Seinen Start in Aachen dürfte sich Benedetto Muzzicato etwas leichter vorgestellt haben: Aufgrund von Verletzungsproblemen und ausbleibenden Neuzugängen konnte der Trainer seine Spielideen bislang nur einem stark dezimierten Kader vermitteln. In den vergangenen Wochen standen dem 46-Jährigen im Training "nur zwölf bis 14 Spieler" zur Verfügung. "Das ist schon außergewöhnlich", gab Muzzicato zu.
Lediglich einmal in seiner Karriere hatte er eine ähnliche Situation erlebt. "Ich musste in Diensten von Viktoria Berlin während Corona mal mit zwei U-19-Spielern in Mannheim starten, weil wir so viele Ausfälle hatten", erklärte der Alemannia-Trainer. Allerdings handelte es sich eben "nur" um ein Spiel und nicht um einen derart langen Zeitraum.
Immerhin lichtete sich das Lazarett zuletzt ein wenig. Die zuletzt angeschlagenen Florian Heister, Jeremias Lorch, Daniel Wiebe und Jan Olschowsky kehrten ins Training zurück. Das Quartett dürfte auch im Heimspiel gegen 1860 wieder im Kader stehen.
Muzzicato hat vollstes Vertrauen in Azzouzi
Trotz der Rückkehrer fehlt weiter die Breite im Kader, die aus den Transferaktivitäten resultiert. "Nehmen wir mal Emmanuel Elekwa weg, sind in den sieben Wochen, in denen ich hier bin, keine Transfers getätigt worden", so Muzzicato. Einen Vorwurf wollte er Geschäftsführer Sport Rachid Azzouzi dafür aber nicht machen. "Er tut uns allen gut", erklärte der Coach stattdessen. Dementsprechend habe er vollstes Vertrauen, dass "in absehbarer Zeit" Zugänge vorgestellt werden.
Unter anderem sucht die Alemannia noch nach mindestens einem Verteidiger und einem Offensivspieler. Diese Profile erfüllen würden drei aktuelle Probespieler: Seit Mittwoch testet Aachen Louis Hiepen, Léni Hagist und Dillon Hoogewerf. Während die beiden Erstgenannten Innenverteidiger sind, ist Hoogewerf in der Offensive flexibel einsetzbar. Obwohl Muzzicato das Trio nach den ersten Eindrücken lobte, sei er noch "weit weg von einer Entscheidung".
Eine Entscheidung fiel hingegen schon über Pierre Nadjombe. Der rechte Schienenspieler des 1. FC Magdeburg, für den er sechs Zweitliga-Spiele absolvierte, verstärkt die Kartoffelkäfer für die kommende Saison auf Leihbasis. Wir freuen uns sehr darüber, mit ihm einen dynamischen Spieler für die Außenbahnen gewonnen zu haben", erklärte Azzouzi.