Houston Rockets: Was wurde in der Offseason gemacht?
Der Durant-Trade wurde schon lang und breit besprochen, doch auch unabhängig davon war die Offseason der Texaner ein voller Erfolg. Fred VanVleet bleibt dank der Neuverhandlungen nun länger und zu deutlich besseren Konditionen, der neue Vertrag von Jabari Smith Jr. (5 Jahre, 122 Mio. Dollar) ist ebenfalls sehr teamfreundlich.
Auch die Verlängerungen von Veteran Jeff Green, Aaron Holiday und Jae'Sean Tate tun der Tiefe des Teams gut. Auch auf dem Free-Agency-Markt waren die Rockets ebenfalls nicht untätig und sicherten sich mit Dorian Finney-Smith einen der besten Free Agent des Marktes. Der Forward scheint perfekt in das System von Ime Udoka zu passen, genau wie der Ex-Sun Josh Okogie, der zum Minimum ein absoluter Steal werden könnte.
Wichtig ist dazu, dass die Rockets auf den großen Positionen für langfristige Sicherheit gesorgt haben. Mit EuroBasket-Star Alperen Sengün haben sie ihren Franchise-Center ohnehin für viele Jahre unter Vertrag, nach der Verlängerung von Steven Adams (3 Jahre, 39 Mio. Dollar) werden die beiden auch in der kommenden Saison Gegner mit dem Twin-Tower-Lineup zur Verzweiflung bringen.
Neu (und altbekannt) in der Big-Men-Rotation ist dazu noch der Schweizer Clint Capela, der für drei Jahre in Houston unterschrieben hat und mit seiner Erfahrung eine wichtige Ergänzung werden könnte.
Houston Rockets: Überblick Zu-/Abgänge
Zugänge: Dorian Finney-Smith (Lakers), Clint Capela (Hawks), Kevin Durant (Suns), Josh Okogie (Suns)
Abgänge: Jalen Green, Dillion Brooks (beide Suns), Cam Whitmore (Wizards)
Houston Rockets: Was ist die Ausrichtung der Franchise?
Die Rockets sind seit ein paar Jahren komplett auf Überholspur. 2022/23 waren sie mit mageren 22 Siegen noch eine graue Maus im Osten, 2023/24 klopften sie mit 41 Siegen dann schon an der Playoff-Tür, auch wenn es knapp nicht reichte. Im Vorjahr schafften sie dann den endgültigen Durchbruch, gewannen 52 Spiele und holten sich Platz zwei im Westen.
Für den Gewinn der ersten Playoff-Runde seit 2020 reichte es dennoch nicht, die erfahrenen Warriors waren im entscheidenden Spiel 7 einfach eine Nummer zu groß. Man konnte aber zweifellos erahnen, was für ein Potenzial in diesem jungen, ungeschliffenen Team steckte. Vor allem war deutlich zu erkennen, dass ihnen in den wichtigen Momenten der Go-to-Scorer fehlte.
Jalen Green war dieser Rolle nicht gewachsen, jetzt haben die Rockets mit Durant zwar einen älternden, aber dafür auch einen der besten Shooter der NBA-Geschichte in ihren Reihen. Es lassen sich viele Argumente dafür spinnen, dass die Rockets die Warriors in der Vorsaison mit Durant klar geschlagen hätten - und das Team ist noch besser geworden.
Sengün hat bei der EM gezeigt, dass er ein absolutes Biest ist und noch mal eine ordentliche Schippe draufgelegt hat. Spannend werden auch die Personalien Reed Sheppard, Jabri Smith Jr. und Tari Eason, die nach dem Abgang von Green und Dillion Brooks allesamt mehr Spielzeit bekommen dürften.
Hier stellt sich die Frage, wer den nächsten Schritt machen und die Rolle als Co-Star neben KD und Sengün einnehmen kann. Einen starken Case dafür hat in der Vorsaison auch schon Amen Thompson gemacht. Der 22-Jährige ist einer der besten Verteidiger der Liga und hat in den Playoffs mehrfach bewiesen, dass er auch offensiv übernehmen kann. Wenn er es schafft, das regelmäßig auf den Court zu bringen, wird er zu einem echten Problem.
Als Bonus kommt noch hinzu, dass viele der Leistungsträger auf ihren Rookie-Verträgen spielen, sodass die Rockets sogar unter dem First Apron bleiben. Besser geht es kaum.
Houston Rockets: Wo liegen die Schwächen?
Aber natürlich hat auch ein so spannendes Team wie die Rockets seine kleinen Makel, von denen viele nicht neu sind. Eines der größten ist hier klar die Frage nach KDs Gesund- und Leistungsfähigkeit. Der zweimalige Finals-MVP geht mit mittlerweile 37 Lenzen in die neue Saison und hat schon die ein oder andere schwere Verletzung hinter sich. Bei den Suns hat er vergangenes Jahr gezeigt, dass er immer noch ein Top-10-Spieler ist, die Frage ist nur, wie lange noch.
Ähnlich ergeht es auch den Bigs Adams und Capela. Die beiden haben die 30 bereits überschritten und waren in den vergangenen Jahren auch nur selten verletzungsfrei. Erwischt hat es schon VanVleet, der mit einem Kreuzbandriss lange fehlen wird. So wird Amen Thompson mehr liefern müssen, aber auch der Ex-Nr.3-Pick Reed Sheppard.
Ein weiteres Thema ist das Shooting. Die Rockets waren in der Vorsaison nicht bekannt dafür, Teams aus der Halle zu schießen, sondern haben ihre Spiele über harte Defensive und schnelles Umschalten gewonnen. Von allen Playoff-Teams waren nur die Magic von draußen schwächer. Finney-Smith und Durant werden hier zwar Abhilfe schaffen, ein weiterer Wing sollte hier jedoch einen Schritt nach vorne machen.
Houston Rockets: Prognose
Die Rockets werden sich erneut mit den Thunder, Nuggets und Wolves um die beste Position im Westen streiten, es dürfte niemanden verwundern, wenn sie erneut als zweitbestes Team in die Playoffs einziehen. Dort wird es auch endlich für den ersten Seriensieg seit über einer halben Dekade reichen. Ob mehr drin ist, wird sich während der Saison zeigen. Auf dem Papier haben sie auf jeden Fall alle Waffen, um es bis in die Conference Finals zu schaffen.