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Nach Seljaas und Jackson: Wie gefährlich sind die neuen Würzburger?

kicker

Die Unterfranken gehen nach zwei historischen Spielzeiten mit Playoff-Halbfinals in Serie und Qualifikation für die Basketball Champions League in eine neue Ära. Kapitän, Herz, Motor und Identifikationsfigur Zac Seljaas ist weg, ebenso MVP Jhivvan Jackson, der die Offense mit 18,6 Punkten pro Spiel getragen hat. Diese Lücken sind gravierend: Seljaas als emotionaler Leader und hochprozentiger Playoff-Schütze (fast 60 % von außen), Jackson als einer der gefährlichsten Scorer der Liga. Beides wird nicht 1:1 ersetzt werden können, und das wird die zentrale Herausforderung für Coach Sasa Filipovski.

Würzburg: Backcourt mit Kaliber

Die Verantwortlichen in Würzburg setzen auf eine neue Hierarchie im Backcourt. Folgerichtig gab es die größte Veränderung auf den Guard-Positionen. Statt Jackson dirigieren künftig Brae Ivey, Hamburgs Topscorer und Allround-Guard (15,7 PPG, 4,8 Assists, 4 Rebounds, 1,8 Steals), der bewiesen hat, dass er als Playmaker wie als Anführer funktioniert, und Marcus Carr, der zuletzt in Israel überzeugte und mit Kanada bei der AmeriCup-Quali aktiv war, das Spiel. Zusammen mit Davion Mintz, der nach starkem Playoff-Einstand verlängerte, entsteht ein neues, physisches und vielseitiges Guard-Trio.

Ergänzt wird die Guard-Rotation mit Johnathan Stove, ebenfalls aus Hamburg, der als Scorer zusätzliche (11,9 PPG in der BBL, 14,1 im EuroCup) Firepower bringt. Der US-Amerikaner wird wohl aber meist auf der Wing-Position zum Einsatz kommen.

Ebenfalls auf den Flügeln verstärkten sich die Würzburger mit dem kanadischen Nationalspieler David Muenkat, der nach seiner Rolle als Lockdown Defender in Frankfurt bei den Würzburgern zur Entwicklung als Scorer gedrängt werden soll. Mit fast 40 % Dreierquote und seinem physischen Profil ist er ein Spieler, der über die Saison hinweg enorm an Wert gewinnen kann. Alen Pjanic bringt dazu acht Jahre Liga-Erfahrung (182 BBL-Spiele), defensive Härte und Energie. Er wird vor allem in der Rotation auf den Forward-Spots Stabilität geben.

Würzburgs neues Big-Man-Duo

Unter den Körben setzt Würzburg auf Charles Thompson (Defensive Player of the Year in England, 11,3 PPG, 7,8 Rebounds, 2,5 Blocks). Mit seinen langen Armen ist der Sohn des früheren Klitschko-Gegners Tony Thompson ein prototypischer moderner Fünfer: mobil, physisch, defensiv stark.

Neben ihm soll Eddy Edigin für Physis sorgen, der zuletzt beim MBC seine stärkste Saison hatte (8,9 PPG, 6 Rebounds). Beide ersetzen keine klassischen Scoring-Center, bringen aber defensiv und im Rebounding ein Profil, das Würzburg zuletzt etwas gefehlt hat.

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Zugänge: Lukas Herzog (Karlsruhe), Alen Pjanic (Oldenburg), David Muenkat (Frankfurt), Charles Thompson (Leicester Riders), Brae Ivey (Hamburg), Johnathan Stove (Hamburg), Marcus Carr (Hapoel Galil Elion)Abgänge: Hannes Steinbach (Washington/NCAA), Max Ugrai (Karriereende), Julius Böhmer (Göttingen), Fabian Bleck (Phoenix Hagen), Zac Seljaas (ASVEL), Bazoumana Koné (MBC), Owen Klassen (Rostock), Mike Lewis (Gravelines Dunkerque), Lukas Wank, Aubrey Dawkins (Udine)Verlängerungen: Davion Mintz (bis 2026)

Schwere BCL-Gruppe als Härtetest

In der BCL-Gruppe wartet mit Galatasaray gleich ein Finalist des Vorjahres. Auch Trieste und Bosniens Meister Igokea sind keine leichten Gegner. Der Vorteil: Würzburg hat die Erfahrung der Vorsaison, wo man die Round of 16 erreichte.

Prognose für die BBL-Saison

Würzburg hat in der Breite nachgelegt, athletisch und defensiv ein starkes Profil. Die neuen Guards sind gestandene BBL-Spieler und passen ins System Filipovski. Was fehlt, ist der "sichere 20-Punkte-Mann", den Jackson und teilweise Seljaas geliefert haben. Gelingt es Ivey, die Offense zu führen und mehrere Spieler in zweistellige Scorerrollen zu bringen, können die Baskets erneut in die Playoffs und in Europa für Furore sorgen. Aber: Die Last verteilt sich diesmal auf viele Schultern.

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