Nach dem 1:1 im Hinspiel
"Druck kann man haben, wenn man nicht gut vorbereitet ist", trat Havelses Trainer Samir Ferchichi schon im Vorfeld der ersten Ausgabe der Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen den 1. FC Lok Leipzig ruhig und fokussiert auf.
Der 40-Jährige hatte sich gegen den Gegner aus Leipzig einen klaren Matchplan zurechtgelegt. Mit der gleichen Startelf wie im letzten Ligaspiel gegen den VfB Oldenburg und im typischen 3-1-4-2-System überließen sie den Leipzigern in weiten Teilen bewusst den Ball und setzten auf Spielkontrolle ohne Ballbesitz.
Unterschiedliche Vorzeichen, aber kein Vorteil
Der TSV verteidigte im tiefen Block und fokussierte sich auf schnelle Umschaltmomente. Havelse bediente damit auch die unterschiedlichen Vorzeichen, denn der Meister der Regionalliga Nord-Ost musste vier Tage zuvor noch im Finale des Sachsenpokals gegen Erzgebirge Aue über die vollen 120 Minute ran.
Das letzte Pflichtspiel der Garbsener war bereits 10 Tage her. "Man kann aus allen Dingen einen Vorteil ziehen. Leipzig kann sagen, dass sie auf Spannung geblieben sind, wir können sagen, dass wir mehr Regenerationszeit hatten. Das legt sich jeder so zurecht, wie er es mental braucht", betonte Ferchichi vor der Partie.
„Die Chancenqualität war auf unserer Seite.“ (Samir Ferchichi)
Auf dem auffallend tiefen Geläuf im Bruno-Plache-Stadion waren beide Mannschaften darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Die über 10.000 Zuschauer sahen vor allem eine umkämpfte Partie zwischen den Strafräumen mit einem leichten Chancenplus aufseiten des TSV. "Die Chancenqualität war auf unserer Seite", sagte Ferchichi. Die Kulisse sei für die Spieler des TSV kein Faktor gewesen. "Wir haben genug Erfahrung in der Mannschaft, sodass ich klar sage, dass uns das nicht beeinflusst."
Nach einer Partie, die vor allem von der Spannung lebte, wurde es erst in Schlussminuten so richtig turbulent. Havelses Top-Scorer Marko Ilic, der von seinem Trainer vor der Saison vom Rechtsverteidiger zum Stürmer umgeschult wurde, brachte die Gäste mit einem Traumtor in der 89. Minute in Führung, ehe Leipzig nur zwei Minuten später den Ausgleich erzielte. "Das Zustandekommen des Gegentreffers ist maximal unglücklich, aber ich bin mit der Leistung der Mannschaft absolut zufrieden", sagte Ferchichi nach Abpfiff.
Vor einer ganz anderen Kulisse steigt das Rückspiel dann am Sonntag im Wilhelm-Langrehr-Stadion in Havelse (Kapazität: 3500). Der Meister der Regionalliga Nord war in der abgelaufenen Saison das heimstärkste Team der Liga und holte 14 Siege aus 17 Spielen. "Nach Havelse kommt man nicht so gerne", sagte Top-Scorer Ilic nach der Partie. "Jetzt kommt die zweite Halbzeit."
„Wir werden zu Hause alles daran legen, das Ganze noch einmal zu toppen.“ (Samir Ferchichi)
Ferchichi war mit dem Ausgang der Partie zufrieden: "Wir können mit dem Ergebnis sehr gut leben und werden zu Hause alles daran legen, das Ganze noch einmal zu toppen. Schlussendlich wollen wir den maximalen Erfolg und dass der Traum der Spieler in der 3. Liga zu spielen in Erfüllung geht. Das wäre das i-Tüpfelchen."