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An der schönen blau-weißen Donaulände

kicker

Die Saison von Blau-Weiß Linz

Nur die Grazer Klubs blieben für Blau-Weiß Linz in dieser Saison unbezwingbar, der Rest der Bundesliga biss sich an den Oberösterreichern regelmäßig die Zähne aus. Und wenn die Stahlstädter gebogen wurden, dann war der Widerstand trotzdem groß. Bei zehn der 16 Niederlagen machte nur ein Treffer den Unterschied aus. Mit mehr als zwei Toren Differenz verlor die Truppe von Gerald Scheiblehner überhaupt nur einmal, dafür beim 1:5 in Salzburg am zweiten Spieltag besonders heftig. Eine Spielzeit voller Big Points gegen die Großen, Dauerbrennern und sogar einem Pokal für die Vitrine.

Moment der Saison: Einzug in die Meistergruppe

Am letzten Spieltag des Grunddurchganges kämpfte Blau-Weiß Linz mit Rapid und ausgerechnet dem Stadtrivalen LASK um das obere Play-off. Für die Athletiker war bei Sturm Graz (2:4) nichts zu holen, wodurch die Tür für die Scheiblehner-Elf aufging - und der Aufsteiger von 2022 marschierte durch. Ein fulminanter 4:1-Heimsieg gegen Hartberg sicherte den Oberösterreichern erstmals einen Platz in den Top sechs. Den Status als Nummer eins in Linz - zumindest in dieser Saison  - hatte sich Blau-Weiß aber schon zuvor erarbeitet. Gegen den ASK blieb man 2024/25 ungeschlagen und entschied das Derby am sechsten Spieltag sogar mit 1:0 für sich. Goldtorschütze war der Schlüsselspieler der Saison.

Schlüsselspieler: Ronivaldo

Wenig überraschend gebührt dieser Titel Ronivaldo. Der Austro-Brasilianer erzielte 14 von 37 blau-weißen Treffern und damit fast 38 Prozent aller Tore. Diese Ausbeute brachte dem 36-Jährigen auch die Trophäe für den Torschützenkönig ein. Drei silberne aus der 2. Liga hat Ronivaldo schon zuhause stehen, nun folgte erstmals die Krönung im Oberhaus. Dass 14 Treffer letztmals 2011/12 für den besten Kanonier reichten (Stefan Maierhofer geteilt mit Jakob Jantscher) und er damit gleichzeitig den Negativrekord dieses Jahrtausends egalisierte, wird Ronivaldo verkraften können. Ebenso, dass er in der Meistergruppe nur mehr in einer Partie traf (beim 2:1-Sieg gegen Rapid). Der nimmermüde Mittelstürmer verpasste in dieser Saision nur eine Begegnung wegen einer Gelbsperre. Auch die jahrelange Konstanz des "alten Mannes", wie er von Teamkollegen oft genannt wird, ist beachtlich. Nicht nur bei seinem aktuellen Arbeitgeber trifft Ronivaldo verlässlich zweistellig. Seine Leidenszeit bei der Austria samt langwieriger Schambeinentzündung (2015-2017) ausgeblendet, darf er seit 2014/15 jede Saison über mindestens zehn Ligatore jubeln.

Underrated: Manuel Maranda

Der Innenverteidiger absolvierte als einziger Feldspieler der Liga alle 2.880 Minuten und trug in Abwesenheit des unregelmäßig eingesetzten Stammkapitäns Fabio Strauss 24 Mal die Binde. Zudem wies Maranda 9,8 klärende Aktionen pro 90 Minuten auf - ein Wert, der in den Top-15-Ligen unerreicht blieb. Maranda selbst zeigt sich in Bezug auf seinen Status als Dauerbrenner unaufgeregt: "Vor allem unsere erste Linie und die Außenverteidiger müssen viel mehr laufen als ich in der Mitte. Ich muss ständig aufmerksam sein und die Übersicht behalten, die körperliche Belastung ist aber meistens geringer. Von einem Spiel erholt man sich schon, das ist einfach eine Bedingung dafür, Profi zu sein", so der 27-Jährige gegenüber 90minuten.at.

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  • Ende gut, gar nichts gut
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Sein Pensum spult 1,88-Meter-Mann Maranda auch auf eine disziplinierte Art und Weise ab. Nur zwei Mal in dieser Saison wurde ihm der gelbe Karton entgegengestreckt, des Platzes verwiesen wurde er in seiner Profi-Karriere überhaupt noch nie. Die Rote Karte wegen einer Notbremse beim Spiel seiner U-18-Admira gegen St. Pölten vor knapp elf Jahren ist wohl als jugendlicher Leichtsinn einzustufen.

Spruch der Saison

„Bei Meister denke ich an Hausmeister oder Bademeister. Es ist absolut am Limit, was wir erreicht haben.“ (Trainer Gerald Scheiblehner nach dem sensationellen Einzug in die Meistergruppe)

Transferpläne

Am letzten Spieltag verabschiedeten die Stahlstädter mit Lukas Tursch, Julian Gölles, Andreas Lukse, Conor Noß , Kristijan Dobras, Alexander Schmidt, Mehmet Ibrahimi und Bernd Aineter einen beträchtlichen Teil des Kaders. Wenige Tage später wurde der Wechsel von Lukas Ibertsberger zu Austria Lustenau bekannt. Radek Vitek (Manchester United) und Soumalia Diabaté (Salzburg) werden nach Ablauf ihrer Leihverträge zu ihren Stammvereinen zurückkehren, bei Elias Bakatukanda (1. FC Köln) gibt es die Option auf eine Verlängerung der Leihe bis Sommer 2026. Vor allem Goalie Vitek wird als kicker-notenbester Spieler (3,02) und Fan-Liebling eine gewaltige Lücke hinterlassen. Hier soll Sportdirektor Christoph Schösswendter in Viteks Heimat Tschechien an einem Ersatz dran sein. Der 20-jährige Viktor Baier von Viktoria Pilsen gilt als möglicher Nachfolger zwischen den Pfosten.

  • Irgendwo zwischen Anspruch und Absturz
  • Chaos statt Klassenerhalt: Klagenfurts hausgemachter Abstieg
  • Durchgemahlen, aber mit Perspektive hinter dem Berg
  • Alles Rot beim Aufsteiger - am Ende aber nicht die Laterne
  • Keine Bundesliga-Voraussetzungen - und trotzdem ein siebtes Jahr dabei
  • Dem Wörthersee gefährlich nahe

Die Stützen Ronivaldo, Maranda und auch Alem Pasic sowie Fabio Strauss haben erst in den vergangenen Monaten längerfristige Verträge unterschrieben. Bei der Zahl der Abgänge besteht aber ohne Zweifel Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt. Vor allem im Sturmzentrum sind die Blau-Weißen derzeit extrem dünn besetzt. Ob Ronivaldo diese Last auch nächste Saison schultern kann?

Gesamtnote der kicker-Redaktion: 2,0