Bereits zwei Tage vor Anpfiff des Drittliga-Spiels von Energie Cottbus bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim ist FCE-Trainer Claus-Dieter Wollitz - gelinde gesagt - geladen. Im Mittelpunkt stand unter anderem der Spielort für das Duell der beiden bislang noch ungeschlagenen Mannschaften.
Anstatt wie anfangs aufgrund der Sicherheitsvorgaben vorgesehen in der PreZero-Arena geplant, weicht man am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) ins Dietmar-Hopp-Stadion aus. "Unglaublich, dass es das in der heutigen Zeit gibt", echauffierte sich Wollitz bei der Pressekonferenz vor dem Spiel. "Dass du an einem Tag in dem Stadion, am anderen Tag in dem Stadion spielst", ist für den 60-Jährigen nicht verständlich.
Kein unbekanntes Stadion
"Das werden wir nächste Woche auch machen. Vielleicht spielen wir im Lokstadion oder im Priograben. Und in Peitz haben wir noch ein Freundschaftsspiel offen, das wäre auch eine gute Adresse", führte Wollitz ironisch fort. Unmissverständlich wollte der FCE-Trainer jedoch klarstellen, dass sein Problem nicht darin liege, "im kleinen Stadion zu spielen".
Schließlich ist es auch nicht das erste Spiel für Wollitz im Dietmar-Hopp-Stadion: Bereits 2007 gastierte der gebürtige Brakeler an selber Stelle als Trainer des VfL Osnabrück bei der ersten Mannschaft der Sinsheimer in Liga zwei. Für Wollitz geht es um etwas anderes: "Nur wenn man Hü und Hott macht, finde ich das in der heutigen Zeit bemerkenswert", stellte er klar. Diesen Umstand nahm der 60-Jährige auch gleich als Anlass für eine Generalkritik an Zweitvertretungen in der 3. Liga.
„Der VfB II hat letzte Saison 44 Spieler eingesetzt, wer soll in dieser Liga so viele Spieler unter Vertrag nehmen?“ (Claus-Dieter Wollitz)
"Dann wundern sich diese Vereine, warum sie dann so in den Diskussionen stehen. Das ist auch Eigenverschulden", legte Wollitz nach. Dabei machte er einige Punkte aus, die zu kritisieren seien. Ein Hauptargument sollten dabei die Transfers sein. Insbesondere einer der Hoffenheimer Sommertransfers stieß dem Trainer dabei sauer auf: "Sie kaufen Spieler für Millionen-Ablösesummen, die dann in der zweiten Mannschaft spielen. Ich finde, das hat in diesem Wettbewerb einen bitteren Beigeschmack."
Im Sommer wechselte Deniz Zeitler, den Wollitz ohne ihn namentlich hervorzuheben als "sehr guten und interessanten Spieler, der auf jeden Fall in die Bundesliga kommen wird" bezeichnete, vom FC Ingolstadt in den Kraichgau. Für Wollitz eine Art der Wettbewerbsverzerrung, da der Spieler für "normale Drittligisten, teilweise auch Zweitligisten", nicht finanzierbar sei.
Selbiges gelte für die Kadergrößen, die die Zweitvertretungen zur Verfügung haben: "Der VfB II hat letzte Saison 44 Spieler eingesetzt, wer soll in dieser Liga so viele Spieler unter Vertrag nehmen?", fragte Wollitz. "Deshalb gibt es diese Diskussionen und sie werden immer mehr."
Thiele erstmals in der Liga im Kader
Von diesen Diskussionen erhofft sich der Trainer, dass "irgendwann die Entscheidung getroffen wird, dass der deutsche Fußball bzw. die Vereine davon profitieren". Dabei legt Wollitz ein besonderes Augenmerk auf die Attraktivität der Liga. "Die Traditionsvereine generieren die Zuschauer, dementsprechend sollten sie begleitet und honoriert werden", wünscht er sich für die Zukunft.
Vorerst muss sich Wollitz aber erstmals auf das Sportliche konzentrieren - und da gab es positive Nachrichten. Timmy Thiele, der bereits am vergangenen Wochenende beim DFB-Pokal-Sieg gegen Hannover 96 (1:0) auf der Bank Platz nahm, ist weiter auf gutem Weg und wird erstmals in dieser Saison am Samstag gegen die TSG-Zweite bei einem Ligaspiel im Kader stehen - genauso wie Moritz Hannemann.