Erst ein Gottesdienst im Dom, dann ein Fanmarsch zum Tivoli, zum Abschluss ein Heimsieg zum Rückrundenauftakt? So sieht der Idealplan für den Samstag in Aachen aus. Während die ersten beiden Termine fester Bestandteil des Rahmenprogramms rund um die Jubiläumsfeier anlässlich des 125. Geburtstags des Vereins sind, steht hinter Letzterem noch ein dickes Fragezeichen.
Volles Haus zum Jubiläum
Schließlich konnte die Alemannia die von den Rängen entfachte Energie in der bisherigen Saison kaum in Punkte ummünzen: Zwei Siegen stehen sieben Niederlagen vor heimischem Publikum gegenüber - Platz 19 in der Heimtabelle. "Wir wollen den Zuschauern etwas bieten", lautet daher das Credo von TSV-Coach Mersad Selimbegovic vor dem Rückrundenauftakt gegen den VfL Osnabrück. Erneut werden 24.000 Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Tivoli erwartet, darunter gut 2000 aus Osnabrück.
In der Winterpause weilte der Tabellen-17. an der türkischen Riviera in Belek, wo man in zwei Testspielen gegen den Regionalligisten Carl Zeiss Jena (3:0) und Zweitligist VfL Bochum (1:2) einen ordentlichen Eindruck hinterließ. "Die Energie, die wir im Trainingslager gespürt haben, gilt es mitzunehmen", sagt Selimbegovic. Die Zeit in Belek stimme den 43-Jährigen "sehr, sehr zuversichtlich", weil "die Abläufe besser sind und man nun von Automatismen sprechen kann, die vorher nicht da waren".
Bagalianis-Einsatz "wahrscheinlich"
Gemeint dürfte damit unter anderem die Problemzone Abwehr sein. Nur drei Teams kassierten in der Hinrunde mehr Gegentore als die Kaiserstädter. Ohne den langzeitverletzten Kapitän Mika Hanraths fand sich bislang keine Konstellation, die nachhaltig Drittliga-Niveau nachweisen konnte. Auch deshalb wurde Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi im Wintertransferfenster aktiv. Vom griechischen Erstligisten AE Larisa stieß in der vergangenen Woche Petros Bagalianis zum Team. Aufgrund der dünnen Personaldecke in der Innenverteidigung sei es "wahrscheinlich, dass er zum Einsatz kommt". Neben den verletzten Hanraths, Jeremias Lorch und Lamar Yarbrough wird gegen den VfL Osnabrück auch Felix Meyer aufgrund einer Gelbsperre fehlen.
Dagegen wird Ex-Bayern-Profi Gianluca Gaudino wieder eine Option sein. Der Mittelfeldstratege verpasste einen Großteil der Hinrunde mit Achillessehnenproblemen, gab beim Jahresabschluss in Havelse zwar sein Comeback, blieb in den Testspielen im Trainingslager jedoch erneut außen vor. "Gianni sieht mittlerweile wieder gut aus", freut sich sein Trainer, schränkt jedoch ein: "Eine Option für die Startelf ist er nicht."
"Tausend Gründe, für dieses Spiel motiviert zu sein"
Das sportliche Geschehen wird am Samstag von einem üppig bestückten Rahmenprogramm begleitet. Ein zusätzlicher Energie-Push? "Es gibt tausend Gründe, für dieses Spiel besonders motiviert zu sein", sagt der Bosnier. "A: Das erste Spiel nach kurzer Pause, B: das Jubiläum und dazu unsere Situation. Wir brauchen diese Punkte unbedingt." Im engen Rennen im Kampf um den Klassenerhalt trennt die Aachener lediglich ein Punkt vom rettenden Ufer. Zugleich warnt er vor den Nebenschauplätzen: "Man darf sich nicht zu sehr reinsteigern, sonst verkrampft man."
In der Rückrunde wird sich zeigen, ob den Aachenern im zweiten Jahr nach dem Aufstieg erneut der Klassenerhalt in Liga 3 gelingt. Das Rezept dafür scheint Selimbegovic bereits vor Augen zu haben: "Rückrunde heißt: kratzen, beißen und alles probieren, um jeden Punkt zu ergattern."