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Deshalb wurde Mickel beim HSV zur Kultfigur

kicker

Karriereende mit 36

Insgesamt 13 Jahre, von 2009 bis 2013 und von 2015 bis 2025, trug der gebürtige Hoyerswerdaer das HSV-Trikot. In dieser Zeit spielte er hauptsächlich für die Regionalliga-Mannschaft und verzeichnete lediglich sechs Profi-Einsätze. Mickel spielte zweimal in der Bundesliga, dreimal in der 2. Liga und bestritt ein DFB-Pokalspiel. Dass er dennoch Publikumsliebling war, liegt auch in einer Derby-Episode begründet.

Geliebt von den Fans, hoch geschätzt von allen Trainern und Kollegen

Als der HSV während seiner ersten Zweitliga-Saison im März 2019 das Stadt-Duell auf St. Pauli mit 4:0 gewann, war Mickel mit Anlauf auf den feiernden Gästeblock zugelaufen, hatte dann mit einem Karatetritt die Eckfahne mit dem St. Pauli-Emblem umgetreten. Es war der Konter auf die identische Aktion vom einstigen St. Pauli-Torwart Benedikt Pliquett: Der hatte nach einem 1:0-Sieg im Volkspark acht Jahre zuvor im Überschwang die HSV-Fahne umgetreten, Mickels "Rache" verlieh ihm bei den eigenen Fans einen besonderen Status.

Mickel ist jedoch ausdrücklich nicht auf die Rolle des Fanlieblings wegen seiner Derby-Aktion zu reduzieren, sondern hatte einen ähnlich hohen Stellenwert in eigentlich allen HSV-Kadern und bei sämtlichen Trainern. "Kaum ein Profi", sagt Sportdirektor Claus Costa, "hat in all den Jahren in jeder Trainingseinheit und neben dem Platz Teamgeist, Fleiß und Energie so verkörpert wie Tom." Obwohl er sportlich hinter Daniel Heuer Fernandes und Matheo Raab zuletzt nur die Nummer 3 war, rühmt ihn Costa "als ganz wichtigen Bestandteil." Ex-Trainer Tim Walter hatte ihn wegen seiner besonderen Ausstrahlung auch immer wieder mit in den Reisekader zu Auswärtsspielen mitgenommen, obwohl kein Platz auf der Bank für ihn frei war.

Immer wieder kehrende Schulterprobleme

Das Karriereende kommt nicht ganz freiwillig. Immer wieder kehrende Schulterprobleme zwingen ihn zum Aufhören und verhinderten auch einen Bankplatz beim Saisonkehraus in Fürth (2:3). "Aufgrund meiner anhaltenden Schulterprobleme bin ich leider nicht mehr in der Lage, noch eine weitere Saison im Profifußball zu spielen", erklärt Mickel zum Abschied. "Das tut weh, doch zugleich blicke ich mit großer Dankbarkeit auf eine hochemotionale Reise mit der Raute auf der Brust zurück. Vor allem die Momente nach dem Ulm-Spiel sowie die Aufstiegsfeier am Rathausmarkt gemeinsam mit den Fans werden mir in besonderer Erinnerung bleiben." Er selbst wird für die Öffentlichkeit immer wegen seines ekstatischen Jubels am Millerntor in Erinnerung bleiben. Und für seine Mitspieler als loyaler und energiegeladener Kollege.