Anfang Mai hatte Anneke Borbe nach zwei Jahren ihren Abschied vom VfL Wolfsburg bekanntgegeben, nun ist klar, wohin es die 24-jährige Torhüterin verschlägt: Borbe wechselt zum FC Arsenal, wie der neue Champions-League-Sieger am Dienstagmittag verkündete. Man freue sich auf eine "junge Torhüterin mit signifikantem Potenzial", begrüßte Clare Wheatley, Frauenfußball-Direktorin bei den Gunners, ihren Neuzugang auf der Insel. Über die Vertragsdetails wurde nichts bekannt.
"Ich bin wirklich stolz darauf, diesem tollen Verein beizutreten. Mir wird jetzt erst bewusst, wie groß der Klub ist", wird Borbe in der Vereinsmitteilung zitiert. "Es ist großartig, die Möglichkeit zu haben, in einer so aufregenden Zeit ein Teil von Arsenal zu sein. Ich freue mich auf die Arbeit mit meinen Teamkolleginnen und natürlich darauf, vor unseren unglaublichen Fans im Emirates Stadium zu spielen."
Reißaus vor Johannes
Borbe debütierte 2017 bereits mit 16 Jahren bei Werder Bremen und stieg 2020 mit dem SVW in die Bundesliga auf. Nach 77 Einsätzen verabschiedete sich die Torhüterin 2023 nach Wolfsburg, wo sie zunächst hinter der früheren Nationalkeeperin Merle Frohms auf der Bank saß und sporadisch im DFB-Pokal eingesetzt wurde. Im vergangenen Winter entschied sich Ex-VfL-Trainer Tommy Stroot dann überraschend für einen Wechsel im Tor und machte Borbe in der Rückrunde zur Nummer 1. 13-mal hütete die 24-Jährige das Wolfsburger Tor.
Allerdings verpflichtete der VfL parallel auch Stina Johannes von Eintracht Frankfurt, die bei den Wölfinnen in der kommenden Saison die neue Stammtorhüterin sein wird. Daher flüchtet Borbe nun vor dem erneuten Platz auf der Wolfsburger Bank auf die Insel.
Auch bei den Gunners droht die Bank
Bei Arsenal droht der deutschen U-23-Keeperin allerdings das gleiche Schicksal: Auch wenn sich um Manuela Zinsberger hartnäckige Abschiedsgerüchte ranken, ist es unwahrscheinlich, dass Borbe bei den Gunners an der niederländischen Nationaltorhüterin Daphne van Domselaar vorbeikommt. Die Bundesliga verliert damit nach Livia Peng (von Bremen zu Chelsea) die nächste talentierte Torhüterin, die sich lieber in der Women's Super League auf die Bank setzt - dabei galten auch Freiburg und Frankfurt als Interessenten für Borbe.
Für Arsenal-Trainer Renée Slegers ist Borbes Ankunft in London dagegen ein Grund zur Freude: "Wir sind von ihrer Gelassenheit und ihrer Präsenz in der Luft beeindruckt und glauben, dass sie sich bei uns noch weiterentwickeln kann. Wir freuen uns darauf, mit Anneke in diesem nächsten Kapitel ihrer Karriere zusammenzuarbeiten."