Álex Mumbrú verpasste die erste Einheit auf finnischem Boden vor dem Turnierauftakt am Mittwoch (15.30 Uhr/RTL und MagentaSport) gegen Montenegro und wird auch den Auftakt verpassen. Wie der DBB bekannt gab, liegt er mit einem Infekt seit Montag im Krankenhaus.
Von seinen Spielern bekam er ein Genesungsvideo geschickt, während die Temperatur in der Mannschaft stündlich steigt. "Wir freuen uns jetzt einfach, dass es losgeht", sagte NBA-Jungstar Franz Wagner: "Die Vorbereitung reicht auch langsam."
Der Profi von Orlando Magic könnte sich mit einem Sieg an seinem 24. Geburtstag selbst beschenken, viel wichtiger wäre ein Erfolg zum Start aber für das große Ziel der Deutschen. "Ich fahre nicht zur EM, um nicht Gold zu holen", hatte Kapitän Dennis Schröder zuletzt klar zu verstehen gegeben. Die Erwartungshaltung hat sich nach EM-Bronze 2022 und WM-Gold 2023 unter Mumbrús Vorgänger Gordon Herbert nicht geändert.
DBB vor Montenegro: "Keine leichten Gegner"
Folglich wäre es ratsam, die Montenegriner um NBA-Spieler Nikola Vucevic von den Chicago Bulls gleich einmal zu bezwingen. "Wir wissen, dass es in so einem Turnier keine leichten Spiele gibt. Gerade der Start ist wichtig für uns", sagte Johannes Voigtmann. In der machbaren Gruppe B warten danach Schweden, Litauen, Großbritannien und der finnische Gastgeber. Dass Deutschland als einer der vier Gruppenbesten ins Achtelfinale einzieht, dürfte nach den Erfolgen der jüngsten Vergangenheit kaum bezweifelt werden.
Eine gute Platzierung ist dennoch wichtig, um in der ersten K.o.-Runde von Riga den schwierigsten Gegnern aus der Überkreuzgruppe A mit Gold-Topfavorit Serbien, der Türkei und Lettland zunächst aus dem Weg zu gehen. Anführer Schröder wollte sich solchen Rechenspielen indessen nicht hingeben. "Wir müssen uns auf uns konzentrieren", sagte der Spielmacher und fügte an: "Alle Teams in unserer Gruppe sind gefährlich."
Trotzdem dürften die Deutschen in allen Vorrundenspielen Favorit sein. Beim klaren 95:78-Erfolg gegen Europameister Spanien bei der Generalprobe in Köln fanden Schröder und Co. nach teils wackliger Vorbereitung genau zum richtigen Zeitpunkt zur EM-Form. Der schnellere Spielstil Mumbrús sitzt immer besser, Schröder und Wagner tragen das Team offensiv. Insofern hofft Voigtmann, dass die Mannschaft gegen Montenegro noch "eine kleine Schippe drauflegen und mit einem Sieg in die Eurobasket starten" kann.
Und vielleicht belohnen sich die Deutschen anschließend ja mit einem Saunagang für den Tampere, die zwischen den Seen Pyhäjärvi and Näsijärvi gelegene und mit rund 260.000 Einwohnern drittgrößte Stadt Finnlands, so berühmt ist. "Pläne", so verriet Tristan Da Silva der ARD-Sportschau, "wurden noch keine gemacht. Aber wenn man schon einmal hier ist, wird bestimmt auch mal ein Termin in der Sauna gemacht." Bis dahin geht es vor allem auf dem Court heiß her.
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