Um 12 Uhr Ortszeit trat die Türkei am Samstag gegen Schweden an - und brauchte etwas Anlaufzeit, um am Ende knapp mit 85:79 zu gewinnen. Die Türken fanden schnell einen Schuldigen für die lange mäßige Leistung der eigenen Mannschaft - den Verband.
"Wer ein ungeschlagenes Team am morgen ansetzt, dann passiert eben so etwas", ärgerte sich Trainer Ergin Ataman. "Es gibt einen Biorhythmus und es ist schon das zweite Mal, dass die FIBA so einen Schwachsinn mit uns gemacht hat. Das ist eine unglaubliche Absurdität", wütete der Coach weiter. "Ich kritisiere hier die FIBA stark, aber sie haben ihr Ziel nicht erreicht."
Aber nicht nur Ataman ärgerte sich über die Tip-Off-Zeit, auch NBA-Star Sengün war nicht zufrieden. "Wenn man um 12 Uhr ein Spiel ansetzt, dann hat jedes Team eine Chance", meinte der Center der Houston Rockets. "Eigentlich sind wir ein viel besseres Team als Schweden (…) Sie haben es gut gemacht, aber wir haben nicht aufgegeben und gewonnen."
Ataman kritisiert FIBA direkt
Schweden führte zu Beginn des vierten Viertels mit bis zu sieben Punkten und auch drei Minuten vor Schluss war noch alles ausgeglichen. Am Ende machte die individuelle Klasse von Sengün den Unterschied aus. Die Türkei kam mit dem Schrecken davon und ist zusammen mit Deutschland das einzige noch ungeschlagene Team bei dieser Europameisterschaft.
Ataman nutzte jedoch seine Bühne, um weiter gegen den Verband zu schießen. "Die FIBA sollte darüber nachdenken, wie man dieses Turnier besser gestalten kann, nicht nur im Hinblick auf die Tip-Off-Zeiten. Es gibt Teams, die nur noch zehn Spieler im Kader haben (…) Es ist 2025, es gibt Leute, die auf dem Mond waren", holte Ataman aus.
"Wir müssen etwas ändern. Die FIBA sollte Kader von 14 oder 15 Spielern erlauben oder zumindest des Teams mehr Handlungsspielraum gewähren", meinte der Türke. Derzeit sind nur zwölf Spieler erlaubt, Nachnominierungen wie im Handball oder Eishockey gibt es im Basketball jedoch nicht.
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