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347. Wiener Derby: Hoffentlich das letzte seiner Art

kicker

Wenn am Sonntag (17 Uhr, LIVE! bei kicker) der SK Rapid und die Wiener Austria im Allianz-Stadion aufeinandertreffen, ist großartige Stimmung garantiert. Rund 25.000 Tickets setzte der Tabellenführer der Bundesliga bereits ab, womit - wenn überhaupt - nur wenige Plätze frei bleiben werden. Das gilt auch für den Auswärtssektor, der an diesem Wochenende allerdings nicht in violett gehüllt sein wird. Was freilich an den Ausschreitungen nach dem 343. Derby liegt.

Zur Erinnerung: Rapid und die Austria hatten sich nach den Vorfällen im September 2024 darauf geeinigt, vier Derbys ohne Auswärtsfans auszutragen - zwei in Hütteldorf, zwei in Favoriten. Diese Maßnahme wird ein Jahr später nun also auslaufen. Was sie letztlich gebracht hat, wird sich frühestens Mitte Februar 2026 zeigen. Dann wird am Verteilerkreis das 348. Duell der beiden Mannschaften angepfiffen. Mit Rapid-Fans im Auswärtssektor.

Neu waren den beiden Vereinen Spiele ohne Auswärtsfans nicht, hatte die Bundesliga wegen der Derby-Ausschreitungen im November 2014 doch schon zu diesem Instrument gegriffen. Ob die Fans diesmal etwas aus ihren Fehlern gelernt haben, darf bei einem Blick in die Geschichtsbücher zumindest angezweifelt werden. Denn die Liste an unrühmlichen Vorfällen ist lang: Platzstürme, Bengalos im U-Bahn-Bereich, homophobe Schmähgesänge - all diese Bilder gingen in den vergangenen Jahren nach dem Wiener Derby um die Welt.

Kein Freifahrtschein

Wenngleich die Hoffnung auf Besserung demnach nicht sonderlich groß ist, wäre sie - in erster Linie natürlich im Hinblick auf ein friedliches Stadionerlebnis - äußerst wünschenswert. Die fehlende Unterstützung des Auswärtsblocks stellt nicht nur einen Wettbewerbsnachteil dar, sondern sorgt darüber hinaus auch noch für einen tristeren Gesamteindruck. Denn die Fans sind - wie es Kollege Julian Franzke unlängst treffend formulierte - nicht einfach nur das Salz in der Suppe, sondern das Blut in den Adern des Profifußballs.

So mancher Anhänger sah darin in der Vergangenheit offenbar einen Freifahrtschein. Was dabei vergessen wurde: Wer Grenzen mit Gewaltexzessen überschreitet, schadet nicht nur dem Ansehen des Klubs, sondern schwächt auch jene Fans, die für ein stimmungsvolles und faires Miteinander einstehen. Zeit, dass dies auch die letzten Chaoten begreifen. Und das 347. Wiener Derby damit das letzte seiner Art wird.