Dabei teilen wir alle 18 Bundesligisten in fünf Kategorien ein - vom Abstiegskandidaten bis hin zum Titelanwärter. Aufgrund der zumeist hohen Fluktuation an Spielern ist eine Prognose in der BBL vor Saisonstart allerdings nicht einfach, gerade innerhalb der fünf "Tiers" könnten sich noch Verschiebungen ergeben.
Kategorie 5: Abstiegskampf
18. Gladiators Trier
Nach zehn Jahren Zweitklassigkeit ist die Euphorie in Trier über die BBL-Rückkehr freilich groß. Das Personal lässt dabei durchaus Hoffnungen aufkommen. Bis auf wenige Ausnahmen konnte das Team von der Mosel seinen Aufstiegskader weitestgehend beisammen halten. Finanziell verfügt man dennoch über eines, wenn nicht das niedrigste Budget aller Bundesligisten. Die Mission Klassenerhalt wird ein schwieriges Unterfangen - wenngleich kein Unmögliches.
Der Kader der Gladiators Trier im Überblick.
17. Science City Jena
In der vergangenen Saison dominierte Jena die ProA über weite Strecken nach Belieben. Schnelles Spiel, viele Dreier, gute Trefferquote. Im Sommer stockte man die Qualität mit beeindruckendem Budget nochmal auf. Das System an die deutlich physischere Bundesliga anzupassen, wird die große Aufgabe sein. Der Klassenerhalt ist durchaus möglich. Als Neuling geht man dennoch erstmal als Außenseiter ins Rennen.
Der Kader von Science City Jena im Überblick.
16. Frankfurt Skyliners
Unter anderem mit Till Pape aus Bonn und dem ehemaligen Chemnitzer Will Christmas sorgte Frankfurt für ein paar regelrechte Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt. Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit scheinen die Hessen an Erfahrung gewonnen zu haben. Zudem hat sich das Vereinsumfeld nach der Trainer-Übernahme von Klaus Perwas spürbar beruhigt. Eine Verbesserung ist in Sicht - nach den mickrigen acht Siegen 2024/25 ist diese aber auch dringend notwendig. Ein erneuter Klassenerhalt wäre damit wohl kaum realisierbar.
Der Kader der Frankfurt Skyliners im Überblick.
15. Bamberg Baskets
Mit Ronald Segu und Noah Locke verlor Bamberg im Sommer seine beiden Topscorer. Insgesamt scheint der Kader der Franken an Qualität in der Spitze eingebüßt zu haben. Dafür setzt Trainer Anton Gavel nun mehr auf Athletik und Breite als noch zuvor. Auch angesichts der ungenügenden Vorsaison ist der Druck beim ehemaligen Serienmeister nochmal gestiegen. Die Vorbereitung lief mit sechs Siegen aus sieben Spielen hervorragend.
Der Kader der Bamberg Baskets im Überblick.
Kategorie 4: Niemandsland
14. RASTA Vechta
Der Abgang von Topscorer Brandon Randolph war abzusehen. Umso erfreulicher, dass Vechta mit Rückkehrer Tommy Kuhse einen adäquaten Nachfolger für sich gewinnen konnte. Das ans College abgewanderte Center-Talent Johann Grünloh versuchen die Niedersachen durch das Kollektiv zu ersetzen. Insgesamt wirkt Rastas Kader der neuen Saison breiter als noch zuvor. Ein Angriff auf die Playoff-Plätze wirkt dennoch etwas hochgegriffen.
Der Kader von RASTA Vechta im Überblick.
13. Syntainics MBC
Nach der gewiss besten Saison der Vereinsgeschichte, mit Pokal-Sieg und Playoff-Teilnahme, dürfte es für den MBC schwierig werden, diese Erfolge zu bestätigen. Zahlreiche Leistungsträger wendeten sich im Sommer von den Weißenfelsern ab. Positiv jedoch: mit Kapitän Charles Callison und Scharfschütze Spencer Reaves konnte man zumindest zwei Schlüsselspieler verlängern. Ein Rückschritt zur Vorsaison ist dennoch naheliegend.
Der Kader des MBC im Überblick.
Kategorie 3: Mögliche Playoff-Teams
12. Baskets Bonn
Mit verbessertem defensiven Ansatz möchte Bonn nach dem enttäuschenden 14. Platz im vergangenen Jahr an alte Erfolge anknüpfen. Die Rückkehr von Michael Kessens soll dabei ebenso helfen wie die Verpflichtung von Joel Aminu. Jenas Aufstiegsheld Zach Cooks soll für die nötige offensive Prise sorgen. Mit essentiell zehn Rotationsspielern im Kader gibt es allerdings nur wenig Spielraum für Ausfälle. Die fehlende Tiefe könnte zum Knackpunkt werden.
Der Kader der Baskets Bonn im Überblick.
11. Towers Hamburg
Mit dem größten Etat der Vereinsgeschichte wollen die Towers mal wieder einen Angriff auf die Playoffs starten. Dabei müssen die Hanseaten einen Umbruch sonders gleichen verkraften. Nahezu alle Importspieler wurden ausgetauscht, wobei der Großteil der Neuen seltene Mehrjahresverträge unterschrieben hat. Eine 1-zu-1-Kompensation von Topspielern wie MVP-Kandidat Brae Ivey ist aber noch nicht abzusehen. Stattdessen geht Hamburg mit "Jugend forscht" voran.
Der Kader der Towers Hamburg im Überblick.
10. Baskets Oldenburg
Umbrüche sind im deutschen Vereinsbasketball durchaus an der Tagesordnung. Was Oldenburg im Sommer durchmachte, ist aber völlig unverhältnismäßig. Insgesamt zwölf Spieler verließen die EWE Baskets im Sommer. Mit Predrag Krunic gelang den Norddeutschen jedoch, den einstigen Meistertrainer zurückzuholen. In (u.a.) Nicholas Tischler, Kyle Lofton und Filip Stanic tütete man dazu einige gute BBL-Transfers ein.
Der Kader der Baskets Oldenburg im Überblick.
9. Riesen Ludwigsburg
In der vergangenen Saison verpasste Ludwigsburg zu ihrer Enttäuschung die Playoffs knapp. Im Sommer verließen mit Manjon, Maldonado und Simon drei Leistungsträger die Barockstadt. Hoffnung macht das Trainertalent Mikko Riipinen, der von Absteiger Göttingen abgeworben wurde. In der ersten Pokalrunde zeigte man gegen Underdog Frankfurt Nerven, blieb aber letztlich cool.
Der Kader der Riesen Ludwigsburg im Überblick.
8. BB Löwen Braunschweig
Nach einer starken Saison mit dem dritten Platz in der Hauptrunde dürfte es für die Löwen schwer werden, an diese Erfolge anzuknüpfen. Sananda Fru, Arnas Velicka, TJ Crockett, Tre Mitchell und nicht zu vergessen Trainer Ramirez - Braunschweig verlor zahlreiche Personalien, die eng mit dem bisherigen Erfolg verbunden waren.
Der Kader der Basketball Löwen Braunschweig im Überblick.
7. Rostock Seawolves
Für eine kleine Überraschung könnten in der nächsten Saison die Rostock Seawolves sorgen. Die Hanseaten konnten viele Eckpfeiler der vergangenen Spielzeit beisammen halten. Dazu verpflichtete man in van Vliet, Klassen und Crockett jede Menge Talent. College-Absolvent und Jugend-Nationalspieler Bent Leuchten ist eine weitere sehr interessante Personalie. In der Vorbereitung schlug man sich gegen die BBL-Konkurrenz zudem außerordentlich gut (3-1).
Der Kader der Rostock Seawolves im Überblick.
Kategorie 4: Sichere Playoff-Teams
6. Academics Heidelberg
Nach ihrem überraschenden Einzug ins Playoff-Halbfinale gelang es den Heidelbergern (fast noch überraschender), die meisten Schlüsselspieler weiter an sich zu binden. Acht Vertragsverlängerungen verkündete man im Sommer - eine schier unvergleichbare Situation in der BBL. Die Abgänge von Topscorer Ryan Mikesell und Bakary Dibba wiegen dennoch schwer. Insgesamt ist man sich am Neckar einig: die Vorsaison war ein Ausreißer nach oben. Die Playoff-Teilnahme bleibt das Ziel.
Der Kader der Academics Heidelberg im Überblick.
5. Alba Berlin
Von knapp acht Millionen auf nur noch vier? Der Spieleretat von Alba Berlin soll sich zur vergangenen Spielzeit halbiert haben. Entsprechend gerupft kommt der Kader nun auch daher. Zumindest konnte Kapitän Hermansson gehalten werden. Positiv ist auch die Ergänzung von Point Guard Jack Kayil und Big Man Norris Agbakoko. Dass Alba zum engen Favoritenkreis gehören wird, muss man dennoch erstmal beweisen.
Der Kader von Alba Berlin im Überblick.
4. Würzburg Baskets
Auch in Würzburg war der Aderlass im Sommer enorm. MVP Jhivvan Jackson ging ebenso wie Publikumsliebling Zac Seeljas und College-Anwärter Hannes Steinbach. Nur rund drei Monate nach Saisonende haben die Franken aber erneut eine schlagkräftige Truppe auf die Beine gestellt. Im Backcourt bediente man sich ganz einfach in Hamburg (Brae Ivey, Jonathan Stove). Auf der großen Position soll Charles Thompson das Steinbach-Loch stopfen, der in England soeben Meister und Defensivspieler des Jahres wurde.
Der Kader der Würzburg Baskets im Überblick.
3. Niners Chemnitz
Nach einer schwierigen letzten Saison wollen die Niners nun wieder an das Topduo andocken. Dabei helfen werden ihnen ihre zahlreichen tollen Neuzugänge, wobei mit "Triple K" ein alter Bekannter zurückkehrte. Auch Ty Brewer und Kostja Mushidi verstärken den Kader der Sachsen pointiert. Negativ muss konstatiert werden, dass mit DeAndre Lansdowne (Rostock) und Kapitän Jonas Richter (Karriereende) jede Menge Identität verloren ging.
Der Kader der Niners Chemnitz im Überblick.
Kategorie 5: Titelanwärter
2. Ratiopharm Ulm
Als Talentschmiede ist die Fluktuation in Ulm gewohnt hoch. Auch in dieser Offseason verabschiedete man wieder zwei Spieler in Richtung NBA. Dazu zog es Ulms emotionalen Leader Karim Jallow in die EuroLeague zu Bologna. Wie man es von den Doppelstädtern kennt, konnte man auch in diesem Sommer wieder zahlreiche europäische Toptalente von sich überzeugen. Garavaglia, Diakite, Faye. Ulm bleibt eines der spannendsten Sprungbretter der Welt. Dazu wurde der Kader mit BBL-Erfahrung en masse aufgestockt: Sengfelder, Schoormann und Osborne. Diese Mannschaft kann sich mal wieder sehen lassen.
Der Kader von ratiopharm Ulm im Überblick.
1. Bayern München
Das Nonplusultra - auf dem Papier - bleiben allerdings die Bayern. Wenngleich ihr Etat ein Rätsel für die Öffentlichkeit bleibt - klar ist trotzdem: mit den Geldern der Münchner kann aktuell niemand auch nur ansatzweise konkurrieren. EuroLeague-Abgänge wurden mit EuroLeague-Zugängen beantwortet. Dazu stehen natürlich auch noch fünf frischgebackene Europameister in den Reihen der Roten. Einziger Wermutstropfen: die Verletzung von Carsen-Edwards-Nachfolger Rokas Jokubaitis. An den Saisonzielen ändert der möglicherweise saisonlange Ausfall allerdings nichts.
Der Kader vom FC Bayern München im Überblick.