2:1 gegen England, 4:1 gegen Wales und 5:2 gegen die Niederlande: Frankreich erzielte elf Tore in drei Gruppenspielen und sorgte dafür, dass die eigenen Fans bei der EM in der Schweiz bislang voll auf ihre Kosten kamen.
Les Bleues stehen verdient im Viertelfinale, wo am Samstag (LIVE ab 21 Uhr bei kicker) nun aber das Duell mit Deutschland ansteht. Selbstverständlich möchten die Französinnen weiterkommen, doch man wolle auch "guten Fußball spielen, Spaß haben und die Fans unterhalten", wie Coach Bonadei via UEFA-Website erklärte.
Dass Frankreich offensiv so zur Geltung kommt, hat auch mit dem 55-Jährigen zu tun. Seit er Les Bleues im Oktober 2024 übernommen hat, stachen diese mit 41 Toren in 15 Spielen hervor - das sind im Schnitt 2,73 Tore pro Spiel. "Es ist wie eine Theatervorführung - die Menschen kommen ins Stadion, um unterhalten zu werden", sagt Bonadei und macht dabei keinen Hehl aus seiner Vorliebe. "Ich war schon immer vom Offensiv-Fußball fasziniert."
Offensiv-Power dank Vielseitigkeit
Das Besondere an den Französinnen ist, dass sie sich nicht auf eine oder zwei Torjägerinnen verlassen, vielmehr wird diese Last auf viele Schultern übertragen. "Die Botschaft des Trainers ist klar: Jede kann treffen", sagte Delphine Cascarino: "Wir spielen mit Freiheit und gehen Risiken ein. Deshalb stehen so viele von uns auf der Torschützenliste."
Beim 5:2 gegen Oranje glänzte die 28-Jährige mit Tempoläufen, einer Vorlage und einem Tor. Das ist es auch, was der Coach sehen möchte. "Wir haben Spielerinnen ausgewählt, die Tempo, Wucht, Technik und vor allem Spielintelligenz mitbringen", sagte Bonadei und stellte klar: "Fußball ist ein Spektakel. Ich gewinne lieber 4:2 als 1:0."
Trotz dieser Offensiv-Power sehen sich die Französinnen nicht als Turnierfavorit, allerdings wissen sie auch um ihre Chancen - oder wie Kapitänin Sakina Karchaoui sagte: "Wir sind nicht die Favoriten, aber mit so viel Offensivkraft ist alles möglich." Im Gegensatz zu den Männern warten die französischen Frauen noch immer auf einen Titel.
Das sei auch ein Grund, warum man gegen Deutschland nicht Favorit sei. "Es ist ein Bluff", sagte Bonadei bei der Pressekonferenz am Freitag mit Blick auf entsprechende Aussagen von Bundestrainer Christian Wück: "Da wir noch nie einen Titel gewonnen haben, können wir uns nicht als Favorit positionieren. Der Favorit bleibt Deutschland."
Bonadei gab aber auch zu, dass sich seine Mannschaft "schneller verbessert hat als erwartet". Das Duell mit dem DFB-Team sei zudem "das ideale Spiel, um zu sehen, wo wir stehen."