Fehlercode: %{errorCode}

"Auf der Bank saßen nur Kinder": Glasner schlägt Alarm und fühlt sich "im Stich gelassen"

kicker

Erst am Freitag hatte Oliver Glasner angekündigt, dass er Crystal Palace im kommenden Sommer verlassen wird. Die Entscheidung habe er in Absprache mit dem Vorstandsvorsitzenden Steve Parish bereits im Oktober gefällt. Nachdem der Österreicher die Südlondoner im vergangenen Jahr zum FA-Cup- und zum Community-Shield-Sieg geführt hatte, soll dann eine mehr als zweijährige erfolgreiche Zusammenarbeit enden.

Sollte der Österreicher mit seiner Ankündigung die Absicht verfolgt haben, die seit Wochen anhaltende Krise seiner Mannschaft durch öffentliche Klarheit zu beenden, ging dieser Plan allerdings schief. Am Samstag unterlag Crystal Palace Sunderland 1:2 - und im Anschluss teilte der Coach ordentlich aus. Weniger das wettbewerbsübergreifend zehnte Spiel ohne Sieg, vielmehr die Transfer- und Kaderpolitik seines Klubs brachte Glasner auf die Palme.

„Wenn wir so weitermachen, wird Crystal Palace, nicht Oliver Glasner, die Zeche zahlen.“ (Oliver Glasner)

Fast schon symbolisch hatte der ehemalige Frankfurt-Coach am Samstagnachmittag auf Einwechslungen verzichtet. Der Grund: "Auf der Bank saßen nur Kinder. Sie hatten noch nie in einem Stadion mit so einer Atmosphäre gespielt. Ich sage das nicht, um mich selbst zu schützen, sondern um sie zu schützen. Sie brauchen Schutz. Ich habe keine Auswechslungen vorgenommen, weil es unfair gewesen wäre. Ich sehe sie jeden Tag im Training. So sieht die Lage aus."

Schlimmer noch: Die Lage sei allen Beteiligten im Klub "seit Wochen, seit Monaten" bekannt. "Was machen wir da? Wir verkaufen unseren Kapitän (Marc Guehi, Anm. d. Red.) einen Tag vor dem Spiel. Ich habe erst gestern um 10.30 Uhr davon erfahren. Alle Standardsituationen, alles war für seinen Einsatz vorbereitet", kritisierte Glasner, der weiterhin mit Manchester United in Verbindung gebracht wird. Formal ist der Guehi-Transfer zwar noch nicht durch, Glasner höchstselbst hatte aber schon am Freitag angekündigt, dass der 25-jährige Ivorer wechseln wird. Ein Vorgang, der an den ebenfalls kurzfristigen Wechsel von Eberechi Eze im August zu Arsenal erinnerte: "Manchmal wird einem in einer Saison das Herz herausgerissen, einen Tag vor dem Spiel", betonte er. "Wir fühlen uns im Stich gelassen. Es gibt keine Unterstützung. Alle sind enttäuscht."

Vorzeitig die Segel streichen will Glasner allerdings nicht. Er werde Eagles-Trainer bleiben, "weil die Spieler es verdient haben. Die Spieler und die Fans haben es zu 100 Prozent verdient. Für mich geht es jetzt darum, mit diesen Spielern zu kämpfen, um wieder Erfolge zu erzielen", stellte er klar. Seine Kritik habe er aber nach außen tragen müssen, denn "hinter verschlossenen Türen darüber zu reden, macht keinen Sinn. Und das ist vielleicht der letzte Versuch, die notwendigen Dinge zu erreichen. Und wenn wir so weitermachen, wird Crystal Palace, nicht Oliver Glasner, die Zeche zahlen."