Auf ihrer Schatzjagd bei ihrer ersten Saison nach der Rückkehr in die Bundesliga sind die Trierer Basketballer bislang nicht zu knacken. Getragen von einer Euphoriewelle eilt die Mannschaft aus der Moselstadt von Sieg zu Sieg und mischt die Liga als Aufsteiger mächtig auf. "Zu erwarten, war das sicherlich nicht", sagte Jacques Schneider, Coach der Vet-Concept Gladiators Trier, der Deutschen Presse-Agentur.
Mit vier Siegen aus den ersten vier Spielen haben sich die Trierer nach zehn Jahren in der zweitklassigen ProA eindrucksvoll in der BBL zurückgemeldet. Als Nächstes will Schneider mit seinem Team im Pokal-Achtelfinale am Freitagabend (20.00 Uhr) in der heimischen Arena die Telekom Baskets Bonn entschlüsseln. Der Fokus aber liegt weiter auf der Liga - mit einer besonderen Motivationsstrategie.
Saisonziel für die BBL: Zwölf Siege
"Wir haben den Luxus, mit einem Mentalcoach zusammenzuarbeiten, der uns gerade bei dem Setzen unserer Ziele enorm unterstützt. Die Mannschaft hat sich als Endziel gesetzt, zwölf Siege zu erreichen und hat diese zwölf Siege in jeweils vier mal drei Siege unterteilt", erklärte Schneider. Und da kommt dann auch die Schatzjagd mit vier Schatztruhen ins Spiel.
Denn für jeden Sieg öffnet sich ein Schloss einer Schatztruhe. Jede Schatztruhe hat drei Schlösser. Öffnet sich die ganze Truhe, werden die Gladiators mit einer kleinen Überraschung belohnt.
"Die Jungs haben für sich auch gesagt: Wenn wir drei Siege holen, wollen wir uns damit belohnen, mit einem schönen Teamabend, mit einem Ausflug irgendwohin", äußerte Schneider. Die erste Belohnung sei trotz des erreichten Teilziels noch geheim, sagte er dem Streamingdienst Dyn.
Sogar Alba Berlin wurde schon entschlüsselt
Viermal hat es in der Liga jedenfalls schon "klack" gemacht. Die Trierer gewannen zum BBL-Auftakt 88:78 gegen die Rostock Seawolves, anschließend feierten sie einen sensationellen 97:92-Auswärtssieg bei Alba Berlin.
"Dass wir es jetzt schaffen würden, gegen eine Mannschaft wie Alba Berlin in Berlin zu gewinnen, damit hat sicherlich auch bei uns erst mal niemand gerechnet", sagte Schneider. "Wir haben uns das über die Saisonvorbereitung hart erarbeitet und wollen natürlich auch da anknüpfen."
Nach dem Triumph in Berlin setzten die Gladiators ihre Erfolgsserie mit zwei Heimsiegen gegen die Baskets Bamberg (92:87) und die Basketball Löwen Braunschweig (78:73) zuletzt am vergangenen Sonntag nahtlos fort. Es sei "unglaublich" vor dieser Kulisse zu spielen, sagte Trier-Profi Clayton Guillozet. "Wir profitieren wirklich von dieser Energie."
Nicht nur in der Liga sind die Trierer noch ungeschlagen. Zum Auftakt in die Pflichtspiel-Saison gab es in der ersten Pokalrunde zudem ein ungefährdetes 87:67 gegen den Zweitligisten Tigers Tübingen.
Gladiators wollen "hungrig und bescheiden bleiben"
"Für uns ist einfach wichtig, dass wir hungrig und bescheiden bleiben. Das waren wir zu Beginn der Saison und das hat uns sehr gutgetan - als Mannschaft, aber auch als Verein. Wir haben jetzt einen tollen Saisonstart hingelegt und eines unserer kleinen Etappenziele erreicht, aber da liegt noch so viel vor uns", sagte Schneider.
Der Coach weiß aber auch: Früher oder später wird es die ersten Rückschläge geben. Doch Schneider ist überzeugt davon, dass die Mannschaft diese wegstecken wird. "Was uns definitiv hilft, ist, dass wir viele Spieler aus der letzten Saison behalten konnten und auch in der letzten Saison schon immer wieder Rückschläge sehr gut verkraftet haben. Wir haben einfach als Mannschaft eine gute Erfahrung zusammen und wir wissen, worauf wir uns immer verlassen können."
Verlassen könne man sich auf "sehr loyale Fans", äußerte Schneider. "Wir sind sehr heimstark und das soll auch so bleiben. Es soll für jeden Gegner sehr unangenehm sein, nach Trier zu kommen. Und dann bin ich auch sicher, dass wir mal kleine Schwächephasen oder mehrere Niederlagen in Folge gut verkraften."
Ex-Nationalspieler Zirbes als "Anführer"
Zudem ist der Aufstiegskader aus der Vorsaison weitestgehend zusammengeblieben. Nur punktuell gab es Zugänge, die wie zum Beispiel Aufbauspieler Eli Brooks sofort einschlugen. Der Etat beläuft sich nach Angaben des Vereins auf etwa 4,5 Millionen Euro. ."Für uns war klar, dass wenn wir das neue Level BBL erreichen wollen, dass dazu natürlich auch personell einiges passen muss - vor allem mit Blick darauf, wer neu dazukommt", sagte Schneider.
Einer, der geblieben ist, ist der frühere Nationalspieler Maik Zirbes. 75 Länderspiele absolvierte er für Deutschland. "Maik ist unser Teamkapitän - ich glaube, das sagt schon alles. Er ist ein Leader und Anführer. Er ist derjenige in der Kabine, der auch das Wort ergreift, wenn es nötig ist und die Jungs motiviert und sie immer weiter antreibt", so Schneider.
Die Mannschaft profitiere "sehr von seiner Erfahrung und auch von seinem Willen, einen Titel zu gewinnen". Von einem weiteren Titel ist Zirbes aber noch ein ganzes Stück entfernt. Dafür braucht es mehr als zwölf Schlüssel.
Gladiators Trier: Der komplette Spielplan
Der komplette Kader 2025/26