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Agit Kabayel emotional: Wie eine Zeit im Gefängnis sein Leben verändert hat

DAZN
Kabayel vs. Knyba am 10. Januar live auf DAZN!

In den vergangenen Jahren führte der Weg von Agit Kabayel nur nach oben. Inzwischen ist der Bochumer in der Weltklasse des Schwergewichtsboxens angekommen, als Interimsweltmeister der WBC ist ein Kampf um den regulären WM-Titel für den 33-Jährigen nicht mehr weit.

Agit Kabayel Knyba Banner Gold

Doch es gab auch eine andere Zeit im Leben des gebürtigen Leverkuseners. Eine Zeit, in der seine Laufbahn am Scheidweg stand. Als er sich entscheiden musste, welche Richtung sein gesamtes Leben nehmen sollte. Erstmals überhaupt sprach Kabayel gegenüber DAZN über einen Aufenthalt im Gefängnis, der ihn nachhaltig prägte.

Insgesamt verbrachte er sechs Monate hinter Gittern, verurteilt wegen gefährlicher Körperverletzung. Doch Kabayel ist es wichtig zu betonen, dass er nicht das Klischee des Schlägers bedient, das mit Boxern gerne in Verbindung gebracht wird.

"Ich glaube, das hätte jeder andere von uns auch gemacht in so einer Situation, wenn man sieht, dass der eigene Bruder in einer Situation ist, wo er deine Hilfe braucht", schilderte er. Doch was war eigentlich passiert? "Ich war sehr, sehr jung gewesen. Man hat halt Scheiße gebaut. Nach einem Diskothekbesuch war mein älterer Bruder in eine Situation verwickelt und da ist man halt reingeraten. Es gab eine Anzeige, ich wurde dann verklagt und wurde auch gerichtlich belangt", erklärte Kabayel.

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Agit Kabayel über Zeit im Gefängnis: "Einstellung zu allem hat sich komplett geändert"

Zunächst stand ein Strafmaß von drei Jahren im Raum, das auf eine neunmonatige Bewährungsstrafe reduziert wurde. Diese wurde später widerrufen. "Ich war, glaube ich, in der Situation 19 Jahre alt. Ich sag ja: jung und wild. Es war auch in der Zeit so, da hat man sich oft geprügelt, man ist oft in eine Prügelei reingeraten", so Kabayel.

Rund zwei Jahre nach besagtem Vorfall wurde das Urteil rechtskräftig, sechs Monate musste er schließlich absitzen. Und diese Erfahrung hinterließ tiefen Eindruck. "Meine Einstellung zu allem hat sich einfach komplett geändert", erklärte Kabayel. "Du dachtest einfach, du bist der Coolste, du bist der Stärkste, dir kann niemand was. Aber es war doch noch nicht so, da hast du gesehen, es gibt doch ein Gesetz und du musst dich an Gesetze halten."

Kabayel Knyba

Im Gefängnis wurde ihm dann einiges bewusst, eine kritische Auseinandersetzung mit seinem Leben fand statt. Vor allem die ersten zwei Wochen in Haft waren demnach nicht einfach: "Da gab es Situationen, als ich im Knast war, in denen auch mal die Tränen geflossen sind und man sich fragt: Was mache ich hier? Was habe ich getan? Was tue ich der Familie an?"

Danach jedoch habe er sich "zusammengerissen, habe versucht, das Positive daraus zu ziehen und gesagt, ey, wenn du hier rauskommst, wirst du ein anderer Mensch und wirst dich nie wieder in irgendwelche Situationen begeben, wo du Scheiße bauen wirst", blickt er zurück.

Schwierige Zeit auch für die Familie von Agit Kabayel

Doch nicht nur für ihn selbst war die Zeit im Gefängnis hart, auch die eigene Familie litt darunter, vor allem seine Mutter. "Meine Mutter ist in der Zeit sehr, sehr krank geworden. Diese Sache hat sie extrem mitgenommen. Und ich bin dann direkt, als wir da entlassen worden sind, zum Krankenhaus gefahren und sie war dann auch, glaube ich, eine Woche oder so im Krankenhaus und ihr ging es gar nicht gut", erinnert er sich.

Die Zeit im Gefängnis nutzte Kabayel laut eigener Aussage intensiv, um körperlich fit zu werden. "Wir hatten einen Sportraum, man konnte dafür einen Antrag stellen und ich bin dann jeden Tag zum Sport gegangen und habe da angefangen, mein Leben komplett umzustellen. Ich glaube, wenn ich mich daran zurückerinnere, habe ich in meinem Leben noch nie so körperlich fit ausgesehen, denn ich habe das ernst genommen. Ich habe das wirklich ernst genommen", schilderte er.

Schon wenige Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis nahm die sportliche Karriere Fahrt auf. Gleich zwei Box-Promoter zeigten Interesse und wollten ihn unter Vertrag nehmen, der Aufstieg begann. Dieser führte ihn bis an die Spitze seines Sports - trotz oder gerade wegen dieses dunklen Kapitels seines Lebens.

Inzwischen ist Kabayel selbst Vater und schaut mit anderen Augen auf diese Zeit zurück. "Ich sag ja, es war dumm. Erst dann realisierst du Sachen. Ich sage jedes Mal, wenn du dein eigenes Kind in der Hand hältst, realisierst du einfach, was für ein Idiot du warst und was für Scheiße du gebaut hast. Aber das sind Sachen, die mich mittlerweile haben reifen lassen", erklärt er.

Am 10. Januar kehrt Kabayel nach Hause zurück, in Oberhausen kämpft er gegen den ungeschlagenen Damian Knyba und will den nächsten Schritt Richtung Unsterblichkeit machen. Fans können den Kampf live und exklusiv bei DAZN sehen - jetzt für 9,99 Euro unter "Mein Konto" hinzubuchen!