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"Da muss man viel einstecken": Wie Schuster vor Bologna warnt

kicker

Der reine Blick auf die bisherigen Ergebnisse dieser Saison lässt erahnen, wie unangenehm es wohl ist, gegen den FC Bologna anzutreten: 1:0-Sieg im Testspiel gegen Stuttgart, 0:1 gegen AS Rom, 1:0 gegen Como, 0:1 gegen Milan, 2:1 gegen Genua, 0:1 in der Europa League gegen Aston Villa, 2:2 gegen Lecce am vergangenen Wochenende.

"Es ist definitiv eine Mannschaft, die leidenschaftlich verteidigt, sehr mannorientiert und die in der Regel sehr hoch stört und dem Gegner nicht sehr viel Luft und Räume schenkt", beschreibt Julian Schuster nach eingehender Analyse den Gegner am morgigen Donnerstagabend (ab 18.45 Uhr LIVE! bei kicker) und warnt sein Team: "Das kann sehr unangenehm sein. Da sind sie wirklich aggressiv und ziehen das meistens über die gesamte Spieldauer durch."

„Die Mannschaft ist abgefuchst, spielt körperlich und macht in wichtigen Momenten auch taktische Fouls.“ (Julian Schuster über den FC Bologna)

Seine Profis müssten sich darauf einstellen, dass Bologna auf Basis ihrer kollektiven Defensivarbeit bei Balleroberungen sehr schnell und direkt in die Offensive umschalten könne und dort gefährlich werde. Etwa über den italienischen Nationalspieler Ricardo Orsolini, der meist über rechts außen kommt. Schuster: "Sie sind sehr diszipliniert und damit auch sehr erfolgreich. Sie haben den Pokal gewonnen und das zeigt, was für ein Charakter in dieser Mannschaft steckt, wenn du auch in diesem K.-o.-Wettbewerb in der Lage bist, Spiele knapp für sich zu entscheiden."

Bologna gewann die Coppa gegen Milan

Mitunter auch gegen große Kaliber. Im Finale war die AC Milan der Gegner. Ergebnis? Na klar, 1:0, diesmal eben für Bologna, das mit der Coppa Italia Mitte Mai 2025 den ersten großen Titel seit 1974 feierte.

Schuster, der vor seinem ersten internationalen Auswärts-Pflichtspiel als Chefcoach "eine positive Anspannung und Neugier" spürte, etwa auf das ihm zuvor unbekannte Stadio Renato Dall'Ara, ging während der Pressekonferenz am Mittwochabend noch ein zweites Mal auf die Spielweise der Rot-Blauen ein. Trotz aller internen Analysen vielleicht auch, um sicherzugehen, dass wirklich jeder SC-Spieler weiß, was ihn am Donnerstagabend auf dem Rasen erwartet.

Ein Appell für das manchmal zu brave SC-Team

"Die Mannschaft ist abgefuchst, spielt körperlich und macht in wichtigen Momenten auch taktische Fouls. Da ist Erfahrung drin. Dieses kollektive Verteidigen ist sehr ausgeprägt", so Schuster, der prognostiziert und fordert: "Da muss man viel einstecken und annehmen, auch eine emotionale Balance finden, gedanklich wirklich voll auf der Hut zu sein, um schnell zu reagieren und präsent zu sein. Wir brauchen Resilienz, Wachheit und eine hohe Aktivität."

Ein nachvollziehbarer Appell, gerade weil SC-Mannschaften trotz ihrer Erfolge der vergangenen Jahre eher dafür bekannt sind, auf dem Platz auch mal zu brav zu sein. "Das ist eine Schwäche von uns. Das hat damit zu tun, dass wir manchmal einfach zu lieb sind, auch von den Spielertypen her", hatte etwa Lukas Kübler im November 2024 im großen kicker-Interview eingeräumt.

Kübler und Irié fehlen, Höler und Lienhart bereit

Kübler selbst hingegen gehört in der Regel zu den griffigsten Freiburger Zweikämpfern, fällt in Bologna aber definitiv aus. Beim 1:1 gegen Hoffenheim, als er früh zur Führung getroffen hatte, wurde er nach einem Kopfzusammenprall noch vor der Halbzeit ausgewechselt. Nun trat er die Reise nach Norditalien gar nicht erst mit an. "Es ist eine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Schuster. Kübler könne am Sonntag in Gladbach wieder eine Option sein.

In Bologna wird allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit Philipp Treu seine Startelfpremiere hinten rechts feiern. Der Sommer-Rückkehrer vom FC St. Pauli hatte zuletzt regelmäßig als Joker überzeugt. Entweder in der offensiveren Rolle vor Kübler oder als Ersatz für diesen, wie zuletzt gegen Hoffenheim.

Während Philipp Lienhart und Lucas Höler, die unlängst zweimal bzw. einmal wegen Krankheit im Kader fehlten, wieder einsatzbereit sind, steht der zuletzt auch vom einem Infekt ausgebremste Cyriaque Irié laut Schuster erneut nicht im Aufgebot.