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Chelseas Triumph ist auch eine Meisterleistung Marescas

kicker

Am Ende könnte man fast eine Art Etikettenschwindel vermuten: Chelsea? Klub-Weltmeister? Ja, tatsächlich! Also auch das beste Team der Welt? Nein, dazu fehlt den Blues dann doch noch etwas. Aber nur dieses Finale für sich genommen, diese unglaubliche Demonstration der Stärke, war ein Genuss aus Sicht der Blues.

Mit Blick auf das 3:0 gegen PSG hat Chelsea die erste Klub-WM im 32er-Format verdient gewonnen, schließlich besiegt keiner die zuletzt beste Mannschaft der Welt zufällig, das verdient Anerkennung. Das ändert allerdings nichts daran, dass PSG phasenweise während des Turniers wegen seiner Dominanz an ein großes Team wie Milan (Ende der 80er oder 1994) erinnerte. Doch in diesem Endspiel fanden die Franzosen ihren Meister.

Chelseas Coach Enzo Maresca lieferte dazu passend eine taktische Meisterleistung ab. Er vermischte eine nominell defensive Aufstellung mit einer erfrischend mutigen und offensiven Herangehensweise. Hieß konkret: Er stellte mit Reece James einen gelernten Verteidiger auf die rechte Sechs und Enzo Fernandez als Top-Sechser erneut auf die Zehn, zuweilen auch als hängende Spitze auf. Mehr "nach vorne verteidigen" geht nicht.

Und das taten die Londoner, zogen Paris mit aggressivem Anlaufen und geschicktem Zustellen der Räume den Zahn. Als Kirsche auf der Sahne gab es noch Cole Palmer, der in dieser Form einer der besten Offensivspieler der Welt ist. Wie er von rechts immer wieder mit Tempo und Technik in den Zehnerraum zog, selbst traf oder Chancen vorbereitete - große Klasse!

Nebenbei: Die Serie des FC Chelsea ist beeindruckend. Wann immer die Blues seit 2012 in einem internationalen Finale standen, haben sie es gewonnen. Ausklammern muss man dabei nur das Klub-WM-Endspiel 2012, als es in Yokohama ein 0:1 gegen Corinthians setzte. Doch davor und danach gab es nur Siege: in der Champions League (2012 und 2021), in der Europa League (2013 und 2019), bei der Klub-WM (2021) und eben neulich in der Conference League (2025).

Der Klub aus dem Südwesten Londons handelt also getreu dem Motto, das schon viele im Vorfeld von Showdowns zum Besten gegeben haben, doch nicht alle hielten sich daran: Sie spielen ein Finale in der Regel nicht, sie gewinnen es einfach. Obwohl: Dieses gegen Paris spielten sie auch, sie zelebrierten es sogar.

Chelsea ist schwer zu greifen

Tja, warum hat der FC Chelsea nun diese große Trophäe gewonnen? Konkret auf das Endspiel bezogen, muss man Marescas Team attestieren, dass es schaffte, was zuletzt nur wenigen gelungen war: die Angriffsmaschinerie der Franzosen zu stoppen, ihre großartigen Offensivrochaden in den Griff zu bekommen. Und den Weltklassekeeper Gianluigi Donnarumma entscheidend zu überwinden.

Apropos Griff: Chelsea indes ist irgendwie schwer zu greifen. Was macht diese Mannschaft so stark? Es ist eine Mischung aus individueller Qualität (Moises Caicedo, der wiedererstarkte Weltmeister Fernandez, natürlich Palmer sowie die Neuzugänge Liam Delap und Joao Pedro) und mannschaftlicher Geschlossenheit, die in den USA zum Triumph führte. Das Ganze aber eben, ohne permanent so zu brillieren wie am Sonntag oder die Gegner auseinanderzuschrauben wie nun PSG. Sondern eher mit Konstanz, taktischer Disziplin und Kaltschnäuzigkeit.

Chelsea hat damit alle Saisonziele erreicht: Über die Premier League sicherte man sich mit dem 4. Platz die Rückkehr in die Champions League, in der Conference League erfüllten die Blues die Pflicht und gewannen den drittklassigen europäischen Wettbewerb, und nun siegte Chelsea auch noch bei der Klub-WM, was man so im Vorfeld nicht hatte erwarten dürfen - weder im Vorfeld des Turniers noch des Finals.

Möglicherweise ist in der kommenden Saison auch mehr in der Premier League drin, diesem Team könnte auf eine gewisse Art die Zukunft gehören, nachdem der Klub in den vergangenen Jahren nach dem Aus von Roman Abramovich im Chaos zu versinken drohte und zunächst ziellos zum Shopping-King und zum Spottobjekt wurde. Zuletzt schnupperte man in der Hinrunde mal kurz in höheren Regionen, ehe Liverpool meisterlich davonzog und die Blues durchaus zwischendurch so sehr schwächelten, dass sie bis zum Schluss um die Teilnahme an der Königsklasse zittern mussten.

Wenn Chelsea die Lücke schließen würde, wäre das aber ebenso wenig Zufall wie der Sieg bei der Klub-WM.Denn es ist zum einen gute Arbeit, zum anderen aber auch fast logisch oder irgendwie erwartbar. Denn die Transferausgaben der vergangenen zehn Jahre in Höhe von 2,73 Milliarden Euro überbietet keiner. Nicht ManUnited, nicht ManCity. Und auch nicht das am Sonntag so bitter und vor allem in dieser Höhe unerwartet unterlegene PSG.