Toronto Raptors: Was wurde in der Offseason gemacht?
Ihren größten Move tätigten die Kanadier bereits im Februar, als man Brandon Ingram aus New Orleans loseiste und den Forward wenige Tage später mit einer Verlängerung (3 Jahre, 120 Millionen Dollar) belohnten. Bemerkenswert, denn ein Spiel hat Ingram noch immer nicht für Toronto absolviert. Eine hartnäckige Knöchelverletzung verhinderte einen Einsatz, allerdings wurden seine Dienste im Frühjahr auch nicht mehr gebraucht.
Toronto schenkte den Rest der Saison ab, um eine hohe Draft-Position zu sichern. Das gelang nur bedingt, es stellte sich heraus, dass das Team zu gut war, um effizient zu tanken. Es wurde der neunte Pick, der für Collin Murray-Boyles verwendet wurde. Der Forward könnte über Jahre ein exzellenter Verteidiger sein, der aber auch über diverse Spielmacher-Qualitäten verfügt.
Das ist ein interessantes Profil, gleichzeitig hapert es noch am Wurf. Über diesen verfügt dagegen Sandro Mamukelashvili, der die Rolle des Backup-Centers hinter Jakob Pöltl übernehmen wird und damit Chris Boucher ersetzt.
Toronto Raptors: Die Zu- und Abgänge
Zugänge: Collin Murray-Boyles (Draft), Sandro Mamukelashvili (Spurs)
Abgänge: Chris Boucher (Celtics), Colin Castleton (Osceola Magic)
Toronto Raptors: Was ist die Ausrichtung der Franchise?
Das ist die große Frage. Im Sommer musste Präsident Masai Ujiri seinen Hut nehmen, es übernahm dessen Assistent Bobby Webster. Sportliche Gründe hatte dies trotz nur 28 Siegen aber kaum. Vielmehr verfolgte die Raptors das Verletzungspech sowie ein sehr schwerer Spielplan in den ersten Monaten. In Toronto ist man zuversichtlich, dass der Kern gut genug und entwicklungsfähig ist, um eine gute Rolle zu spielen.
Der Kader ist teuer, dazu darf man einigen Spielern den nächsten Schritt zutrauen. Dazu hat man nun in Ingram einen Scorer, der für sich selbst kreieren kann. Dies gab es seit der kurzen Ära Kawhi Leonard mit Abstrichen nur durch Pascal Siakam. Um ihn, Scottie Barnes, Immanuel Quickley und Jakob Pöltl soll dieses Team aufgebaut werden.
Toronto Raptors: Wo liegen die Schwächen?
Echtes Shooting bringt von den Kernspielern eigentlich nur Quickley, der aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. Ingram fühlt sich eher in der Mitteldistanz wohl, dazu ist weiter fraglich, wie R.J. Barrett in das Kaderpuzzle passt. Toronto hat gute Spieler, aber keinen echten Superstar.
Barnes könnte das sein, doch seine Vorsaison war erschreckend ineffizient und deutet darauf hin, dass er einfach kein guter Schütze ist. Und überhaupt: Sind die Raptors eher ein Offensiv- oder ein Defensiv-Team? Eine klare Identität ist noch nicht erkennbar, was auch an den vielen Verletzungen liegt, sodass die besten Spieler bisher nur selten zusammen auf dem Parkett standen.
Toronto Raptors: Prognose
Die Raptors sind verdammt schwer einzuschätzen, vermutlich werden die Kanadier aufgrund der scheinbar schwachen Vorsaison etwas unterschätzt. Es fehlt ein Superstar, dafür gibt es aber zahlreiche gute Spieler mit interessanten Fähigkeiten.
Ob dies alles zusammenpasst, ist unklar, gleichzeitig sind die Raptors prädestiniert für einen Trade. Hier dürfte Barrett der offensichtliche Kandidat sein. Überhaupt haben die Raptors schlichtweg fast zu viele Spieler, die Rotationsminuten brauchen, das kann Probleme mit sich bringen. Gleichzeitig gibt es diverse Spieler, die einen Leistungssprung machen könnten.
Mit ziemlicher Sicherheit werden die Raptors deswegen eine bessere Runde spielen und zumindest an den Playoffs kratzen. Rund 40 Siege erscheinen möglich, das könnte in der Eastern Conference schon für die Postseason reichen.
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