Johan Djourou, Direktor des Schweizer Fussballverbands, zeigte sich trotz der Niederlage optimistisch. Gegenüber dem Blick erklärte er: "Es war ein Spiel mit einer anderen Identität als das, was wir bisher erlebt hatten. Ich finde, dass die Spielerinnen die Anweisungen und Ideen von Rafel Navarro schnell verinnerlicht haben. Wir haben in so kurzer Zeit, nach nur vier Trainingseinheiten, sehr gute Dinge gesehen."
Die Wahl Navarros als neuer Cheftrainer überraschte viele, da er bisher keine Erfahrung als Hauptverantwortlicher hatte und weder eine Landessprache spricht noch den Schweizer Fussball kannte. Djourou, der bei der Trainersuche eine Schlüsselrolle spielte, erläuterte die Entscheidung: "Die Leitlinie war, eine langfristige Vision zu haben. Man neigt dazu, immer auf die Namen zu schauen, die im Vordergrund stehen. Aber es gibt für alles einen Anfang. Irgendwann muss man jemandem eine Chance geben. Rafel Navarro erfüllte viele Kriterien in Bezug auf sein Alter und in Bezug auf seine Philosophie."
Der Verband setzt auf Navarro, um eine nachhaltige Strategie zu entwickeln und die Spielerinnen weiterzubringen. Djourou betonte jedoch, dass man nicht versuche, den Spielstil von Barcelona zu kopieren, wo Navarro zuvor tätig war. "Wir wissen, dass die Schweiz nicht von einem Tag auf den anderen so spielen wird wie der FC Barcelona. Die Schweiz ist die Schweiz und wird die Schweiz bleiben. Aber das Ziel ist es eben, eine Identität und einen Spielstil für unsere Kultur zu finden", so Djourou.
Sundhage-Entlassung sei letztlich nur logisch gewesen
Ein weiteres Thema ist die umstrittene Trennung von der vorherigen Trainerin Pia Sundhage. Trotz eines starken Auftritts bei der Europameisterschaft wurde ihr Vertrag nicht verlängert, was zu Kritik führte. Djourou verteidigte die Entscheidung: "Nach der EM kam die Zeit der Analyse. Und da muss man langfristig denken und nicht nur kurzfristig, wie es bei der EM der Fall war. Man muss auch die Nations League bedenken, mit dem Abstieg, der uns heute in eine Position bringt, in der es schwieriger sein wird, die WM zu erreichen. Und selbst an der EM, wenn man sie kühl analysiert, haben wir zwar die Gruppe überstanden, aber nur ein Spiel gewonnen. Und mit etwas Abstand war es für uns eine logische Entscheidung, Pia keine Vertragsverlängerung anzubieten."