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Bundesliga zahlt fast 250 Millionen Euro an Berater

kicker

Bayern ganz vorne mit 51 Mio. Euro

Die Münchner überwiesen laut den Finanzkennzahlen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) satte 51,195 Millionen Euro für Beratungs- und Vermittlerdienstleistungen. Auf Platz zwei folgt Borussia Dortmund mit 36,632 Millionen Euro, auch RB Leipzig hielt sich mit 35,216 Millionen Euro "schadlos". Die 20-Millionen-Marke sprengte Eintracht Frankfurt mit 24,095 Millionen Euro, ebenfalls im zweistelligen Millionenbereich lagen Bayer Leverkusen (19,378 Mio.), der VfB Stuttgart (19,15 Mio.) und die TSG Hoffenheim (14,327 Mio.).

Allzeithoch für die Bundesliga liegt auch an hohem Transferumsatz

Damit kommt die Bundesliga auf ein Allzeithoch von satten 249,717 Millionen Euro. In der Vorsaison waren es noch 187,819 Mio. Euro. Wobei dieser Wert realistisch etwas höher, bei rund 200 Mio. Euro, gelegen haben dürfte. Weil Frankfurt damals von kalendarischer auf saisonale Bilanzierung umgestellt und daher für die im Transferbereich durchaus umsatzstarken Hessen lediglich die Halbjahreswerte ausgewiesen worden waren.

Nichtsdestotrotz: Der Trend geht, über die vergangenen Jahre seit der Corona-Pandemie betrachtet, wieder hin zu steigenden Provisionen, was auch an den wieder wachsenden Transferumsätzen liegt. So erwirtschaftete die Beletage 2023/24 rund 1,06 Milliarden Euro durch Verkäufe, ein Zuwachs von rund 450 Mio. Euro im Vergleich zu 2022/23. Zudem gab sie gut 840 Mio. Euro für neue Spieler aus und damit knapp 300 Mio. Euro mehr als in der Spielzeit zuvor. Insofern ist der Zuwachs erklärbar. In der 2. Liga sanken die Ausgaben von 38,723 auf 24,659 Millionen Euro. Hier thront Hertha BSC ganz oben mit 7,623 Millionen Euro.

Dass sowohl die Bayern als auch der BVB einmal mehr an der Spitze liegen, kommt aufgrund ihrer jeweiligen Topposition in Sachen Personalaufwand nicht von ungefähr. Hier rangieren die Münchner mit 429,5 Millionen Euro (Vorsaison: 415,5 Mio.) auf Platz eins, gefolgt von den Westfalen mit 268,5 Millionen Euro (236,2 Mio.). Und speziell im Transfersommer 2023 hatten die beiden bekanntesten deutschen Vertreter auch außerordentliche Transaktionen abgewickelt, die entsprechende Millionenprovisionen nach sich gezogen haben dürften.

Kane- und Bellingham-Transfer dürften für Millionen gesorgt haben

Der Rekordmeister sicherte sich bekanntlich die Dienste von Tottenhams Sturm-Superstar Harry Kane für kolportierte 95 Mio. Euro, weitere Boni dürften gefolgt sein. Der BVB verkaufte Jude Bellingham zu Real Madrid für 113 Mio. Euro. Klar, dass derartige Summen hohe Provisionen nach sich ziehen. Insgesamt bedient sich die Branche doch weiterhin häufig der Berater und Intermediäre, auch wenn Kluboffizielle hinter vorgehaltener Hand gerne schimpfen.

Zur Wahrheit gehören allerdings stets zwei Aspekte: Es gibt sehr viele seriöse Berater und gerade durchschnittliche Profis befänden sich in Verhandlungen mit und in der Karriereplanung bei juristisch gewiss breiter aufgestellten Klubs in einem Machtgefälle gegenüber ihren Arbeitgebern.

Genauso allerdings ist in der Einordnung der Zahlen die Tatsache zu beachten, dass auch ungesunde Beziehungen zwischen Vereinen und Agenturen existieren, wodurch Klubs Risiken einseitig tragen und vor allem die Agenten profitieren. Und ebenso, dass manche Agenturen junge Spieler durch fragwürdige Konstrukte, etwa zinslose Darlehen an Eltern, an sich binden - was in Deutschland ob des Exklusivitätsverbots in der Arbeitsvermittlung ohnehin juristisch nicht haltbar ist.