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Zu viele Teams bei der EM? Warum der Basketball woanders ansetzen muss

kicker

Mit 120:57 gewann Deutschland gegen Basketball-Zwerg Großbritannien, in Gruppe C bekam Außenseiter (und Gastgeber) Zypern fünfmal mit mindestens 27 Punkten auf die Mütze. Es sind nur zwei Beispiele für teils sehr einseitigen Spiel in der Gruppenphase.

In bisher 54 Partien war die Differenz in nur 16 Spielen am Ende einstellig, stattdessen hagelte es vor allem in Riga (Gruppe A) und Tampere (B) Blowouts, in dem das Spiel schon zur Halbzeit entschieden war. Echte Gipfeltreffen waren in der Vorrunde rar gesät, am ehesten gefiel noch die Staffel in Limassol durch diverse Überraschungen und einigen Wendungen.

Deutschland war dagegen schon nach dem dritten Spiel für das Achtelfinale qualifiziert, gleiches galt für Teams wie Serbien und die Türkei. Trotzdem blieben noch zwei weitere Gruppenspiele.

Basketball-EM: Das Problem mit der Qualifikation

"Das Thema ist nicht neu, doch irgendwann ist dann doch mal der Punkt, an dem es so nicht weitergehen kann: Es sind zu viele Spiele, wir werden verheizt“, mahnte Justus Hollatz in seiner Kolumne für die Homepage seines Klubs Bayern München an. Das Thema ist nicht neu, nur ändern sich nicht viele Dinge - und wenn, nicht die nötigen.

Es ist einfach zu sagen, dass 24 Teams bei einer EM zu viel sind. Hier sind sich viele einig und doch wird sich daran nichts ändern. Die Mehrheit in der FIBA Europe stellen nun einmal die kleinen Nationen und sie werden mit Sicherheit nicht ihre Chancen auf eine Qualifikation gefährden.

Gleichzeitig sind 24 Mannschaften auch eine Sicherheit für große Nationen. Man muss nur einmal schauen, wer in der Qualifikation alles für Deutschland auflief, weil sämtliche NBA-Spieler sowie manchmal auch EuroLeague-Spieler nicht mitwirken konnten. So verlor Deutschland zum Beispiel in Schweden, ein Team, welches man in voller Stärke mehr als deutlich schlug.

Wären es zum Beispiel nur 16 Teams bei der EM gewesen, hätte sich die Türkei oder Georgien gar nicht qualifiziert. Das eigentliche Problem der Belastung ist eher an anderer Stelle zu finden. Die NBA-Saison wird gerne angeführt, doch in Europa ist die Belastung nicht kleiner, wenn nicht sogar höher.

Die Spieler werden bei ihren Klubs verheizt

Die Spieler des FC Bayern München feierten erst Juni ihren Meistertitel, einen Monat später ging schon wieder die DBB-Vorbereitung für die EM los. Dazu dauert es auch nur gut zwei Wochen, bis nach dem EM-Finale die nächste EuroLeague-Saison startet - und das direkt mit einem Doppel-Spieltag. Und warum? Weil die EuroLeague auf 20 Teams aufgestockt hat und noch einmal vier Spiele mehr in den ohnehin schon rappelvollen Kalender gepackt hat.

Es wird auch dafür sorgen, dass die Bayern-Spieler mit großer Wahrscheinlichkeit in den Länderspiel-Fenstern der WM-Qualifikation im November und Februar nicht spielen werden, weil gleichzeitig Spiele in der EuroLeague angesetzt sind. Die FIBA und die privat betriebene EuroLeague kommen weiterhin auf keinen gemeinsamen Nenner, vieles davon wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen.

Solange dieser Zwist, der nun seit vielen Jahren schwelt, nicht gelöst wird, dürfte sich wenig verbessern. An dieser Stelle sei auch der Podcast von Kannst du so nicht sagen mit Gast Maodo Lo empfohlen, der dort seinen Sommer beschreibt und letztlich nur neun Tage Urlaub hatte.

Basketball-EM: Der Spielplan wurde bereits entzerrt

Der Basketball dreht sich seit Jahren im Kreis, die Verbesserungen sind minimal. Immerhin: Früher wurden bei Europameisterschaften teils vier Spiele in fünf Tagen ausgetragen, das ist Geschichte. Maximal neun Spiele in 19 Tagen sind noch im Rahmen, auch weil sich die Reisen in Grenzen halten.

Blowouts wird es weiterhin geben, die gab es schon immer. Es fällt nur jetzt auf, weil es nun Deutschland ist, die mit Leichtigkeit durch die Gruppe pflügten. 16 Teams würden sicherlich reichen, doch das wird einfach nicht passieren. Man muss schließlich nur in den Fußball schauen, wo es auch immer mehr wird und nicht weniger.

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