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Dieter Hoeneß: "Die Kanone wäre ein schönes Beiwerk gewesen"

kicker

Torjägerkanone® für alle

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Seit 1969 verleiht der kicker die Torjägerkanone dem erfolgreichsten Bundesliga-Stürmer der Saison. Darüber hinaus gibt es seit 2019 für die Amateure die "Torjägerkanone für alle". In unserer Interview-Serie sprechen legendäre Torjäger über ihre Karriere. Heute an der Reihe: Dieter Hoeneß.

Bei welchem Verein haben Sie angefangen zu kicken?

Beim VfB Ulm, ich war fünf oder sechs Jahre alt.

Waren Sie schon als Kind ein Torjäger?

Nur in der Mannschaft unserer Schulklasse. Zunächst war ich Torwart. Mein Bruder Uli schoss, wenn wir auf der Wiese kickten, auf die Kiste, ich hielt die Bälle. Dann wechselte ich zu 1846 Ulm, auch als Torwart. Mit 14, 15 Jahren hatte ich keine Lust mehr auf Fußball, begann mit Basketball, kehrte aber ein Dreivierteljahr später zurück zum Fußball. In der A-Jugend spielte ich Stürmer, erst als Rechtsaußen, dann als Mittelstürmer.

Hatten Sie ein Vorbild?

Kein konkretes. Uwe Seeler fand ich toll, auch internationale Größen wie Pelé.

Welches war Ihr wichtigstes Tor?

Mein spektakulärstes war in jedem Fall der Kopfballtreffer, den ich im Pokalfinale 1982 im DFB-Pokal-Finale gegen Nürnberg mit Kopfverband zum 4:2-Endstand erzielt habe.

„Zunächst war ich Torwart. Mein Bruder Uli schoss, wenn wir auf der Wiese kickten, auf die Kiste, ich hielt die Bälle.“ (Dieter Hoeneß über seine Anfänge)

Wer war Ihr bester Mitspieler?

Meine Aufgabe bestand nicht allein darin, Tore zu machen, sondern auch Räume vor allem für Karl-Heinz Rummenigge zu schaffen. Und wenn Kalle in Eins-gegen-Eins-Duelle kam, war er unwiderstehlich. Er war ein Top-Spieler, Lothar Matthäus der beste Sechser der Welt, fantastisch in dieser Rolle und perfekt auf dieser Position, auch wenn er selbst sich eher als Zehner sah.

Wer war Ihr bester Gegenspieler?

Karl-Heinz Förster und Ditmar Jakobs. Beide waren immer konsequent am Mann.

Welcher gegnerische Torwart war der beste?

Uli Stein wegen seiner tollen Reflexe. Und Toni Schumacher natürlich.

Was war Ihre Stärke?

In erster Linie natürlich mein Kopfball, außerdem mein gutes Gefühl für Laufwege, mit denen ich meinen Mitspielern Räume schuf. Und ich glaube, dass ich ganz gut im Gegenpressing war. "Vorne draufgehen", sagten wir dazu früher.

Was war Ihre Schwäche?

Ich war kein Edeltechniker, schon wegen meiner Körpergröße. Allerdings ist der aktuelle Stuttgarter VfB-Stürmer Nick Woltemade ein Gegenbeispiel dafür: Seine Technik bei dieser Größe ist bewundernswert.

Wer ist der beste Torjäger aller Zeiten?

Nach wie vor Gerd Müller, keine Frage. Robert Lewandowski und Harry Kane kommen ihm nahe. Aber als Torjäger ist Gerd unerreicht mit seinen unfassbar schnellen Drehungen und seinem Instinkt.

Welchem Amateurklub sind Sie noch verbunden?

Kürzlich weilte ich beim VfR Aalen, der der Oberliga Baden-Württemberg angehört. In meiner Zeit dort, 1974 und 1975, wurden wir zweimal Meister der Oberliga, verpassten aber leider den Aufstieg in der Relegation.

Kicken Sie gelegentlich noch?

Überhaupt nicht. Ich bin froh, wenn ich gehen kann. Mein Sprunggelenk lässt nicht einmal Joggen zu, allenfalls Radfahren.

1981/82 erzielten Sie im Europapokal der Landesmeister sieben Treffer, in der Bundesliga 21. Horst Hrubesch war damals mit 27 Treffern der beste Schütze. Bedauern Sie es, dass Sie die kicker-Torjägerkanone nicht bekamen?

Sie wäre sicher ein schönes Beiwerk gewesen, jene Saison war meine beste.

  • Geboren am 7. Januar 1953 in Ulm
  • Vereine: SSV Ulm 1846 (1971-73), VfR Aalen (1973-75), VfB Stuttgart (1975-79), FC Bayern München (1979-87)
  • 288 Bundesligaspiele (127 Tore)
  • 6 Länderspiele (4 Tore)
  • 1 x Vizeweltmeister 1986
  • 5 x Deutscher Meister
  • 3 x DFB-Pokal-Sieger