Fehlercode: %{errorCode}

Abstiegskampf passé? Rösler: "Haben nichts zu verlieren"

kicker

Ein Novum begleitet den VfL in das Flutlichtspiel bei Hannover 96: Erstmals in dieser Saison gehen die Bochumer aus der oberen Tabellenhälfte in einen Spieltag - ein deutliches Signal dafür, wie rasant sich die Lage an der Castroper Straße unter Uwe Rösler gedreht hat. Offenbar nicht nur in der Tabelle, sondern auch beim Trainer selbst. Trotz des jüngsten Aufschwungs mit 16 Punkten aus den vergangenen sieben Ligaspielen hatte Rösler bislang konsequent die Euphorie-Bremse gezogen. Sein Team befinde sich immer noch im Abstiegskampf und der Klassenerhalt sei das Ziel, betonte er immer wieder.

"Sie haben den Druck"

Vor der Partie gegen den Tabellenfünften Hannover klang der 57-Jährige nun erstmals gelassener: "Wir haben nichts zu verlieren", sagte Rösler. "Sie haben das Heimspiel, sie haben den Druck, wir fahren mit einem guten Momentum dahin." Ein Blick auf die Tabelle stützt diese Einschätzung: Nach dem 1:0-Erfolg über Arminia Bielefeld hat sich der VfL auf Rang 9 vorgeschoben, das Polster auf den Relegationsplatz beträgt inzwischen fünf Punkte. Die Niedersachsen stehen derweil mit 28 Zählern auf Platz 5 mittendrin im Aufstiegsrennen, ließen jedoch zuletzt Federn: In Münster mussten sie sich wegen zwei später Gegentreffer mit einem Remis begnügen.

Källman in der "Haaland-Rolle"

"Wenn wir es sehr, sehr gut machen gegen den Ball, bekommen wir sehr, sehr gute Chancen", lautet Röslers Erfolgsformel. Als Blaupause diene ihm dabei die Herangehensweise von Darmstadt 98, die den Hannoveranern Anfang November ihre bislang letzte Niederlage zufügten (2:3).

Gegen 96 erwartet Rösler "ein Spiel, das wenige Fehler in der Hintermannschaft erlaubt"- zumal der Gegner genau jene Offensivkräfte besitze, die Patzer gnadenlos bestrafen. Das trifft vor allem auf Toptorjäger Benjamin Källman zu. "Er spielt die Haaland-Rolle: im Spielaufbau wenig involviert und im letzten Drittel extrem gefährlich", analysiert Rösler den Stürmer, der mit neun Saisontoren den 3. Platz in der Torjägerliste der 2. Bundesliga inne hat. Entscheidend sei daher, "in der Box gut zu verteidigen" - so, wie es seiner Mannschaft gegen Bielefeld bereits gelungen ist.

Kwarteng fällt aus, Miyoshi vor Rückkehr

Nicht helfen kann dabei weiterhin Kevin Vogt. Der Routinier ist nach seiner Knie-OP zwar in dieser Woche wieder ins Training eingestiegen, für einen Einsatz reicht es jedoch noch nicht. Deutlich weiter sei dagegen Koji Miyoshi: Der Japaner sei nach seinem Faserriss "eine Option für den Kader". Anders sieht es bei Moritz Kwarteng aus: Der Außenbahnspieler ist an einem Infekt erkrankt und tritt die Reise nach Niedersachsen nicht an.

Samstagabend, Flutlicht, volles Stadion - Rösler setzt darauf, dass seine Mannschaft unter diesen Bedingungen "ihr Niveau noch einmal erhöhen" und "das Maximum erreichen" kann. Denn auch wenn der VfL in Hannover "nichts zu verlieren" hat, gewinnen lässt sich allemal etwas.