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Prüfstein für den DBB? Was Israel für den Quali-Start so gefährlich macht

kicker

Wenn Deutschland am Freitagabend (19.30 Uhr) in Neu-Ulm in die WM-Qualifikation startet, wartet mit Israel ein Gegner, der in der Vorbereitung stärker ins Wanken geraten ist als praktisch jede andere europäische Nation, und gerade deshalb gefährlich werden kann.

Die Israelis, Weltrangliste Nummer 32, haben im ersten von bestenfalls zwölf Qualifikationsspielen kaum Zeit, sich überhaupt zu finden. Und doch besitzt dieses Team einiges an Qualität, Erfahrung und Dynamik, um einem neu zusammengestellten deutschen Kader den Abend komplizierter zu machen, als man auf dem Papier erwarten würde.

Letztes Duell als gutes Omen

Das Duell hat zudem Geschichte: Israel und Deutschland trafen in den vergangenen beiden WM-Qualifikationen (2019, 2023) bereits aufeinander. Und Israels letzter Auftritt in Deutschland liegt nur knapp drei Jahre zurück. Damals, im Qualifikationsspiel für die Basketball-Weltmeisterschaft 2023, verlor man in Heidelberg mit 80:84.

Für die Israelis ist das Spiel der Auftakt in ein FIBA-Fenster, in dem neben Deutschland auch Kroatien wartet. Ein erfolgreicher Start wäre historisch wertvoll: Die letzte WM-Teilnahme Israels datiert aus dem Jahr 1986.

Ein Team im Improvisationsmodus

Der israelische Basketball steckt seit über einem Jahr in einer Ausnahmesituation: Wegen des Gaza-Kriegs müssen alle EuroLeague- und BCL-Heimspiele der großen Klubs im Ausland ausgetragen werden. Maccabi Tel Aviv spielt weiterhin in Belgrad, Hapoel Tel Aviv in Sofia. Bereits die logistische Belastung ist enorm. Dazu kommt, dass die Spieler teils erst kurz vor dem Spiel in Deutschland ankamen. Drei Maccabi-Spieler (u. a. Roman Sorkin und Tamir Blatt) stießen erst am Mittwochabend zur Mannschaft. Ein geregeltes Training war so kaum möglich.

Nationaltrainer Ariel Beit-Halahmy hatte am Montag zunächst nur eine Handvoll Spieler im Training. Selbst Mannschaftskapitän Yovel Zoosman ist verletzt und kann lediglich moralischen Beistand geben. Natürlich fehlen auch die NBA-Profis Deni Avdija (Portland Trail Blazers) und Ben Saraf (Brooklyn Nets).

Erst am Donnerstag trainierte Israel mit annähernd vollständigem Aufgebot. Dass die FIBA die Partie aufgrund der Sicherheitslage als "Hochsicherheitsspiel" einstuft, unterstreicht die besondere Situation.

Spannende Personalien

Trotz aller Widrigkeiten reist Israel mit einigen echten Unterschiedsspielern an. Drei Akteure ragen heraus:

Tamir Blatt: Der frühere Alba-Playmaker ist erstmals seit drei Jahren zurück im Nationalteam. Nach einer "ehrlichen Aussprache" mit dem Trainer. Blatt spielt bei Maccabi eine stabile EuroLeague-Saison (6,6 Punkte, 5,0 Assists), steuert das Pick-and-Roll präzise und ist einer der besten Passgeber im europäischen Basketball. Seine Rückkehr ist sportlich und symbolisch gleichermaßen wichtig. Ob er nach dem EuroLeague-Spiel am Mittwoch voll belastbar ist, wird sich noch entscheiden.

Roman Sorkin: Der 2,08-Meter-Forward ist im israelischen Basketball in den vergangenen zwei Jahren explodiert: zweimal Meister, einmal Pokalsieger, 2024 MVP der heimischen Liga. Auch in der EuroLeague liefert er aktuell starke Werte (13,4 Punkte, 3,5 Rebounds). Israel lebt offensiv häufig von seiner Effizienz am Ring und seiner Fähigkeit, Defensiv-Rotationen zu bestrafen.

Khadeen Carrington: Der frühere Ludwigsburger Guard bringt verlässliche 12,9 Punkte im EuroCup für Hapoel Jerusalem mit. Carrington attackiert und ist einer der spielerisch besten Eins-gegen-eins-Akteure im Kader.

Ein weiterer potenzieller Faktor könnte Noam Yaacov werden. Aktuell 15,4 Punkte und 5,3 Assists bei Oostende, dazu 50 Prozent Dreierquote.

Israel ist besser, wenn es chaotisch wird

Israel spielt meist intensiv, aggressiv und mit hohem Balltempo, und sie pressen, sobald es die Rotation zulässt. "Der israelische Kampfgeist", wie der Staff es nennt, ist seit Jahren Markenzeichen dieser Mannschaft.

Der Kader ist nicht riesig, aber talentiert, und durch die Qualität der Hapoel- und Maccabi-Spieler sind kurze Runs jederzeit möglich. Israel lebt häufig vom Momentum: Wenn die Guards heiß laufen und Sorkin Gefahr erzeugt, können sie in wenigen Minuten auch mal aufholen oder selbst Runs hinlegen.

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