Rund zwei Drittel der Saisonvorbereitung sind vorüber, Schalkes Trainer Miron Muslic kann zufrieden sein mit der bisherigen sportlichen Bilanz. Seine klar definierten Schwerpunkte konzentrieren sich auch auf die Defensive, das zahlt sich bislang aus.
In der aktuellen Vorbereitungsphase geht es in den Augen von Muslic "nicht um Frische, sondern um Widerstandsfähigkeit", sagt der Coach. Nach inzwischen rund vierwöchiger intensiver Basisarbeit will er sehen, dass sich seine Mannschaft mit Mut und Entschlossenheit "bis zum Ende quälen" kann.
So wie im jüngsten Test der aktuellen A-Elf gegen den FC Twente (0:0), als die Schalker in der Schlussphase noch einmal besonders gefordert wurden. Enschede wechselte im Verlauf der Partie doppelt so häufig wie Muslic, der bewusst so vielen Feldspielern wie möglich Einsatzzeit über die volle Distanz geben wollte.
Neue Defensivstruktur wirkt stabil
Entsprechend mehr Luft hatten die Niederländer in der Endphase, doch die Königsblauen hielten stand. Besonders zufrieden ist Muslic damit deshalb, weil ein Schwerpunkt der bisherigen Vorbereitung auch darauf lag, rund um die beiden Abwehrzugänge Timo Becker und Nikola Katic "eine neue Defensivstruktur zu schaffen".
Muslic gefällt dieser Prozessverlauf. "Wenn wir mal nicht so hoch anlaufen, ist es wichtig, dass wir kompakt stehen sowie strukturiert und gut organisiert sind", sagt er. Mit Blick auf die Tests zuletzt gegen Twente oder auch Panathinaikos Athen (ebenfalls 0:0) im Österreich-Trainingslager betont der Coach: "Wenn du das Spiel nicht in deine Richtung reißen und es gewinnen kannst, dann tue alles dafür, dass du es zumindest nicht verlierst." Dies sei "so ein Mindset, an dem wir auch arbeiten".
Nimmt man den 1:0-Sieg gegen den FC St. Gallen in Imst (Torschütze: Moussa Sylla) zum Abschluss des Trainingslagers hinzu, hat sich Schalke gegen die drei stärksten Gegner der bisherigen Vorbereitung defensiv schadlos gehalten. Das ist auch deshalb Balsam für die Seele, weil der Zweitligist mit Platz 14 und 62 Gegentoren gerade erst die schlechteste Saison der 121-jährigen Vereinsgeschichte hinter sich hat.
Natürlich sind die bisherigen Resultate nicht mehr als eine Momentaufnahme. Die heiße Phase kommt jetzt erst - in weniger als zwei Wochen eröffnet Schalke 04 mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC die Zweitliga-Saison. Der nächste Test-Brocken wartet am Samstag: Im Rahmen der Saisoneröffnung gastiert der FC Sevilla in der Veltins-Arena.