Die vergangenen Tage waren für die U 21 des VfL Bochum alles andere als einfach. Viele Spieler fehlten aufgrund von Länderspielen. Zudem nutzte Uwe Rösler, der neue Coach der Zweitliga-Profis, Trainingseinheiten und das Testspiel gegen Alemannia Aachen (3:3), um Talente genauer unter die Lupe zu nehmen.
Häufig standen nur 13 bis 15 Spieler zur Verfügung, was die Vorbereitung erschwerte. Butscher sieht darin dennoch positive Aspekte: "Das war für uns keine optimale Vorbereitung. Ich will aber überhaupt nicht klagen, denn es zeigt, dass sich die Jungs weiterhin gut entwickeln."
Jahn im Profi-Fokus
Besonders im Fokus steht Niklas Jahn. Der 21-Jährige gehört seit Saisonbeginn fest zur U 21, besitzt aber weiterhin einen Profivertrag und trainiert regelmäßig mit den Profis. Zu Beginn der Saison prüfte er mögliche Vereinswechsel, entschied sich jedoch für einen Verbleib in Bochum und integrierte sich vollständig in die U 21. "Wir haben offen darüber gesprochen. Er hat von Anfang an Vollgas gegeben, wenn er hier trainiert hat", erklärt Trainer Butscher. "Niklas geht voran, ist topfit, spielt aggressiv und bringt besonders gute Laufwerte mit. Das haben auch seine letzten Spiele bestätigt."
Trotz der personellen Rotation herrscht beim U-21-Team eine stabile Atmosphäre. "Wir haben eine tolle Stimmung innerhalb der Mannschaft, einen sehr guten Zusammenhalt und hervorragende Trainingsleistungen", lobt Butscher. Ein Erfolgserlebnis am Samstag beim Wuppertaler SV nach einer Serie von sieben Spielen ohne Sieg könnte helfen, "den Knoten zu lösen".
Dieses Erfolgserlebnis kam im Test bei Twente Enschede II - eine Partie, die zudem wertvolle Einsatzzeiten für junge Spieler bot. "Es war ein rundum gelungener Test, sehr hilfreich für die Entwicklung der Spieler", sagt Butscher. Auffällig war Jonathan Akaekbobi, der mit zwei Treffern zum 4:1-Erfolg beitrug. "Er hätte auch vier Tore machen können. Ich würde es ihm einfach wünschen, dass er ähnliche Situationen auch im Ligaspiel nutzt."
Gerth, Weber, Keumo und Meyer sammelten Erfahrungen
Neben den etablierten Kräften sammelten vier U-19-Spieler Einsatzminuten: Amos Gerth, Samuel Weber, Darnell Keumo und Tom Meyer. "Sie haben sich sehr gut eingefügt und ihre Sache ordentlich gemacht", beschreibt der Trainer. Wer künftig regelmäßig in der U 21 spielt, wird sich kurzfristig zeigen. "Wenn wir jemanden aus der U 19 dazuholen, muss er uns auch sofort weiterhelfen können. Es geht nicht darum, dass er nur mal dabei ist."
Trotz guter Testspielergebnisse bleibt ein Problem bestehen: die Heimschwäche. Auswärts holte das Team sechs Punkte in fünf Spielen, zu Hause nur zwei. Auch defensiv wirkt die Mannschaft in fremden Stadien stabiler: vier Gegentore auswärts, 13 zu Hause. Die letzte Partie verlor man mit 1:2 gegen die Sportfreunde Lotte nach zwischenzeitlicher Führung.
Butscher sieht mehrere Gründe: "Zuhause ist es gerade echt schwieriger als auswärts. Konzentrationslücken führen immer wieder zu Gegentoren. Gegen die Sportfreunde Lotte waren wir drei Minuten im Tiefschlaf, wo wir unnötige individuelle Fehler machen." Hinzu kommt die fehlende Abschlussstärke. Auswärts passt sich das Team besser den Spielsituationen an.
Ab Samstag in Wuppertal
Umso wichtiger ist, dass das nächste Spiel auswärts stattfindet: Am Samstag gastiert die U 21 beim formstarken Wuppertaler SV. "Das ist eine Mannschaft, die sehr viele Tore nach Kontern schießt - das müssen wir kontrollieren, ohne unser Spiel aufzugeben", sagt Butscher.
Die Anstoßzeit um 18 Uhr bewertet er positiv: "Es gibt kaum etwas Besseres, als in so einem tollen Stadion unter Flutlicht zu spielen." Für Bochum II wird die Partie damit zur Prüfung in Geduld, Konzentration und Effektivität - genau den Punkten, die zuletzt zu Hause Probleme bereitet haben.