Erst vor wenigen Tagen hat der FC Hansa Rostock eine Neuverpflichtung vermeldet, die Daniel Brinkmann vielleicht mehr den Rücken gestärkt hat, als alle bisherigen Aussagen der Verantwortlichen: Mit Markus Gellhaus wurde nämlich der Wunschkandidat von Brinkmann als neuer Co-Trainer installiert. Die beiden kennen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten.
"Hervorragend. Markus Gellhaus ist die beste Besetzung, die ich mir vorstellen kann. Markus und ich kennen uns mittlerweile seit 25 Jahren", sagte der Hansa-Trainer auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Brinkmann wurde als Spieler von Gellhaus in Paderborn und Augsburg trainiert - seitdem sei der Kontakt nie abgebrochen, und der ehemalige Spieler hält von seinem neuen Kollegen sehr viel: "Er bringt einfach aufgrund seiner Erfahrung ein brutal gutes Profil für uns mit. Er hat alle Situationen, in denen wir lernen wollen und Potenzial haben, schon zehnmal erlebt."
Brinkmann betont die Harmonie im Verein
Trotzdem benötigt Brinkmann natürlich weiterhin Erfolgserlebnisse, um seine Position als Cheftrainer der Kogge nachhaltig zu festigen. Der letzte Sieg in der 3. Liga - 2:1 gegen 1860 München - ist mittlerweile fast einen Monat her. Deshalb sah sich der 39-Jährige gezwungen, ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen: "Es ist so, dass es zwischen mir und der Mannschaft, dem Trainerteam und dem Umfeld gut harmoniert. Wir sind bereit und willig, immer wieder Lösungsansätze zu suchen und Dinge, die wir in der Vergangenheit nicht richtig gemacht haben, zu überdenken. Stichwörter wie Demut beispielsweise spielen da eine Rolle." Es gebe keine angenehmen Startvoraussetzungen für einen neuen Trainer, befand der aktuelle Coach.
Und Brinkmann könne definitiv niemand vorwerfen, dass er nicht selbstkritisch sei. Mehrfach beteuerte er, dass er täglich Fehler mache. Er stellte aber auch klar: "Trotzdem stelle ich mich nicht hin und sage: Ich habe alles falsch gemacht. Das ist auch nicht der Fall." Viel mehr gehe es darum, aus seinen Fehlern zu lernen: "Für mich ist das Ganze ein Prozess, aber ein Prozess, in dem ich selbstbewusst bleibe, weil ich aus meinen Fehlern immer gelernt habe. Fehler machen einen besser."
„Wenn man die Spieler, die verletzt waren, so sieht, muss man sagen: minus drei Millionen. Dann bist du irgendwo im unteren Mittelfeld.“ (Daniel Brinkmann über den Rostocker Kaderwert)
Und der Trainer sprach noch ein weiteres Thema an, dass ihm offenbar seit Wochen auf der Seele brennt: der Kaderwert der Rostocker. Der FCH hat eine der teuersten Mannschaften der Liga, das steht außer Frage. Aber für Brinkmann sei das "kein Indikator", weil das niemand wirklich einschätzen könne: "Transfermarkt gibt eine grobe Richtung vor, aber letzten Endes sind die nicht bei uns in der Buchhaltung und schauen sich die Verträge an - wäre mir zumindest neu."
Außerdem sei der tatsächliche Kaderwert auch immer vom Krankenstand abhängig: "Wenn man die Spieler, die verletzt waren, so sieht, muss man in den vergangenen Wochen sagen: minus drei Millionen. Dann bist du irgendwo im unteren Mittelfeld."
Dietze und Krauß kränkeln - Kinsombi steht als Joker bereit
Zu den verletzten Spielern konnte der Trainer auch noch ein paar Updates geben: Lukas Wallner und David Hummel stehen wohl kurz davor, ins Mannschaftstraining zurückzukehren. Bei Benno Dietze und Maxi Krauß hingegen mache sich der Herbst bemerkbar: "Sie sind am Kränkeln." Christian Kinsombi mache einen guten Eindruck, sei für das Spiel am Samstag (14 Uhr) zu Hause gegen Wiesbaden zwar noch kein Startelfkandidat, aber definitiv für eine Einwechslung bereit.