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"Noch besser geworden": Warum Franz Wagner bei der EM explodieren könnte

kicker

Der 23-Jährige ist schon jetzt auf dem Papier der beste deutsche Spieler. Nie verdiente ein deutscher Sportler in der Geschichte mehr als der Berliner aktuell in der NBA (224 Millionen Dollar über fünf Jahre), nach Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki ist er der dritte legitime deutsche Star in der besten Basketballliga der Welt.

Beim DBB ist er in der Rangordnung allerdings "nur" die Nummer zwei hinter Leader Dennis Schröder. Das wird sich irgendwann ändern, bis dahin ergänzen der laute Schröder und der zurückhaltende Wagner sich auf dem Court aber wunderbar. Schröder führt durch seine Energie und seinen Siegeswillen an, Wagner durch seine unnachahmlichen Drives und sein Scoring, die ihm seinen dicken Vertrag in Orlando beschert haben.

Ohne den verletzten Moritz Wagner wird auf Schröder noch mehr Führungsarbeit zukommen, Wagner wird dagegen der wichtigste Scorer für Deutschland werden, der in engen Spielen übernehmen soll. Mumbrus System aus schnellem Umschalten, schnellen Entscheidungen und viel Pick-and-Roll ist für ihn dabei wie gemacht.

Wagner profitiert von Mumbru

"Er ist noch besser geworden. [...] Er wird im System von Alex Mumbru noch mehr die Möglichkeiten im schnellen Umschalten bekommen. Man kommt sofort ins Schwärmen, wenn man über ihn spricht", schwärmte auch Experte Per Günther bei Magenta über den Fit von Mumbru und Wagner. Der Deutsche ist einer der besten Driver der NBA und nach Giannis der vielleicht beste in dieser Kategorie in Europa.

Die Philosophie von Mumbru öffnet ihm dabei noch mehr Räume für seine Züge zum Korb. Nach jedem Ballgewinn wird sofort umgeschaltet und aufs Gas gedrückt. Tempoverschleppungen und Spiel aus den Sets, wie es unter Gordon Herbert teilweise der Fall war, gibt es unter dem Spanier deutlich weniger. "Es läuft gut an. Die Trainings waren sehr intensiv. Es gibt spielerisch unter Alex Mumbru kleine Unterschiede, die zu unserer Gruppe passen", resümierte auch Wagner nach dem zweiten Sieg gegen Slowenien bei Magenta.

Das schnelle Spiel öffnet dabei nicht nur Räume für Wagner, sondern auch für Schützen an der Dreierlinie, die der Berliner durch sein gutes Auge in Szene setzen kann. Davon hat Deutschland ja bekanntlich einige rumlaufen. Bei Wagner selbst bleibt der Wurf dagegen das vielleicht einzige Fragezeichen.

Wagner und der verlorene Wurf

Seit Beginn der Saison 2023/24 steckt der Forward in einem Shooting Slump, aus dem er einfach nicht entkommen will. In den vergangenen zwei NBA-Saisons warf er jeweils unter 30 Prozent von draußen, auch bei der Olympiade im vergangenen Sommer wollte sein Wurf nicht zurückkommen. Seine schwache Wurfleistung im Halbfinale gegen Frankreich (4/10 FG) war auch einer der Gründe für das Olympia-Aus des Teams.

"Natürlich ist der Wurf ein großes Thema", hatte Wagner auch nach dem Playoff-Aus gegen Boston im Mai bilanziert und erklärt, dass er daran in der Offseason arbeiten werde: "Wenn man zehn Dinge im Kopf hat, trifft man an diesem Tag nicht so gut. So funktioniert mein Kopf einfach. Das ist ein Problem für mich - nicht nur in der NBA, sondern in meinem Leben generell. Das wird meine Aufgabe für den Sommer sein."

Leider war diese Arbeit (noch) nicht sichtbar von Erfolg gekrönt, beim Auftakt gegen Slowenien traf er zwar direkt einen schönen Dreier, warf anschließend aber drei Fahrkarten in Folge. Seine Bewegung sah dabei sauber aus, war aber auch im zweiten Spiel nicht von Erfolg gekrönt (0/3 Dreier).

Abseits davon sah er offensiv richtig gut aus. Sein Euro Step ist nicht zu stoppen, insgesamt traf er 12/17 seiner Versuche aus dem Zweipunktebereich. Wenn jetzt noch der Wurf zurückkommt, wird er kaum zu stoppen sein. Wenn nicht, ist er immer noch einer der besten Scorer Europas.

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