Hinter Florian Wirtz liegen Monate voller Spekulationen und Berichte, ehe sein Rekord-Wechsel zum FC Liverpool Mitte Juni schließlich über die Bühne ging. Knapp einen Monat später hat sich nun sein Vater und Berater Hans Wirtz zur Wechsel-Saga rund um Leverkusen, Liverpool, den FC Bayern und Manchester City geäußert. In einem Spiegel-Interview erklärt Wirtz, es habe mehrere interessierte Vereine gegeben, "doch ernsthaft blieben dann die Bayern und Liverpool übrig".
Lange galt ein Wechsel innerhalb der Bundesliga zum FC Bayern als wahrscheinlichstes Szenario, vor allem über das Verhältnis zwischen Wirtz senior und Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß kursierten viele Berichte. Hoeneß und Rummenigge hatten sich, so Wirtz im Interview, "unglaublich bemüht und auch die sportlichen Möglichkeiten klar analysiert". Den Ausschlag pro Liverpool habe am Ende aber ein Gespräch mit dem LFC-Coach gegeben.
"Arne Slot hat Florian sportlich überzeugen können", sagt Wirtz im Interview. "Zudem ist er ein sehr angenehmer Mensch. Florians beste Trainer waren immer diejenigen, die ihm viele Freiheiten gelassen haben. Und jene mit der größten Empathie haben Florian auch erreicht. Er findet das Spiel in England interessant, weil es von Tempo und Dynamik lebt. Arne Slot hat seine Spielphilosophie, die Mannschaftstaktik im Ballbesitz und Pressing vorgestellt und wie Florian darin seine Stärken entfalten kann. Das hat Florian entscheidend beeindruckt. Die Trainingsbedingungen in Liverpool waren außerdem total imponierend."
Auch mit Bayern-Trainer Vincent Kompany habe es einige Tage später ein Treffen gegeben, bei dem der Belgier "sehr gute Gedanken und Ideen" geäußert habe, "wie er Florian in die Mannschaft des FC Bayern einbinden wollte. Am Ende waren es Nuancen, die Entscheidung hatte letztlich mit der unterschiedlichen sportlichen Situation und der Rolle für Florian zu tun." Sprich: Slot hatte Wirtz mit seiner Idee schlicht deutlich mehr überzeugen können als Kompany.
Die wirtschaftliche Komponente habe keinen Einfluss auf die Entscheidung gehabt, so Wirtz senior: "Finanziell gab es sowieso zwischen beiden Vereinen keine großen Unterschiede." Letztlich sei die Wahrnehmung sowohl beim deutschen Ausnahmespieler als auch bei seinen Eltern die gleiche gewesen, vier Tage nach dem Treffen mit dem FC Bayern sei Ende Mai dann schließlich die endgültige Entscheidung gefallen.
„Mir ist das abschließende Telefonat mit Uli Hoeneß sehr schwergefallen.“ (Hans Wirtz)
"Mir ist das abschließende Telefonat mit Uli Hoeneß sehr schwergefallen", erzählt Hans Wirtz. Was auch an einer rund drei Jahre zurückliegenden Vorgeschichte lag. Hoeneß habe, so Wirtz, nach dem im Derby gegen den 1. FC Köln erlittenen Kreuzbandriss seines Sohnes im März 2022 "völlig uneigennützig geholfen, dass wir schnell einen Termin für die OP in Innsbruck bekommen haben". Die Entscheidung gegen den FC Bayern habe Hoeneß "sachlich-fair" aufgenommen. "Aber natürlich konnte er seine Enttäuschung nicht verbergen. Schließlich hatte er sich persönlich sehr um diesen Wechsel bemüht."