Löwen Braunschweig - Panik-Meter: 2/5
Nach vier Liga-Niederlagen plus Pokal-Klatsche scheinen die Löwen den Stecker noch rechtzeitig gefunden und die Kehrtwende eingeleitet zu haben: 92:71 gegen Rostock mit einem dominanten dritten Viertel (36:10-Lauf über Viertelgrenzen) und starker deutscher Bank (u. a. Obiesie/Zylka). International gab’s dazu drei Europe-Cup-Siege (98:97 gegen Anwil, 84:70 bei Trepca, danach 88:79 gegen PAOK). Das Team wirkt athletischer und hat das Tempo besser im Griff.
Einschätzung: Der Horrorstart ist dank vier Siegen aus den letzten fünf Spielen vorerst korrigiert. Stabilität über 40 Minuten bleibt die Hausaufgabe, aber der Trendpfeil zeigt klar nach oben.
Rostock Seawolves - Panik-Meter: 2/5
Nach dem Pokal-Drama folgten ein ernüchterndes 71:92 in Braunschweig und ein 75:87 in Porto (4/28 Dreier, 40 gegnerische Freiwürfe). Coach Frasunkiewicz moniert mangelnde defensive Stabilität und zu viele Fouls. Offensiv bleibt’s streaky. Schwartz & Co. brauchen verlässlichere Abschlüsse und weniger Turnover. Das Profil als physisches, balanciertes Shooting-Team greift aktuell nicht.
Einschätzung: Formdelle statt Flow. Kein freier Fall, aber Warnsignal. Wettbewerbsübergreifen mit vier Siegen und fünf Niederlagen, in der Liga allerdings bei 1-3.
EWE Baskets Oldenburg - Panik-Meter: 3/5
Nach 0-4 und heftiger Unruhe (Defensivprobleme, Ausfall Kyle Lofton) meldeten sich die Baskets im Pokal mit einem zähen 61:60 in Würzburg zurück und legten in der Liga mit Clemons’ 52-Punkte-Gala gegen den bis dahin angeschlagenen Aufsteiger aus Trier nach (108:85, höchster BBL-Output seit 1993). Offensiv ist die Ein-Mann-Welle nicht nachhaltig, aber sie verschafft Luft.
Einschätzung: Entschärft, nicht gelöst. Konstanz defensiv und Guard-Tiefe bleiben Prüfsteine. Für die EWE Baskets ist die Teilnahme am Pokal-Top-Four noch möglich, dafür bräuchte es einen Sieg in Vechta.
MLP Academics Heidelberg - Panik-Meter: 4/5
Vier BBL-Niederlagen zum Auftakt, dann der Befreiungsschlag: 85:51 gegen Tabellenführer Würzburg nach dominanter zweiter Halbzeit mit 41:17. Zuvor war mit 92:83 gegen Rytas Vilnius auch in der BCL die Negativserie beendet worden. Der Trend ist positiv. Die Identität (physisch, aggressiv, viele "Stops“) greifbar und die Defense stabiler. DJ Horne und die Weathers/Williamson-Achse geben die Richtung vor. Solange die Turnover im Zaum bleiben und die Wurfverteilung stimmt, ist Panik hier fehl am Platz.
Einschätzung: Wenn die Ballverluste im Griff bleiben, ist "Früh-Panik" fehl am Platz. Auch ein Einzug ins Pokal-Top-Four ist bei einem Sieg in Bamberg noch möglich. In der Liga stehen allerdings drei harte Aufgaben in München, bei Überraschungsteam Trier und beim aktuell ungeschlagenen Tabellenführer aus Weißenfels an, was die Situation drastisch verschärfen könnte.
Veolia Towers Hamburg - Panik-Meter: 5/5
Zehn Pflichtspiel-Niederlagen in Serie, auch im EuroCup zuletzt chancenlos: 76:95 gegen Cluj, der Einbruch im zweiten Viertel (9:29) sinnbildlich. Offensiv fehlt Verlässlichkeit im Guard-Play, defensiv kassieren die Towers konstant hohe Zahlen. Coach Benka Barloschky sprach von wiederkehrenden Einbrüchen und Strukturverlust in Runs des Gegners. Das ist inzwischen ein Muster.
Einschätzung: Alarmstufe Rot. Es braucht einen Knotenlöser. Ohne personelle/rollenbezogene Justierungen wird der Klassenerhalt schnell zum Primärziel.
Die aktuelle BBL-Tabelle