Charlotte Hornets: Was wurde in der Offseason gemacht?
Seit drei Jahren nehmen die Charlotte Horntes ununterbrochen einen der letzten drei Plätze der Eastern Conference ein. Seit 2016 war man nicht mehr in den Playoffs. Eine siegreiche Playoff-Serie hat die Stadt Charlotte seit der Neugründung im Jahr 2004 noch gar nicht erlebt. So schnell wird sich dieses Muster auch nicht ändern. Stattdessen ging es in North Carolina auch in diesem Sommer wieder hauptsächlich um eines: Rebuilding.
Dabei blieb Jeff Peterson, seit Sommer 2024 Chef aller Basketball-Angelegenheiten in Charlotte, seinem Motto treu. Mit Okogie, Gibson, Curry, Moore Jr. und Damion Baugh wurden gleich fünf Rotationsspieler an die Free Agency abgegeben. Im Gegenzug nominierte das Team sage und schreibe vier Spieler im NBA Draft. An vierter Stelle wählte man den Duke-Absolventen Kon Knueppel aus, der Ballverteiler LaMelo Ball mit seinem Shooting zur Seite stehen soll. Gepaart mit guten defensiven Anlagen könnte er sich zu einem interessanten 3-and-D-Spieler entwickeln.
McNeely (#29) und Kalkbrenner (#34) dürften für eine Auffrischung im ohnehin dünn besetzten Frontcourt verantwortlich sein. James gilt als defensivstarker Guard - eine Marktlücke in dieser Mannschaft.
Neben Mark Williams (Suns), dessen Trade erst den 29. Pick ermöglichte, wurde auch für Jusuf Nurkic ein Abnehmer gefunden. Im Gegenzug sicherte man sich die Dienste von Collin Sexton, der als Backup-Guard für den verletzungsanfälligen Ball fungieren dürfte, - sowie einen Zweitrundenpick, was als Verhandlungserfolg gewertet werden kann.
Charlotte Hornets: Alle Zu- und Abgänge im Überblick
Zugänge:Draft: Kon Knueppel (#4), Liam McNeely (#29), Sion James (#33), Ryan Kalkbrenner (#34)Free Agency: Mason Plumlee (Suns)Trade: Collin Sexton (Jazz), Pat Connaughton (Milwaukee Bucks)Extensions: Tre Mann (3 Jahre, 24 Mio. Dollar)
Abgänge:Free Agency: Josh Okogie (Houston), Taj Gibson, Seth Curry (Golden State), Wendell Moore Jr. (Boston), Damion Baugh (Phoenix)Trade: Mark Williams (Suns), Jusuf Nurkic (Jazz)
Charlotte Hornets: Alle Spieler, Verträge und Gehälter
Charlotte Hornets: Ausrichtung der Franchise
Keine Franchise der NBA war in den vergangenen zwei Jahrzehnten so eng mit Scheitern verbunden, wie die Hornets. Anstatt konsequent einen Neuaufbau zu verfolgen, trimmten die Verantwortlichen den Kader über Jahre vorschnell auf Erfolg. Jeff Peterson änderte die Herangehensweise seit seiner Übernahme im vergangenen Jahr. Die Hornets setzen nun noch stärker auf junges Talent, wobei man sich keiner Illusion schnellen Erfolgs hingibt.
Nach Jahren im Tabellenkeller der Eastern Conference ist mindestens mit einer weiteren solchen zu rechnen. Man verfügt schließlich auch über den eigenen Erstrundenpick im Sommer 2026. Statt einer Aussicht auf die Playoffs dürfen vor allem die jungen Spieler eine Menge Spielzeit erwarten. Nicht umsonst ließ man die eigene Mid-Level-Exception ungenutzt.
Charlotte Hornets: Schwächen
Die Hornets leiden unter den üblichen Problemen junger Mannschaften mit geringen kurzfristigen Ambitionen. Viele Turnover, wenig Ballbewegung. Dazu liegt nicht gerade die beste Saison hinter Starspieler LaMelo Ball, der es lediglich auf 47 Einsätze schaffte und dabei gerade einmal rund 40 Prozent seiner Würfe verwandelte. Das wäre auch das nächste grundlegende Problem des Teams. Die 43,0 FG% sind ligaweit der schlechteste Wert.
Mit Blick auf die kommende Saison dürfte kaum Licht am Ende des Tunnels sein. Die Kabine verliert mit den Abgängen von erfahrenen Spielern wie Gibson und Curry nicht nur wichtige Stimmen, sondern auch Führungspersönlichkeiten.
Der komplette Hornets-Spielplan im Überblick.
Charlotte Hornets: Prognose
Es spricht vieles dafür, dass die Charlotte Hornets auch in der kommenden Saison vor allem durch das individuelle Spiel von LaMelo Ball geprägt sein werden. Für das Publikum dürfte das weiterhin unterhaltsam bleiben, sportlich aber wohl kaum für einen nachhaltigen Aufschwung sorgen. Der Fokus des Teams wird voraussichtlich erneut stärker auf Entwicklung und Perspektive liegen - und weniger auf kurzfristigen Erfolgen. Stattdessen werden die Hornets ihr Bestes geben, um auch im kommenden Draft wieder gut entlohnt zu werden.
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