Fehlercode: %{errorCode}

Der Polzin-Vertrag ist ein wichtiges Signal

kicker

Polzins Kontrakt hatte sich durch den Bundesliga-Aufstieg automatisch um eine weitere Spielzeit verlängert, und Skeptiker könnten nach der bislang holprig verlaufenen Vorbereitung anmerken, der HSV habe in der Vergangenheit schon derart hohe Summen für Abfindungen aufgewendet, dass auch Abwarten ein Gebot der Stunde sein könnte, anstatt den 34-Jährigen nun vorzeitig mit einem Vertrag bis 2027 auszustatten. Genau das aber wäre das falsche Signal gewesen.

Der einstige Co-Trainer ist nicht auf Beliebtheitspreise aus

Es geht bei dem neuen Arbeitspapier nicht um ein Zeichen von Dankbarkeit, und selbstredend ist dies nicht gleichbedeutend mit einer Jobgarantie. Auch der umjubelte Aufstiegsheld wird in der Bundesliga an der Realität und an den Ergebnissen gemessen. Die Verlängerung aber ist ein Zeichen, dass ihm die Bosse zutrauen, mehr als ein Chef auf Zeit zu sein. Und das nach innen und außen dokumentierte Vertrauen könnte eine ganz entscheidende Rolle spielen in einer Saison, die den HSV und ihren Trainer vor neue Schwierigkeiten und Herausforderungen stellen wird.

Eine Sicherheit, dass Polzin der Richtige ist, gibt es nicht. Es gibt aber Hinweise, dass er zumindest die richtigen Ansätze wählt. Dass ausgerechnet er als langjähriger Co-Trainer nicht die romantische Herangehensweise wählt, nach dem gemeinsam erreichten Aufstieg auch mit den Helden in die Zukunft zu gehen, sondern auf Basis einer intensiven Analyse die Triebfeder für konkrete Veränderungen war, belegt, dass Polzin das große Ganze im Blick hat, rein inhaltliche Entscheidungen trifft und nicht darauf aus ist, Beliebtheitspreise zu gewinnen.

Diese vom Coach gelebte Rationalität, ließe sich nun entgegnen, könnte auch angebracht sein im Umgang mit seiner Zukunft. Tatsächlich aber muss ein Chef, der derart mutige und zum Teil auch harte Entscheidungen trifft, von der Führung maximal gestärkt sein. Genau das ist mit der Vertragsverlängerung nun geschehen. Diese allein wird keine Stürme verhindern, die in der Bundesliga ganz sicher auf den HSV zukommen. Aber sie kann dem entgegenwirken, dass womöglich schon beim ersten Gegenwind Einzelne einknicken.