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Zwischen Hunger und Druck: Mumbru führt Deutschland in eine neue Ära

kicker

Alex Mumbru war sieben Jahre alt, als ein Kinderarzt in Barcelona seine Welt veränderte. "Er schaute meine Eltern an und sagte ihnen: Wissen Sie, Ihr Sohn könnte ziemlich groß werden", erzählte der heutige Bundestrainer der Sports Illustrated: "Wie es oft so ist, meinten dann plötzlich alle: Dann musst du Basketball spielen. Also fing ich einfach an." Eine Entscheidung, die er nie bereuen sollte.

An der Seite von Rudy Fernandez und der Gasol-Brüder prägte der Junge von einst, mittlerweile auf 2,02 Meter aufgeschossen, Spaniens goldene Generation. Weltmeister 2006, Olympia-Silber 2008, Europameister 2009: Seine glorreichen Zeiten als Spieler haben bei Mumbru einen unstillbaren Hunger genährt. Hat man diese Momente einmal durchlebt, sagte der 46-Jährige, "will man immer weitermachen".

Nicht umsonst übernahm Mumbru 2018 sofort nach seinem Karriereende als Aktiver bei Bilbao Basket, wo er zuvor gespielt hatte. Schnell führte er den Klub in die erste Liga. Später sammelte er in Valencia erste Trainererfahrung in der EuroLeague, die ihn letztlich auch für den Deutschen Basketball Bund (DBB) attraktiv gemacht haben dürfte.

Nachfolger des Weltmeister-Coachs Gordon Herbert

Doch die Fußstapfen von Weltmeister-Coach Gordon Herbert, den Mumbru im Vorjahr beerbt hatte, sind riesig. Nach EM-Bronze 2022, WM-Gold 2023 und Platz vier bei Olympia wird von Mumbru bei der EM (ab 27. August) eine Medaille erwartet. Doch genau in solchen Situationen blüht er auf. "Ich lebe mit dem Druck und liebe ihn", sagte er der taz.

Der Vollbluttrainer, der mit seiner Frau und den Kindern in Barcelona lebt, ist ein Workaholic. "Ich möchte bei meinen Kindern sein und mit ihnen spielen. Die Wahrheit ist aber, dass dafür nicht viel Zeit bleibt, weil ich viel über Basketball nachdenke und viel reise", sagte er im Interview mit basketball-world.news. Mal in der Heimat, dann wieder im Büro in Hagen, in Berlin oder München, oder gar in den USA bei den NBA-Stars.

Mit dem DBB auf dem Weg zur EuroBasket 2025

Aktuell stellt Mumbru die Deutschen in München auf die EM ein, am Donnerstag (21.00 Uhr/MagentaSport) in Madrid und Samstag in Köln warten in den finalen Testspielen "seine" Spanier. Die Vorbereitung lief bislang aber holprig, da die Mannschaft noch mit Mumbrus Spielstil fremdelt. Legte Herbert Wert auf eine Hierarchie mit klaren Rollen, will Mumbru, der Tattoos auf der Haut trägt und gerne spanischen Rock hört, etwas mehr Anarchie zulassen.

Der Ursprung liegt in Mumbrus eigener Vergangenheit, in der er als Rollenspieler neben den Superstars glänzte. Er sei ein "Dog" gewesen, sagte DBB-Kapitän Dennis Schröder, also übersetzt so etwas wie ein Kampfschwein. "Er will Leute haben, die drei, vier, fünf Minuten Gas geben", führte Schröder aus, "und dann kann der nächste von der Bank kommen, der versucht, das andere Team zu destroyen (dt. zerstören/d. Red.)."

Dies war in den bisherigen Testspielen zu besichtigten, wobei Mumbru auch Kritik dafür erntete, Schröder und Co-Star Franz Wagner gleichzeitig aus dem Spiel zu nehmen. "Ich versuche, dass alle Spieler im Team wichtig sind", erklärte Mumbru. Eine typisch spanische Tugend, die Mumbru aus seiner Zeit in der Nationalmannschaft mitnahm. "In Spanien war der Name unserer Mannschaft 'La Familia'", sagte er. Und die Familie, das wusste sicher schon der siebenjährige Alex, steht über allem.

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