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Breakout-Teams: Springen Franz’ Magic und Wembys Spurs nach ganz oben?

kicker

Detroit Pistons

Die Pistons hätten auch der Ungeduld verfallen, Talent gegen Bewiesenes tauschen und so womöglich den Prozess beschleunigen (oder ersticken) können. Detroit entschied anders. Das Front Office wolle erst einmal sehen, wen es da genau habe, bevor ganz große Entscheidungen folgten, sagte President of Basketball Operations Trajan Langdon im Sommer. Heißt: Die Pistons wollen die Entwicklung abwarten. Von Cade Cunningham, ebenso von Jaden Ivey, Ausar Thompson und Jalen Duren. Ausgeschöpft hat sein Potenzial noch keiner der vier, wenngleich Cunningham im All-NBA Third Team und damit unter den besten 15 Spieler der Liga stand und sehr gute Playoffs spielte. Es bleibt Potenzial. Viel Potenzial.

Ivey verpasste einen Großteil der zweiten Saisonhälft mit einem gebrochenen Schienbein. Das Team gewann dennoch und zog erstmals seit 2019 in die Playoffs ein. Perfekt harmoniert haben Ivey und Cunningham bislang noch nicht. Doch die Entwicklung lässt durchaus hoffen. Vergangene Saison traf Ivey plötzlich über 40 Prozent seiner Dreier und machte damit endlich das Feld breit, damit Cunningham Pick and Rolls initiieren und sich durch Defenses manövrieren darf. Allein das verbessert die Aussichten der Partnerschaft. Zumal Ivey durch seine Geschwindigkeit und den damit verbundenen Druck auf den Ring Detroits Offense eine zusätzliche Komponente gibt, die auch Cades Leben erleichtern sollte: Defenses müssen sich auf unterschiedliche Geschwindigkeiten, auf unterschiedliche Gefahrenherde einstellen. Funktioniert das, hängen die Pistons deutlich weniger an Punkten nach Ballgewinnen und können auch im Halbfeld Defenses auseinandernehmen.

Defensiv waren sie bereits vergangene Saison elitär - weshalb die Liga durchaus (an-)gespannt auf Duren und Thompson blicken sollte. Ersterer bringt alles mit, um am Ball maximalen Druck auszuüben und Ballführende in Fehler zu hetzen - und tat das vergangene Saison auch schon häufig. Noch fehlt ein wenig das Gespür für den Moment bzw. die Routine; Dinge, die häufig mit Erfahrung kommen. Duren wiederum ließ sich in der Vergangenheit zu häufig aus der Zone locken und konnte den Ring daher nicht immer beschützen. Doch es wurde besser. Vergangene Saison blockte er laut Cleaning the Glass 2,2 Prozent der Würfe, wenn er auf dem Feld stand, gut für das 72. Perzentil unter Big Men. Duren wird im November erst 22, und Center benötigen gerade defensiv manchmal Zeit. Seine Verbesserung, gepaart mit seiner imposanten Physis erlauben durchaus Sprünge. Dazu kommen solide Neuverpflichtungen wie Duncan Robinson, der mit seinem Wurf das Feld breit machen kann, und Caris LeVert, ein verlässlicher Bankscorer, der auch für sich selbst kreieren kann.

San Antonio Spurs

Wenn der potenziell beste Spieler der kommenden Jahre zurückkehrt, passieren wahrscheinlich gute Dinge. Victor Wembenyama war bereits vor seinem Blutgerinnsel in der Schulter so gut, dass die Spurs seine Minuten gewannen. Nur ist er längst nicht fertig. Gerade offensiv durfte er vergangene Saison viel probieren. Dreier nahm er viele, traf nicht immer. Möglicherweise war es ein Hineinfühlen: Was klappt jetzt, was kann in Zukunft noch mehr funktionieren? Seine Länge, Beweglichkeit und Fußarbeit eröffnen dem Franzosen Möglichkeiten weit über den Wurf hinaus. So hat Wembenyama das Potenzial, sehr bald auch offensiv zu dominieren, wie er es defensiv bereits vergangene Saison tat.

Mit De’Aaron Fox kommt nun ein explosiver Point Guard hinzu. Wenige Spiele hatten die beiden nach Fox’ Trade aus Sacramento bereits, dann fielen beide für den Rest der Saison aus. Die Dynamik des einen dürfte mit der Länge des anderen bestens harmonieren - und umgekehrt. Nummer-2-Pick Dylan Harper bringt eine zusätzliche Komponenten ebenso Rookie of the Year Stephon Castle.

Dass die Spurs mit Kelly Olynyk und Luke Kornet nun zwei Große haben, die sowohl Wemby kurz entlasten, ohne zu viel Angriffsfläche zu bieten, als auch neben ihm spielen können, erhöht den Spielraum von Coach Mitch Johnson, der nun Vollzeit für Gregg Popovich übernimmt. Darius Vassell, Jeremy Sochan, Harrison Barnes und Keldon Johnson geben dem Kader ein gewisse Vielseitigkeit. Verbessern die Spurs ihr Shooting, sind 50 Siege nicht zwingend eine Utopie.

Atlanta Hawks

Onsi Saleh arbeitete sich nicht lange ein. Ende April folgte er auf den eben entlassenen General Manager Landry Fields, wenige Wochen später drehte er das Roster einmal (fast) auf Links. Kristaps Porzings kam via Trade aus Boston, Nickeil Alexander-Walker aus Minnesota. Dazu verpflichteten die Hawks Luke Kennard, einen der sichersten Schützen der vergangenen Jahre (über die vergangenen sechs Saison laut Cleaning the Glass immer im 91. Perzentil unter Combo Guards von draußen). Atlanta gewann Talent und Vielseitigkeit.

Alexander-Walker gilt als einer der besten Verteidiger der Liga am Ball. Nun spielt er neben Dyson Daniels, der die Disziplin womöglich noch ein wenig besser beherrscht. In Kombination können beide Trae Young schützen - oder Atlantas Point Guard hat einfach immer einen Premiumverteidiger an seiner Seite. Porzingis vereint, sofern fit, Shooting und Ringschutz, kann damit sowohl allein auf der Fünf als auch neben Onyeka Okongwu spielen, sollten die Hawks auf Größe setzen.

Entscheidend dürfte einerseits Young sein. Der spielt um einen neuen Vertrag und möchte wohl beweisen, dass er ein ambitioniertes Team führen kann; wieder führen kann, immerhin stand er mit den Hawks schon einmal in den Conference Finals. Mit den Neuen hat der Point Guard nun zusätzliche Waffen an seiner Seite, zudem mehr Defense, die ihn schützen kann.

Andererseits brauchen die Hawks Jalen Johnson. Der Forward war vergangenes Jahr eventuell ihr bester Spieler, entwickelte sich zu einem hervorragenden Wing. Nur sein Körper machte nicht immer mit. Die 70 Spiele knackte er in seinen vier Jahren NBA lediglich einmal (2022/23). Vergangene Saison stand Johnson 36 Mal auf dem Court. Im Jahr zuvor kam er auf 56 Partien. Johnson ist für die Hawks neben Young auch am kompliziertesten zu ersetzen. Oder macht Zaccharie Risacher, Nummer-1-Pick 2024, in Jahr zwei einen Sprung? Mit seiner Länge und Vielseitigkeit passt er definitiv ins Konzept. So oder so haben die Hawks im schwachen Osten mehr als realistische Aussichten auf den Heimvorteil. .

Orlando Magic

Nicht, dass die Magic über die vergangenen Jahre unter dem Radar schwebten. In diesem könnte aber bevorstehen, was viele auch für das letzte nicht ausschlossen: der große Sprung unter die - in dieser Saison zugegebenermaßen nicht allzu üppig besetzte - Elite des Ostens. Orlando könnte im Sommer vieles richtig gemacht haben. Das schwächste Dreierteam der vergangenen Saison (31,8 Prozent 3FG) holte sich einen, der über seine Karriere 41 Prozent von draußen trifft. Ein Team, dem es an Kreation von den kleinen Positionen mangelte, bekommt einen, der über die Jahre gelernt hat, Würfe für sich und andere herauszuspielen (5,4 Assists über die vergangenen beiden Jahre).

Desmond Bane soll vieles lösen in Orlando. Nicht, weil er perfekt wäre. Vielmehr, weil sein Profil ziemlich perfekt passt. Bane kann mit Ball, aber auch ohne. Den Dreier aus dem Catch and Shoot traf er vergangene Saison beispielsweise mit 42,3-prozentiger Sicherheit. Dass Bane auch selbst Richtung Zone gehen kann, zieht Aufmerksamkeit. Wovon wiederum Franz Wagner und Paolo Banchero profitieren können.

Orlandos beste erzeugten bislang nicht die großen Synergien. Müssen sie aber auch nicht. Beide sind für sich ungemein wertvoll für das Team - und können es noch mehr werden. Danke Bane sollte dafür nun mehr Platz sein; für Wagner, um mit Geschwindigkeit Richtung Zone zu gehen, sich um Gegenspieler zu drehen oder tänezln, um selbst abzuschließen oder seine Passfähigkeiten zu nutzen. Für Banchero, um rund um die Zone Defenses auseinanderzunehmen und seine Physis auszuspielen. Absinken und die Zone schließen wird für gegnerische Defense wegen Bane komplizierter.

Zudem war Assistant Coach Randy Gregory Teil des Staff von Alex Mumbru. Heißt: Er war dabei, als Wagner vom schnellen Spiel, von Möglichkeiten in Transition profitierte. Vielleicht beschleunigen die Magic ihr Spiel also. Vergangene Saison waren sie mit einer Pace von 96,51 das langsamste Team der Liga. Dass mit Tyus Jones nun ein ordnender Backup-Point-Guard zur Verfügung steht, sollte dabei ebenfalls helfen. Zumal Starter Jalen Suggs nach seiner Knie-OP womöglich nicht komplett fit zum Trainingcamp kommt. Ist er zurück, steht Orlando so gut, vor allem so ausbalanciert da, wie lange nicht. Denn verteidigen kann Bane auch und sollte die zweitbeste Defense der vergangenen Saison damit nicht wirklich schwächen - und so sind am Ende vielleicht sogar die Finals drin.

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