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Unsere All-Stars 2026: Franz Wagner wird zum Opfer einer Formsache

kicker

Es ist Zeit für eine neue Ära. Um das einmal vorwegzunehmen: Bei uns wird erstmals seit der Adenauer-Administration kein Platz im Spiel an LeBron James gehen - selbst wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass der größte Spieler seiner Zeit wahrscheinlich auf anderem Wege doch irgendwie an den Feierlichkeiten teilnehmen wird und vielleicht sogar sollte.

Hier geht es um die sportlichen Leistungen, in dieser Spielzeit. Und da gibt es schlichtweg zu viele gute Kandidaten. (Nun … in seiner Conference zumindest.)

Und noch ein Hinweis: Wir versuchen, uns an die Regeln der Liga zu halten. Die da wären: Zwölf Spieler pro Conference, wie gehabt. Positionen egal (wir werden im Zweifel trotzdem darauf achten, nicht ausschließlich Guards im Team zu haben). Und: Es sollen am Ende 16 US-Spieler und acht Internationale sein, für das neue Format.

Ist diese Auflage praktikabel, sinnvoll, fair? Das kann an anderer Stelle debattiert werden. Hier kommen die All-Stars!

Eastern Conference

Starter: Tyrese Maxey, Donovan Mitchell, Cade Cunningham, Jaylen Brown, Giannis Antetokounmpo

All diese Spieler sind als All-Stars nicht verhandelbar. Giannis hat zwar einige Spiele verpasst, ist jedoch der beste Spieler der Conference und macht die Bucks, wenn er auf dem Court steht, von einem Lottery-Team zu einer richtig guten Mannschaft (+7,2 Net-Rating!). Cunningham ist der Anführer des besten und konstantesten Ost-Teams, Brown führt die ziemlich überraschende Nummer zwei an, mit seiner mit großem Abstand besten individuellen Saison.

Anstelle von Maxey oder Mitchell würde der eine oder andere vielleicht Jalen Brunson erwarten, dessen Knicks zumindest etwas besser unterwegs sind als Philly oder Cleveland. Der Unterschied bei den Siegen ist jedoch nur noch marginal, nachdem New York zuletzt doch merklich wackelte, und individuell holt Brunson aus dieser Spielzeit nicht mehr heraus als die beiden anderen.

Maxey hat bei den Stats die Nase vorn, punktet, assistiert mehr und ist dabei etwas effizienter. Er muss starten. Mitchell führt aus diesem Trio bei der Effizienz. Genau wie Maxey ist er zudem ein besserer Verteidiger als Brunson, der in dieser Kategorie den Advanced Stats (und dem Eye-Test) zufolge einer der schwächeren Guards der Liga bleibt. Natürlich werden wir für den MVP des NBA-Cups (!) trotzdem einen Platz finden.

Reserve: Jalen Brunson, Derrick White, Norman Powell, Michael Porter Jr., Jalen Johnson, Scottie Barnes, Jalen Duren

Es gab schon leichtere Aufgaben. Brunson und auch Johnson wären mit ihren Zahlen und Situationen in jedem Jahr gute Kandidaten (wenngleich Johnsons Hawks erneut nicht einmal mittelmäßig unterwegs sind), das restliche Teilnehmerfeld ist jedoch zum Teil mit Spielern gefüllt, bei denen man normalerweise von Fringe-Cases sprechen könnte.

Barnes‘ Zahlen (20, 8 und 6 plus knapp 3 Stocks) wirken nicht übermäßig laut, der Forward ist jedoch der wichtigste Spieler eines 4-Seeds in der Conference, spielt effizienter denn je und verteidigt auf All-Defensive-Team-Niveau. Porter Jr. und Powell legen überragende Scoring-Saisons hin bei Teams, die ohne ihre Produktion verloren wären.

(Die Nets sind auch mit MPJ "verloren", stehen bei 12-28 und werden wahrscheinlich auch nicht mehr übermäßig viele weitere Spiele gewinnen. Er ist ein heißer Trade-Kandidat. Er ist aber auch der siebtbeste Scorer der Conference und rangiert in der ligaweiten Top 20 bei nahezu allen Einzahlmetriken. 26-8-3, bei 63% True Shooting, das ist ein All-Star!)

Duren und White sind essenzielle Bestandteile der beiden besten Teams im Osten. Whites Effizienz ist zwar seit einem kalten Saisonstart im Keller (nur 53,2% True Shooting), er bleibt trotzdem vorne wie hinten einer der komplettesten Guards der Liga und Jahr für Jahr ein Liebling der Advanced Stats (97. Perzentil bei Estimated Plus/Minus, zum Beispiel). Früher oder später muss das wenigstens einmal durch eine All-Star-Nominierung honoriert werden.

Duren, White, Porter und Powell profitieren dabei beide noch von einer anderen Tatsache. Sie sind Amerikaner … da wir nur auf acht Internationals kommen dürfen und der Westen voll ist mit "Ausländern", die nicht verhandelbar sind, finden wir keine Plätze für Karl-Anthony Towns und Franz Wagner, bei dem erschwerend hinzukommt, dass er aufgrund seiner Verletzungspause nur 26 Spiele absolvieren konnte.

Nächstes Jahr sollte der Berliner dann aber mal an der Reihe sein! Die Leistungen selbst waren wie schon im vergangenen Jahr nicht das Problem.

Western Conference

Starter: Shai Gilgeous-Alexander, Luka Doncic, Anthony Edwards, Victor Wembanyama, Nikola Jokic

Hatten wir erwähnt, dass der Westen voller nicht verhandelbarer Internationals ist? In die Starting Five müssen gleich vier davon. Der beste Scorer, die beiden besten Spieler, der beste junge Star (und beste Verteidiger) … und Edwards, der das Quintett als einziger Amerikaner vervollständigt.

Auch an Ant gibt es kein Vorbeikommen. Obwohl er in Minnesota auf eine neue Rolle umschulen musste und nun oft den Point Guard geben muss, legt er die beste und effizienteste Saison seiner Karriere hin. Die Wolves sind nicht nur wegen ihm so gut (die On/Off-Zahlen sehen ihn wegen der Defense sogar negativ), es besteht aber kein Zweifel daran, wer hier vorangeht.

Außerdem gehört sein Game eher in ein solches Spiel als das von Rudy Gobert oder Julius Randle …

Reserve: Stephen Curry, Jamal Murray, Deni Avdija, Kawhi Leonard, Kevin Durant, Chet Holmgren, Alperen Sengün

Selbst ohne LeBron gibt es noch genug Oldies, die ihren Platz ins Team finden müssen. Steph bleibt ein Phänomen und legt seine beste Scoring-Saison seit 22/23 hin. Er hätte sogar einen leisen Starter-Case gegenüber Edwards. Durant bleibt ebenso eine Bank und scheint dabei anders als in Phoenix sogar mal wieder Spaß am Spiel zu haben.

(Apropos Phoenix: Devin Booker ist unser schmerzlichster Cut und wäre in der Eastern Conference ein Lock gewesen!)

Die Ü30-Fraktion wird außerdem noch von Leonard repräsentiert, der nach seiner Verletzungspause Ende November zurückkehrte und nun seit einigen Wochen den vielleicht besten Basketball seiner Karriere spielt. Kein Witz: Seit Anfang Dezember legt Kawhi 30, 7 und 4 bei 49% aus dem Feld und 39% von der Dreierlinie auf und holt 2,4 Steals pro Spiel.

In diesem Zeitraum haben die auf einmal heißen Clippers sogar eine richtig gute Bilanz (13-8). Aktuell muss Kawhi schlichtweg dabei sein. Zumal die Clippers das Spiel ja ausrichten und alle Welt noch immer darauf wartet, ob und wann die Liga eine Strafe aufgrund des Aspiration-Skandals ausspricht …

Wir machen mit den Internationals weiter. Murray (26, 7 und 4 mit 49/45/89-Splits) hat die Nuggets auch in den Wochen ohne Jokic gut auf Kurs gehalten und spielte von Beginn an die beste Regular Season seiner Laufbahn; es wird Zeit, dass er den Titel des "besten Spielers der Geschichte ohne All-Star-Teilnahme" endlich ablegt.

Avdija ist der Grund, warum die Blazers trotz diverser Ausfälle eine .500-Bilanz ihr Eigen nennen; das Spiel des Israelis entwickelt sich sprunghaft immer weiter, niemand ackert sich so unermüdlich immer wieder Richtung Korb durch, nur Luka zieht mehr Freiwürfe (10 pro Spiel). 26, 7 und 7 im Schnitt sind nicht nur All-Star-, sondern eigentlich auch All-NBA-Zahlen.

Sengüns Konstanz ist über die letzten Wochen aufgrund einiger Ausfälle ein wenig eingebrochen, was zu den Schwierigkeiten der Rockets sicherlich beigetragen hat. Der Türke spielt dennoch eine starke Saison, ist der wichtigste Playmaker seines Teams und hat sich sowohl beim Scoring als auch defensiv gesteigert.

Den finalen Platz in dieser Aufzählung - nicht aber vom sportlichen Wert her - bekommt Holmgren, der in seinem Team nie die lautesten Zahlen auflegen wird (wobei 18, 9 und 2 Blocks mit brutaler Effizienz und noch besserer Defense auch nicht direkt flüstern), vom Impact her aber Spiele beeinflusst wie kaum jemand sonst.

Beim EPM belegt Holmgren Platz 7 ligaweit, als Beispiel. Bei den Win Shares rangiert er auf Platz 9. Seine Kombination aus Shotmaking und unglaublicher defensiver Vielseitigkeit macht ihn zu einem Cheatcode, wie es ihn in der Liga sonst kaum - vielleicht nur einmal - gibt. In diesem Jahr übernimmt er den Platz von seinem Teamkollegen Jalen Williams.

NBA: So steht es in den Conferences