Fehlercode: %{errorCode}

Magic Murphy: Wie Bonn den nächsten MVP-Kandidaten hervorgebracht hat

kicker

Es gibt BBL-Basketballer, die punkten. Es gibt welche, die verteidigen, und dann gibt es Grayson Murphy. Ein Spieler, der ein Team komplett verändern kann. Die Telekom Baskets Bonn haben in den vergangenen Jahren ein besonderes Händchen für Point Guards bewiesen. Parker Jackson-Cartwright (MVP 2021/22), TJ Shorts II (MVP 2022/23) und im vergangenen Jahr Darius McGhee (ernsthafter Kandidat in der Wahl) prägten eine Ära.

Und nun? Alles deutet darauf hin, dass Bonn erneut einen MVP-Kandidaten geformt hat. Grayson Murphy, 26 Jahre alt, 1,88 Meter groß, ist in seiner ersten BBL-Saison eingeschlagen wie ein Komet: Mit 8,6 Assists pro Spiel hält er den Liga-Bestwert. Dazu kommen 13,4 Punkte und 6,0 Rebounds im Schnitt. Außerdem eine Effektivität von 21,3 - nur Frankfurts Le Dee liegt knapp davor (21,8).

Grayson Murphy: Der Weg nach oben

Sein Pfad schickte den US-Amerikaner von Hagen und Dresden über die G-League nach Bonn. Wer Murphy heute sieht, könnte glauben, er wäre als Supertalent durch alle Juniorenprogramme geflogen. Die Realität ist aber spannender: Sein erster Profistopp führte ihn nicht zu einem Topklub, sondern zu Phoenix Hagen in die ProA. Schon dort sah man, dass dieser Spieler anders tickt. Kaum ein Guard der Liga reboundete so hartnäckig und kaum einer kombinierte seine unaufgeregte Art mit dieser Spielintelligenz.

Danach wurde er in Dresden zum effektivsten Spieler der gesamten ProA. Erhielt Einladungen in die NBA Summer League, landete bei den South Bay Lakers und stand sogar kurzzeitig im Kader der Los Angeles Lakers.

Im Sommer wechselte er schließlich nach Bonn. Ein Wunschtransfer, der von Sportdirektor Savo Milovic mit "genau dem Profil, nach dem wir auf der Aufbau-Position gesucht haben" beschrieben wurde. Und es dauerte nicht lange, bis Murphy den Vorschusslorbeeren gerecht wurde.

Triple-Double, Kontrolle, Konstanz

Spätestens am 4. Oktober verstand ganz Basketball-Deutschland, dass Murphy ein außergewöhnlicher Spieler ist. Beim 73:71-Sieg gegen Oldenburg schrieb er Baskets-Geschichte: 10 Punkte, 10 Rebounds, 12 Assists bedeuteten das erste Triple-Double im Bonner Trikot und allgemein das Erste seit fast drei Jahren.

Doch es bleibt nicht bei einzelnen Ausreißern. Murphy liefert jede Woche: Er kontrolliert das Tempo, minimiert Ballverluste (nur 1,6 Turnover pro Spiel!), setzt Mitspieler zuverlässig ein und taucht dann wieder unter dem eigenen Brett, beim Fastbreak oder beim Steal auf.

Bonn hat in dieser Saison keinen klassischen Star-Scorer wie Shorts II oder McGhee. Doch genau das macht Murphys Leistung so beeindruckend: Er hebt alle um sich herum an. Kur Jongkuch profitiert permanent von seinen Lobs. Birts und Garrett kommen durch ihn zu einfachen Abschlüssen. Murphy ist ein Guard, der arbeitet, damit andere scheinen können.

Warum Bonn wieder einen MVP-Kandidaten gefunden hat

Es ist fast absurd, wie zuverlässig die Baskets Jahr für Jahr Spielmacher finden, die das Team prägen. Und das ist kein Zufall. Bonn holt Guards mit enormem Spielverständnis, Spielmachermentalität, Aggressivität im Rebound, guter Defense und Fähigkeiten, Mitspieler besser zu machen. Murphy passt in dieses Profil wie kaum ein anderer.

Rein individuell liefert Murphy eine nahezu perfekte Saison. Doch MVP-Titel werden auch über Team-Erfolg entschieden. Die Baskets stehen aktuell bei 4-3 Siegen auf Rang neun. Solide, aber nicht spektakulär. Was jedoch Hoffnung macht: Bonn holte zuletzt einen emotionalen 81:79-Sieg gegen Ulm und scheint sich langsam zu stabilisieren.

Am Samstag wartet die nächste Herausforderung mit dem Auswärtsspiel bei den Löwen Braunschweig. Für Bonn wäre ein Sieg ein weiterer Schritt Richtung obere Tabellenhälfte. Ohnehin ist nach sieben Spieltagen klar: Wenn die Baskets oben angreifen, wird ihr Motor höchstwahrscheinlich Grayson Murphy heißen.

Die aktuelle Tabelle der BBL