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Bilbija: Mit Gänsehaut und Coolness gegen die Liebe

kicker

Er blieb nach dem Spiel in seiner Heimatstadt Berlin, aber er wird - soviel ist sicher - pünktlich zum Trainingsstart in der neuen Woche wieder in Paderborn sein. Filip Bilbija ist Fan von Hertha BSC und liebt Berlin, aber dort professionell Fußball spielen möchte er eher nicht. "In Berlin kann ich nicht spielen. Da ist zu viel drumherum", sagt er. "Da kann ich mich nicht auf Fußball konzentrieren. Family und Freunde, da ist Fußball nicht so im Vordergrund. Ich mag’s lieber, ein bisschen außerhalb zu sein."

Er kommt jedes Jahr mit seinem Arbeitgeber SC Paderborn nach Berlin - und tut dem Klub, den er mehr als nur sympathisch findet, weh. Am 1. Spieltag der Vorsaison war Bilbija beim 2:1-Auswärtssieg bei Hertha BSC Paderborns Matchwinner, am Samstag - beim 2:0 der Ostwestfalen - zog er dem selbsternannten Aufstiegskandidaten mit seinem Doppelpack den Stecker.

Elfmeter: "Netterweise hat Raphael Obermair Ja gesagt"

"Einfach Gänsehaut" verspürte Bilbija, "als ich eingelaufen bin" im Olympiastadion. Gänsehaut und "mehr Kribbeln als sonst, es ist mein Herzensverein". Die Anspannung legte sich schnell. Bei seiner ersten Chance setzte Bilbija nach eigener Balleroberung gegen Leon Jensen das Spielgerät noch knapp links neben das Tor (3.). Nach 38 Minuten traf er nach einem zuvor von Kennet Eichhorn geblockten Ball per Linksschuss ins linke untere Eck.

Und nach 58 Minuten sorgte er vom Punkt per in die Mitte gelupftem Handelfmeter für die Vorentscheidung - in Abwesenheit des etatmäßigen Schützen David Kinsombi. "In der Vergangenheit war er der Schütze, aber er ist noch verletzt", sagt Bilbija. "Ich hab‘ mit Raphael Obermair gesprochen, ob ich schießen darf in dieser Saison. Netterweise hat er Ja gesagt."

Kettemann: "Er kann ein Unterschiedsspieler sein"

Es war nach einigen mäßigen Auftritten gewissermaßen Bilbijas Anmeldung in dieser Spielzeit. "Er hat bisher eine Saison gespielt, die ihn und uns nicht zufriedenstellt, weil er es besser kann", erklärt SCP-Coach Ralf Kettemann. "Er hatte in den letzten Spielen ein paar Momente, wo er zu oft den Ball hergegeben hat oder der Abschluss nicht gelungen ist."

Diesmal war das anders - in der Stadt, in der Bilbija geboren und fußballerisch groß wurde, ehe er nach seiner Ausbildung beim Berliner SC, Tennis Borussia und Hertha Zehlendorf 2018 in die U19 des FC Ingolstadt wechselte. "Es war sicherlich ein spezieller Ort für ihn, hier zweimal zu treffen und das Spiel für uns zu entscheiden. Seine Leistung war top und für uns Gold wert, weil er ein Unterschiedsspieler sein kann."

Es passte alles für den 25-Jährigen. Die eigene Bilanz, die Teamleistung, der Matchplan. "Wir wussten, wir wie zu stehen hatten, um Hertha gut zu bespielen und ins Laufen zu bringen", sagt Bilbija. "Wir hatten von Anfang an die Kontrolle und sind sicher am Ball geblieben. Bis auf ein, zwei einfache Fehler haben wir souverän Fußball gespielt."

Was für den SC Paderborn in dieser ausgeglichenen 2. Liga möglich ist, darauf hat Bilbija noch keine Antwort, "das weiß nur Gott". Aber eines weiß auch er: "Es ist schonmal wichtig, dass wir nicht so viele Gegentore bekommen - das ist wichtig für die Birne." Und die eigenen Tore sind auch wichtig: für die Birne und überhaupt. Auch wenn er seiner Liebe Hertha damit wieder weh getan hat.