Nach Abschied aus Aachen
"Marcel ist ein Aachener Junge und einer unserer Aufstiegshelden, hinter dem ein herausforderndes letztes Jahr liegt. Auch wenn sich die Wege trennen, bleibt er ein Teil unserer Geschichte. Wir wünschen ihm für seine Zukunft beruflich wie privat nur das Beste", dankte Erdal Celik, Technischer Direktor der Alemannia, am Montag Marcel Johnen für sein Engagement bei den Aachenern.
"Als Junge aus der Region bin ich stolz auf die letzten Jahre mit meinem Verein", wird Johnen in der Abschiedsmitteilung zitiert. Trotz mehrerer Rückschläge freue er sich wahnsinnig "für die Fans, dass der Klassenerhalt erreicht wurde". Auch für seinen Torwarttrainer hatte er warme Worte übrig.
So harmonisch, wie es die Mitteilung vermuten lässt, lief der Abschied wohl aber nicht, wie Johnen selbst wenig später in seiner Instagram-Story klarstellte. Einerseits hob Johnen die gemeinsam erreichten, "unvergesslichen" Erfolge inklusive des Drittliga-Aufstiegs hervor, andererseits falle es ihm schwer, die "richtigen Worte" zu finden.
„Ich musste mich mit falsch kommunizierten Ausfallzeiten nach meinen Verletzungen, angeblichen Vertragsangeboten und anderen Dingen auseinandersetzen.“ (Marcel Johnen)
Denn "nicht alles war so, wie es nach außen vielleicht schien", schreibt Johnen und erhebt Vorwürfe. "Dinge wurden bewusst falsch kommuniziert nach außen, ich musste mich mit falsch kommunizierten Ausfallzeiten nach meinen Verletzungen, angeblichen Vertragsangeboten und anderen Dingen auseinandersetzen."
Er wäre gerne in Aachen geblieben, was jedoch "nie erwünscht" gewesen sei und dies hätte er zu akzeptieren.
Johnen, der bis 2018 in der Jugend der Alemannia gespielt hat und 2022 zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt war, hatte in der Regionalliga zwei Jahre lang das Aachener Tor gehütet, verlor seinen Stammplatz nach dem Aufstieg in die 3. Liga nach dem fünften Spieltag aber an Elias Bördner, als er selbst wegen einer Gehirnerschütterung passen musste.
Celik: "Ich lasse die Aussage mal so stehen"
Ab dem 15. Spieltag stand Johnen wieder im Tor, ehe im Winter in Jan Olschowsky ein weiterer Torhüter zur Alemannia stieß und Johnen fortan gar zur Nummer drei degradiert wurde. Ab April fehlte der Torhüter dann krankheitsbedingt im Saisonendspurt.
Auf die Vorwürfe angesprochen sagte wiederum Celik der Aachener Zeitung: "Marcel ist ein verdienter Spieler und zeigt seine Enttäuschung. Ich lasse die Aussage mal so stehen."
Johnen derweil wünscht dem Verein "für die Zukunft nur das Beste" und hofft, "dass ich noch einmal in Zukunft dieses Trikot tragen werde". Sein nächstes Ziel ist aktuell noch nicht bekannt, zuletzt wurde über einen Transfer in die zweite niederländische Liga zu Roda Kerkrade spekuliert.