Dass die Kings auch vor der berichteten Einigung mit Westbrook ein recht ungewöhnliches Team waren, wurde im Sommer oft genug breitgetreten. Einige Scorer wie Zach LaVine und DeMar DeRozan, ein Center in Domantas Sabonis, der im Passspiel seine Stärken hat und irgendwie sollte da auch Dennis Schröder mit integriert werden.
Fragezeichen? Jede Menge! Wer ist hier eigentlich der Go-to-Guy? Gibt es genügend Bälle? Und wer spielt eigentlich außer Schröder (das fordert die Franchise) Defense? Mit Westbrook wurde auf dem letzten Drücker nun ein ehemaliger MVP dazugeholt, der eher nicht die Antwort auf diese Fragen ist, sondern sie womöglich sogar verschärft. Der gerne zitierte Fit ist eigentlich nicht gegeben. Westbrook wirft nicht konstant, er diktiert selbst gerne das Tempo, seine Verteidigung ist wechselhaft. Gleichzeitig: Wo liegt hier eigentlich das Risiko?
Genauer gesagt ist es recht gering. Sacramento hat kein Team mit vielen jungen Spielern, denen Westbrook Minuten nimmt. Die Kings wären nicht eines der schlechtesten Teams gewesen, echte Chancen für einen direkten Playoff-Platz waren und sind gering. Westbrook ist dagegen weiter ein solider NBA-Spieler, der immer Vollgas gibt - mit allen seinen angesprochenen Höhen und Tiefen.
Was haben die Kings zu verlieren?
Vielmehr ist es ein Schwinger, um womöglich doch eine gute Rolle zu spielen. Die Kings haben kaum Flexibilität, sie haben wenig Upside. Warum also nicht durch solch eine Transaktion versuchen, das Mittelmaß zu durchbrechen. Ob es klappt, steht auf einem anderen Papier. Der bald 37-Jährige verbuchte im Vorjahr 13,3 Punkte, 4,9 Rebounds und 6,1 Assists in der Regular Season, zu diesem Zeitpunkt sind Spieler wie Westbrook eigentlich nicht mehr verfügbar.
Stattdessen ist Westbrook eine weitere Option für ein Jahr auf der Spielmacherposition. Läuft deswegen Schröder Gefahr, weniger zu spielen? Das ist möglich, allerdings dürfte diese Verpflichtung wenig bis keinen Einfluss auf dessen Rolle in Sacramento haben. Vermutlich werden die beiden sich die Point-Guard-Position teilen.
Letztlich ist es ganz simpel. Passen die Teile nicht zusammen, wird das neue Regime um Scott Perry reagieren und einen Umbruch einleiten. Der Vertrag über 3,5 Millionen Dollar von Westbrook wird dann kein Hindernis sein. Viel strafen die Kings ihren Kritikern Lügen, vielleicht aber bewegt sich Sacramento aber auch wieder hin zu den alten Chaostagen. Mit diesem beinahe explosiven Kader, gepaart mit einem unberechenbaren Besitzer in Vivek Ranadive, erscheint in dieser Hinsicht vieles möglich.
Die Gehälter der Sacramento Kings (in Mio. Dollar)
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