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"Operation Royal Flush": FBI nennt Details zu Verhaftungen von Billups und Rozier

kicker

Illegale Sportwetten und manipulierte Poker-Spiele im Zusammenhang mit vier Mafia-Familien - auf diese Schlagzeilen hätte die NBA pünktlich zum Saisonstart sicherlich gerne verzichtet. Doch am Donnerstag machte das FBI nach etwa vier Jahren Ermittlungsarbeit unter dem Decknamen "Operation Royal Flush" Nägel mit Köpfen, nahm mehr als 30 Personen fest - darunter Chauncey Billups, als Spieler Mitglied der Hall of Fame und seit 2021 Head Coach der Portland Trail Blazers, sowie Terry Rozier von den Miami Heat.

Letzterem wird vorgeworfen, Teil von illegalen Sportwetten und der Manipulation derer mithilfe von Insider-Informationen gewesen zu sein. Unter anderem geht es dabei um eine Partie am 23. März 2023, als Rozier noch für die Charlotte Hornets spielte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 31-Jährigen vor, einem Mitangeklagten mitgeteilt zu haben, dass er sich nach dem ersten Viertel selbst aus dem Spiel nehmen würde.

Der Mitangeklagte leitete diese Information weiter und weitere Angeklagte wetteten auf das Spiel. Es wurden hohe Summen darauf gesetzt, dass Rozier eine bestimmte Anzahl an Punkten, Rebounds und Assists nicht erreichen würde. Insgesamt sollen 259.000 US-Dollar (mehr als 220.000 Euro) von mehreren Personen auf Roziers Statistiken gewettet worden sein, heißt es in der Anklage. Rozier spielte schließlich nur gut neuneinhalb Minuten, bevor er sich angeblich verletzungsbedingt auswechseln ließ.

Der New Yorker Staatsanwalt Joseph Nocella Jr. bezeichnete die Vorgänge als "eines der dreistesten Korruptionssysteme seit Online-Wetten im Sport weithin legalisiert wurden". Roziers Agent Aaron Turner bestätigte die Verhaftung seines Klienten, betonte aber, Rozier werde sich gegen die Vorwürfe wehren. Sein Anwalt Jim Trusty erklärte, Rozier sei "kein Zocker" und "freu sich darauf, diesen Kampf zu gewinnen". In einem ähnlichen Fall wurde im Frühjahr 2024 der ehemalige Raptors-Profi Jontay Porter von der NBA lebenslang gesperrt.

Manipulierte Pokerspiele mithilfe der Mafia?

Der Guard kam beim Saisonauftakt der Miami Heat in der Nacht auf Donnerstag bei der Niederlage bei den Orlando Magic (121:125) nicht zum Einsatz, stand aber im Kader. Billups dagegen coachte seine Portland Trail Blazers bei der 114:118-Niederlage gegen die Minnesota Timberwolves.

Dem 49-Jährigen wird in einer gesonderten Anklage die Beteiligung an manipulierten Pokerspielen vorgeworfen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, mithilfe von moderner Technologie Millionen von ihren Opfern bei Pokerspielen in New York City und Umgebung gestohlen zu haben. Dabei sollen auch Mitglieder von vier verschiedenen Mafia-Familien beteiligt gewesen sein.

Zudem wurde am Donnerstag auch der ehemalige NBA-Profi und Assistant Coach Damon Jones festgenommen. Er soll ebenfalls Insider-Informationen über NBA-Spiele an Wetter weitergegeben haben, unter anderem Informationen über ein Spiel der Los Angeles Lakers im Februar 2023, das LeBron James aufgrund einer Knöchelverletzung verpasste. Jones habe der Anklage zufolge schon vor der Veröffentlichung des offiziellen Injury Reports diese Information an eine andere Person weitergeleitet. Jones soll zudem an den manipulierten Poker-Spielen beteiligt gewesen sein.

„Die Integrität unseres Spiels bleibt unsere oberste Priorität.“ (Statement der NBA)

FBI-Direktor Kash Patel nannte den Schwindel "unfassbar", es handele sich um "zig Millionen Dollar", die geklaut wurden. Am späten Donnerstagabend reagierte auch die NBA auf die Verhaftungen: Billups und Rozier seien "mit sofortiger Wirkung freigestellt und wir werden weiterhin mit den Behörden kooperieren. Wir behandeln diese Anschuldigungen mit äußerster Ernsthaftigkeit, die Integrität unseres Spiels bleibt unsere oberste Priorität."

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