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"Slim Jesus" Muurinen: Riesiger Hype um Finnlands wilden Youngster

kicker

Aus Tampere/Finnland berichtet Robert Arndt.

Finnische Spiele erzeugen bei dieser EM Gänsehautatmosphäre, nicht zuletzt bei der finnischen Hymne. Dort werden nur die ersten zwei, drei Töne angestimmt, den Rest übernehmen die Zuschauer auf den Rängen selbst - und das sehr laut. Ähnlich laut wird es zumeist nur, wenn Finnlands NBA-Star Lauri Markkanen vorgestellt wird, doch auch beim nächsten Spieler ist der Jubel meist groß.

Die Nummer 24 trägt bei den Finnen Miika Muurinen, Spitzname "Slim Jesus", 18 Jahre alt und gut 2,10 Meter groß. Der Youngster ist ein echter Schlacks mit Wuschelhaaren und einem bereits volltätowierten rechten Arm, der zwar meist weniger als zehn Minuten spielt, doch diese Minuten sind oft "laut". Alles, was Muurinen tut, ist wild, positiv wie negativ. Sein Fastbreak-Dunk gegen Großbritannien war eines der Highlights dieser EM und riss die Fans aus den Sitzen.

Bei einem Fanfest wenige Tage später malte ein Künstler den Moment nach und erreichte Muurinen ein gerahmtes Bild davon. Der Muurinen-Hypetrain rollt, "Slim Jesus" ist aller Munde. Den Spitznamen bekam Muurinen übrigens von einem amerikanischen Influencer verpasst und dem Youngster gefiel es. Sein Urteil: "Ich kann zwar nicht Wasser zu Wein machen, aber ich kann ein paar Sekunden über Wasser laufen, wenn ich schnell renne."

Muurinen: Spektakel ist immer garantiert

Auf den Mund gefallen ist der Forward definitiv nicht, gegenüber den finnischen Kollegen gab er an, dass es sein Ziel sei, gegen Deutschland einmal über Franz Wagner zu dunken. Ob er die Chance dazu bekommt? Gegen Litauen setzte Finnlands Coach Lasse Tuovi den 18-Jährigen tatsächlich in den Schlussminuten ein, als die Finnen vier Power Forwards gleichzeitig auf dem Feld hatten.

Muurinen hatte hier wieder einige gute Momente - einen Putback-Dunk, einen Steal mit Dunk im Fastbreak, ein Offensiv-Rebound. Auf der anderen Seite standen aber auch ein fieser Airball von der Dreierlinie oder ein unnötiges unsportliches Foul fünf Minuten vor Schluss, was die finnische Aufholjagd etwas torpedierte.

Muurinen: Er muss noch reifen

Die Finnen leben damit, das bestätigte auch Sportdirektor Henrik Dettmann im Gespräch mit basketball-world.news: "Wir wissen, dass sein Temperament eine Stärke von ihm ist. Wenn er es aber übertreibt, wird diese Stärke aber zu einer Schwäche. Er muss lernen, eine Balance in seinem Spiel zu finden. Für junge Spieler ist das aber völlig normal, nicht nur für Miika."

Seinem Spiel fehlt noch die Balance, spektakuläre Blocks und Dunks wechseln sich mit Fouls und Unkonzentriertheiten ab. Finnische Kollegen berichten zudem, dass bei Interviews inzwischen vom Verband auch mal ein Aufpasser an die Seite gestellt wird.

Die Anlagen sind aber alle da, kein Wunder, schließlich waren seine Eltern beide finnische Nationalspieler und beide auch unter anderem in Deutschland aktiv. Muurinen ist ähnlich groß wie Markkanen, bewegt sich aber noch flüssiger. Dazu kommen endlos lange Arme und eine erstaunliche Sprungkraft. Mehrfach sah man es bei diesem Turnier, wie der Youngster mit seinen ellenlangen Armen in den Passweg spritzte und ohne Probleme dunken konnte.

Muurinen: Der Weg wird in die NBA führen

Man muss nicht viel Fantasie dafür besitzen, um sich Muurinen in der NBA vorzustellen. Derzeit läuft er noch für eine High School in Arizona auf, 2026 wird er aufs College wechseln und durch einen NIL-Deal ein Vermögen bescheren. Sieben Top-Unis haben Angebote hinterlegt, Ende des Jahres will er eine Entscheidung treffen.

Bis dahin ist noch eine Weile Zeit, das Spiel gegen Deutschland könnte ein weiteres Empfehlungsschreiben werden. Womöglich wird er wieder nicht viel spielen, doch wenn er auf dem Feld steht, wird man es in der Halle oder vor dem Fernseher spüren. Und das muss nicht einmal ein Dunk über Franz Wagner sein.

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