Bislang ist der Herbst kein Braunschweiger. Dem starken Saisonstart (zwei Siege zum Auftakt) folgten inzwischen vier Niederlagen und ein Remis, die drei jüngsten Partien im September gingen allesamt verloren.
Eben auch das Auswärtsspiel bei Preußen Münster beendete die Misere der Eintracht nicht.
"In Summe war es für uns zu wenig, für Münster verdient", musste Braunschweigs Trainer Heiner Backhaus nach der Partie auf der Pressekonferenz konstatieren. Dabei hatte sich die Eintracht gegen den vor der Partie punktgleichen Kontrahenten reichlich vorgenommen.
Die Idee, mit Flanken Gefahr zu erzeugen, misslingt
Backhaus brachte unter anderem mit Sebastian Polter von Beginn an einen Zielspieler für Flanken, denn: "Wir hatten sehr guten Anschauungsunterricht aus Kaiserslautern, wie viele Probleme Münster mit Spielverlagerung und Flanken bekommt." Der FCK war in der Woche zuvor mehrfach nach Flanken erfolgreich gewesen beim 4:1 gegen Münster. Das Problem aus Braunschweiger Sicht: "Wir haben überhaupt gar nicht geflankt."
„Wir haben heute sehr entscheidende Zweikämpfe verloren.“ (Heiner Backhaus)
Dass der Matchplan in dieser Hinsicht nicht aufgegangen war, war allerdings nicht der einzige Kritikpunkt des Trainers. "Wir müssen uns hinterfragen, wie wir in beiden Boxen sind", so Backhaus. "Da ist zu wenig Verantwortungsbewusstsein - defensiv in den entscheidenden Situationen, aber auch offensiv."
Auf die Mängel in der Arbeit gegen den Ball ging er bei am Mikrofon von Sky noch genauer ein: "Es ist ja klar: Wenn ich in die entscheidenden Zweikämpfe nicht alles reinhaue, dann habe ich Schwierigkeiten, den Ball aus meiner ersten Zone rauszukriegen. Wir haben heute sehr entscheidende Zweikämpfe verloren - und darum geht es im Fußball. Du kannst alles neutralisieren, aber du kannst nicht in der Box so wichtige Zweikämpfe verlieren wie wir heute."
Bitterer Spielverlauf für Braunschweig - am Freitag wartet Paderborn
Es passte zum Braunschweiger Herbst, dass die Gegentreffer Nummer zwei und drei jeweils zu aus Eintracht-Sicht bitteren Zeitpunkten gefallen waren: einmal kurz nach der Pause und wenig später, als die Braunschweiger die Preußen in deren eigene Hälfte gedrängt hatten. "Die Spielstatik kippt natürlich durch Tore", erkannte Backhaus. Sein Kapitän Sven Köhler wusste ebenso wie sein Trainer: "In der zweiten Halbzeit, muss man ganz klar sagen, war es einfach nicht gut genug von uns."
Die Chance auf Wiedergutmachung und ein Ende des grauen Herbstes hat die Eintracht bereits am kommenden Freitag: Um 18.30 Uhr (LIVE! bei kicker) empfangen die Braunschweiger den SC Paderborn.