Als ihr Traum vom WNBA-Finale wahr geworden war, schickte Satou Sabally Grüße an den Edelfan vor dem TV-Bildschirm. "Shoutout an Nyara, sie hat es zuerst geschafft", sagte Sabally bei ESPN: "Ich versuche nur, in den Fußstapfen meiner kleinen Schwester zu folgen." Nach Nyara Sabally und Leonie Fiebich im Vorjahr könnte erneut eine deutsche Basketballerin die Meisterschaft in der besten Liga der Welt gewinnen.
Und Nyara, 25, setzte direkt den Ton für die Titeljagd, nachdem ihre zwei Jahre ältere Schwester ihren Klub Phoenix Mercury mit 21 Punkten zum entscheidenden 86:81 im Halbfinale gegen Favorit Minnesota Lynx geführt hatte. "So nämlich. Bald zwei Ringe in der Familie", schrieb die Jüngere bei Instagram. Satou Sabally wäre erst die vierte Deutsche, die einen WNBA-Meisterring ihr Eigen nennen darf. Vor Nyara Sabally und Fiebich war Marlies Askamps Erfolg aus dem Jahr 2002 lange unerreicht geblieben.
Weggang aus Dallas veränderte alles für Sabally
In der Finalserie gegen die Las Vegas Aces oder Indiana Fever, die in der Nacht zum Samstag (2 Uhr) startet und erstmals im Best-of-seven-Modus ausgetragen wird, könnte Sabally nun ihre Karriere krönen. Nichts anderes war das Ziel gewesen, als sich Deutschlands beste Basketballerin vor der Saison zum Wechsel nach Phoenix entschieden hatte. Bei den Dallas Wings, die sie 2020 in die Liga geholt hatten, glänzte sie jahrelang zwar individuell - ein Titel war ihr aber nicht vergönnt.
Der Schritt weg aus Texas Richtung Arizona veränderte alles. Während Dallas die Play-offs nach Saballys Abgang als Tabellenletzter der Hauptrunde klar verpasste, trägt die Berlinerin gemeinsam mit Alyssa Thomas die Mercury-Offensive. Im Viertelfinale räumte Sabally gar Titelverteidiger New York Liberty samt ihrer Schwester aus dem Weg, ehe sie im Halbfinale gegen Minnesota ausschaltete. Nach einer Niederlage in Spiel eins, als Sabally nur zehn Punkte auflegte, überragte sie bei den drei folgenden Siegen mit 24, 23 und nun 21 Punkten.
Für diese Momente lebt eine Unterschiedsspielerin wie Sabally. Im Frühsommer hatte die 27-Jährige gar die Europameisterschaft ausgelassen, um sich voll auf die Titeljagd mit Phoenix konzentrieren zu können. Es sollte sich auszahlen, wobei Sabally vor dem Finale der Meinung war, dass ihr Team sogar noch besser spielen könne: "Ich denke, wir sind bei 99 Prozent. Wenn wir gewinnen und uns beweisen, dann würde ich sagen, dass wir bei hundert Prozent sind." Und Satou Sabally hätte endlich ihren Titel.
Spielbericht: Sabally glänzt erneut: Phoenix zieht in die WNBA-Finals ein
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