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Brinkmann bläst zur Aufholjagd - und ärgert sich über Mejdrs Jubel

kicker

Welchen Effekt kann ein Trainerwechsel bei einer kriselnden Mannschaft haben? Eine der letzten ungeklärten Fragen des modernen Fußball wurde in den vergangenen Wochen auch bei Hansa Rostock heiß diskutiert. Obwohl die Kogge vor der Länderspielpause nur einen Sieg aus acht Partien holte, durfte Daniel Brinkmann an der Ostsee zunächst weitermachen - schließlich war auch sein Verhältnis zu den Profis mehr als intakt. Mit Markus Gellhaus bekam er vor wenigen Tagen sogar den von ihm gewünschten Assistenten an die Seite gestellt.

Dennoch lastete vor dem Heimspiel gegen Wiesbaden angesichts der prekären Lage weiterhin ordentlich Druck auf Brinkmanns Schultern. Nach dem eindrucksvollen 3:0-Erfolg dürfte der 39-Jährige nun aber wieder einigermaßen fest im Sattel sitzen. "Super gut" fühle sich der Befreiungsschlag an, gab Brinkmann nach Abpfiff am Mikrofon von MagentaSport zu Protokoll. "Wir haben uns belohnt für die Leistungen, die wir auch in den letzten Wochen zum Teil gebracht haben."

Von Beginn an agierte Hansa überlegen und verdiente sich die Führung durch Ryan Naderi, schaffte es aber trotz zahlreicher Möglichkeiten, inklusive eines Handelfmeters, erst nach dem Seitenwechsel, sich während des Spiels in eine noch komfortablere Situation zu bringen. Dies bemängelte auch Brinkmann direkt in seinem ersten Fazit: "Die Chancenauswertung war nicht top", so der Trainer, der aber froh war, gegen die harmlosen Gäste gleich zweimal infolge eines Standards zu Treffern gekommen zu sein.

Zwischen diesen beiden Momenten, die zum 1:0 und 3:0 führten, lag in Minute 56 der Treffer von Jan Mejdr, der SVWW-Keeper Florian Stritzel mit einem wuchtigen Abschluss keine Chance ließ. Trotzdem hatte Brinkann für diese Szene mehr Tadel als Lob für seinen Rechtsverteidiger übrig, da sich dieser beim Jubel das Trikot vom Leib riss und folgerichtig Gelb sah. "Das ärgert mich, es ist noch eine halbe Stunde zu spielen, da reden wir nicht über fünf oder zehn Minuten, die wir noch gehen müssen", kritisierte Brinkmann angesichts der unnötigen Verwarnung, auch wenn er bei solchen Momenten Verständnis für Emotionen habe.

Brinkmann will eine "Serie hinlegen"

Diese haben sich an der Ostsee nach der Wende nun wieder ins Positive gedreht. Der deutliche Erfolg über zuvor fünf Partien ungeschlagene Wiesbadener kann für Brinkmann aber nur der Anfang sein. "Jetzt wird es wichtig sein, das Ganze trotzdem total demütig zu behandeln und weiterzuarbeiten. Wir haben ja auch noch ein bisschen was aufzuholen. In Regionen, in denen wir uns selber sehen, in die wir hinwollen, kommen wir nur, wenn wir auch mal eine Serie hinlegen", bläst der Trainer zur weiteren Aufholjagd Richtung Tabellenspitze.

Immerhin: Dank des dritten Saisonsiegs konnte sich Rostock zumindest schon ins untere Mittelfeld der Tabelle vorarbeiten und einen kleinen Puffer auf die Abstiegszone erspielen. "Es war heute nur ein Spiel, wenn wir aber gut damit umgehen, kann das", so Brinkmann, "vielleicht ein Turnaround werden. Das geht aber nur mit ganz viel Arbeit" - die es auch am kommenden Spieltag wieder brauchen wird, wenn Hansa sonntags (16.30 Uhr) bei Viktoria Köln gastiert.