Groß war die Freude in Duisburg, als der japanische Schiedsrichter Koki Nagamine abpfiff und der 2:1-Sieg gegen Ulm feststand. Zuvor hatten die Meidericher eine Achterbahnfahrt durchlaufen. Nach dominantem Start und verdienter Führung gab es da die Ampelkarte gegen Dennis Borkowski (45.+2). Ein Platzverweis, den MSV-Coach Hirsch nicht für notwendig erachtete.
"Natürlich ist es ein bisschen dumm", gab der Coach bei MagentaSport zwar zu, verwies dann aber auch darauf, dass im Fußball eben auch Emotionen dabei sind, "auch bei den Spielern". Borkowski hatte Gelb-Rot gesehen, weil er den Ball weggespitzelt und so die Ausführung eines ruhenden Balles verzögert hatte. Laut Regelwerk eine klare Gelbe - und das sah auch Schiri Nagamine so, der im Rahmen eines Austauschprogramms in der 3. Liga pfeift.
Hirsch moniert fehlendes Fingerspitzengefühl
Für Hirsch war die Entscheidung überzogen, denn "er knallt den Ball nicht über 30 Meter weg, sondern über zwei. Da erwarte ich ein bisschen Fingerspitzengefühl. Andere würden sagen, dass es dumm war. Aber ich bin aufseiten meines Spielers." Das war der 53-Jährige auch in der Bewerung von Borkowski erster Verwarnung. Die hatte der Mittelfeldspieler wegen eines harten Einsteigens gegen Niklas Kölle gesehen, dessen Folge auch die unmittelbare Auswechslung des Ulmer war.
Das tat Hirsch, der einst selbst im defensiven Mittelfeld gespielt hat, zwar leid, aber denoch sei es für ihn keine zwingende Verwarnung gewesen, denn "es war der Ball dabei". Es gehöre dazu, dass man auch "auch mal den Fuß trifft". Gelb dafür könne "man akzeptieren, man kann es aber auch anders sehen", so der Trainer, der ansonsten den großen Zusammenhalt seiner Elf hervorhob. "Wir halten zusammen, es ist einfach eine geile Truppe."
Von einer "super Teamleistung" sprach auch Matchwinner Thilo Töpken, der für Tim Heike eingewechselt worden war und in der Nachspielzeit den umjubelten 2:1-Siegtreffer markierte. "Jeder ist für jeden gelaufen. Da hat man dann auch noch in der letzten Minute die Körner und macht das Tor", sagte der 26-Jährige und meinte: "So ein Tor in der Nachspielzeit in Unterzahl war einfach nur sehr geil."
"Heike hatte sich aufgerieben, aber wir haben nicht gemauert, sondern Stürmer für Stürmer gewechselt, wir wollten das Spiel gewinnen", erklärte Hirsch seine Wechselentscheidung und freute sich, dass der Plan aufging: "Dann war es eine super Einzelleistung, wie er sich da durchsetzt - perfekt getroffen."
Am Ende war es ein "hochverdienter" Sieg, wie Hirsch anmerkte und feststellte: "Wir werden von den Fans getragen, jeder Zweikampf und jede Grätsche wird gefeiert. Wir sind einfach fit, weil die Jungs extrem viel arbeiten. Das hat in Summe hintenraus den Sieg gebracht."