf EM-Gold gesehen, entsprechend hoch waren die Erwartungen in Serbien für diese Edition. Die Verletzung von Bogdan Bogdanovic war der erste Dämpfer, die Niederlagen gegen die Türkei zum Ende der Vorrunde sowie nun das Aus im Achtelfinale sorgten für Ernüchterung.
"Finnland stutzt die Flügel der Adler", titelt der staatliche Sender RTS nach dem Ausscheiden und analysierte. "Sie haben ihre Lektion aus dem Türkei-Spiel nicht gelernt. Nun bleibt aber keine Zeit mehr, etwas zu ändern. (…) Serbien verließ sich auf Nikola Jokic, doch als es drauf ankam, war klar, dass ein Ersatz für den verletzten Bogdan Bogdanovic fehlte." Finnland habe mit Tempo, Dreiern und Offensiv-Rebounds den Serben den Zahn gezogen. "Die besseren Spieler der Adler konnten sich nicht anpassen und das Ergebnis war eine sensationelle Niederlage."
Meridian Sport wählte eine andere Bildsprache: "Die serbische Qual. Die goldenen Träume einer ganzen Generation stürzten über einem finnischen See ab", titelte das Portal. Mozzart Sport sprach von der "Generation Silber" und verwies damit auf die anhaltende Titeldürre der Serben, die nun schon 23 Jahre anhält.
"Die Brillanz von Individuen, angeführt vom dreimaligen NBA-MVP Nikola Jokic, war nicht genug, um die Probleme im System, die taktischen Schwächen und besser werdende Konkurrenz zu überwinden. Es wirft einen Schatten über die Qualität des Teams und man muss die Frage stellen: Kann Serbien in Jokics Prime noch einmal Gold holen?"
Der WM-Titel 2002, damals noch als Jugoslawien, ist der letzte große Erfolg der Serben. Seit 2009 gab es zweimal Silber bei der EM (2009, 2017), zweimal WM-Silber (2014, 2023), einmal Olympisches Silber (2016) sowie eine weitere Bronzemedaille bei Olympia (2024), für Gold reichte es nie.