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Magnin über Ailton: "Da war er nicht mehr der Kugelblitz, sondern nur noch die Kugel"

kicker

"Keiner ist mit Übergewicht zurückgekehrt. Aber die Pause war auch viel kürzer als sonst", erklärte Ludovic Magnin im Gespräch mit blue Sport. Die Spieler hatten nur wenige Tage, um sich zwischen Weihnachten und Neujahr zu entspannen, was exzessives Essen erschwerte.

Jeder Spieler hat sein individuelles Idealgewicht, das entscheidend für die Leistung auf dem Platz ist. "Mein Kampfgewicht als Bundesliga-Spieler lag zum Beispiel bei 79 Kilo, am Ende meiner Karriere beim FC Zürich dann bei 82 Kilo. Diese drei Kilo merkst du in der Intensität, bei den Läufen, im Maximalspeed", sagt Magnin. Gewichtskontrolle sei heute essenziell, auch wenn früher Trainer wie Pep Guardiola für ihre strengen Methoden belächelt wurden. "Nun weiß jeder, warum ihm das so wichtig war."

Für Magnin selbst sieht es aktuell weniger rosig aus. "Das willst du nicht wissen!", antwortet er lachend auf die Frage nach seinem aktuellen Gewicht. "Momentan habe ich Angst, auf die Waage zu stehen. Es ist in einem Bereich, in welchen ich nie kommen wollte. Das ist halt so. Ich habe den Ehrgeiz momentan verloren." Der Trainer des FC Basel gibt zu, dass seine Liebe zum Essen und das geringe Ausmaß an Sport - nur ein paar Stunden Padel pro Woche - das Problem verstärken. "Ich muss mehr auf Ernährung schauen und mehr Sport machen."

Kurze Winterpause hatte auch Vorteile

Die kurze Winterpause brachte jedoch Vorteile für das Team. "Man sagt grundsätzlich, dass du die ersten zwei Wochen in den Ferien nicht viel verlierst und ab der dritten Woche, wenn du nichts machst, beginnt es langsam runterzugehen", erklärt Magnin. Nach einer intensiven Zeit mit 30 Spielen vor Weihnachten entschied der Trainerstab, den Spielern eine Woche komplett freizugeben. Anschliessend mussten sie drei individuelle Einheiten absolvieren, wobei der Konditionstrainer in Kontakt blieb. "Hätte er gemerkt, dass ein Spieler gar nichts macht, hätte er ihn angerufen und daran erinnert."

Magnin denkt dabei auch an seine eigene Spielerzeit zurück, insbesondere an Ailton, seinen ehemaligen Teamkollegen bei Werder Bremen. "An Ailton musste ich auch sofort denken. Aber erstmal musst du wissen, dass Ailton beim Trainingsstart eigentlich gar nie da gewesen ist. Er hat immer eine Woche oder zwei länger Ferien gemacht. Da hatte er jeweils noch zwei Wochen länger Zeit zum Essen." Der Brasilianer kehrte oft verspätet und übergewichtig ins Training zurück. "Als er dann wieder ins Training eingestiegen ist, war er nicht mehr der Kugelblitz, sondern einfach nur noch die Kugel", erinnert sich Magnin lachend.

Dennoch blieb Ailton auf dem Platz erfolgreich und erzielte in der Meistersaison 28 Tore. "Man muss wissen, dass damals in Bremen auf den Tischen auch Cola oder Fanta gestanden hat. Und natürlich hat Ailton kaum Wasser getrunken. Sagen wir es so: Seine Ernährung war damals sicher nicht zu seinem Vorteil. Aber natürlich war der Fussball noch nicht so intensiv wie heute."