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Was der Ausfall von Voigtmann für die Medaillen-Chancen des DBB bedeutet

kicker

Aus Tampere/Finnland berichtet Robert Arndt.

Diese Nachricht kam aus dem Nichts. Noch am Sonntag sah man Johannes Voigtmann durch Tampere laufen, bevor wenig später die Meldung kam, dass der Big Man des FC Bayern zur Untersuchung nach München fahren würde. Während des Rekordsiegs gegen Großbritannien sickerte langsam durch, dass Voigtmann für die EM nicht mehr zur Verfügung stehen werde.

Das DBB-Team verliert damit nicht nur einen Starter, sondern auch seinen Vize-Kapitän und eine wichtige Stimme in der Kabine. Mit 128 Länderspielen hat niemand im Kader mehr Erfahrung als der 32-Jährige, für den es womöglich das letzte große Turnier war. Schon nach Olympia dachte der gebürtige Eisenacher über einen Rücktritt nach, es ist völlig unklar, ob er die WM 2027 noch einmal in Angriff nehmen möchte.

Sportlich nahm sein Wert zwar etwas ab, doch in großen Momenten war der Big Man stets zur Stelle - nicht zuletzt im WM-Finale 2023 gegen Serbien, als er mit zwölf Punkten und acht Rebounds eine wichtige Rolle einnahm und einen großen Anteil hatte, dass das DBB-Team den Pokal letztlich in die Höhe recken konnte.

"Joe ist so ein genialer Spieler, so smart und so ein Leader", sagte Namensvetter Thiemann bei MagentaSport. "Das ist schwer zu ersetzen. Das Spiel wird sich ohne ihn jetzt ändern, wir sind aber trotzdem noch tief genug, um weiter gut spielen zu können."

Voigtmann-Ausfall: Deutschland wird kleiner

Besser hätte man es nicht ausdrücken können. Voigtmann hat weiterhin Qualitäten, die sonst im Kader keiner hat, doch der neue Spielstil ist nur bedingt auf die Stärken des Centers ausgerichtet. Das DBB-Team will schnell umschalten, in der Defense aggressiv den Ballhandler attackieren und Druck ausüben - nicht unbedingt Dinge, für die Voigtmann bekannt ist.

Während der Vorbereitung und zum EM-Auftakt wirkte es ohnehin so, dass der Center nicht sehr spritzig war. Im Spiel gegen Schweden setzte Voigtmann ganz aus und spielte gegen Litauen nur 16 Minuten. Besser lief es stattdessen, wenn Deutschland nur mit einem oder mit zwei mobilen Big Men auflief.

In den Spielen ohne Voigtmann nahm Isaac Bonga den Platz in der Starting Five ein, das dürfte auch für den Rest des Turniers der Fall sein. Bonga sieht sich selbst als das "Schweizer Taschenmesser" im deutschen Team, er steht sinnbildlich für den neuen Speed im DBB-Team. Flexibel und aggressiv als Verteidiger, schnell im Umschalten und ein solider Schütze von der Dreierlinie.

Voigtmann-Ausfall: Alternativen stehen parat

Die deutsche Mannschaft sah oft dann am besten aus, wenn sie auf der Vier - diese Position wird Bonga bekleiden - mobil besetzt sind. Ohne Voigtmann wird das noch häufiger der Fall sein. Mit Thiemann sowie den da-Silva-Brüdern gibt es weitere Alternativen für diese Position, sodass man weiter auch wieder groß spielen kann.

Überhaupt nominierte Bundestrainer Alex Mumbru insgesamt sechs Spieler für die großen Positionen, eine gute Wahl, wie sich nun herausstellt. Es sollte Deutschland die nötige Tiefe geben, um weiterhin auf alle Eventualitäten reagieren zu können. So bitter das für Voigtmann ist, es ist nicht vergleichbar mit dem serbischen Ausfall von Bogdan Bogdanovic.

Das DBB-Team verliert einen Leader, doch das sollte diese gefestigte Mannschaft aber wegstecken können. Sportlich hat Deutschland - wie Thiemann richtig feststellte - trotz allem weiter das Zeug, eine Medaille zu gewinnen.

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